HIDE
Das Gute aus den Vorgängern wurde mitgenommen und auch das Neue schlägt ein: Ein schwarzhumoriger Thriller mit köstlichem Wortwitz!
Kritik von ( 238 ) am 25. 09. 2012 1 Kommentar
Der Knochenmann ist der bereits dritte Fall für Brenner, der auch selbst irgendwie ein Fall für sich ist. Ein Fall nämlich, der sich in Komm süßer Tod mit der „Institution Rettung“ (Hader) und in Silentium mit der Institution Kirche angelegt hatte. Was bleibt da noch?

Es gäbe sicher noch einige potentiell-durchtriebene Institutionen im Haas-Hader-Murnberger-Universum, aus denen sich mindestens ein weiterer vorzüglicher Film machen ließe. In Der Knochenmann geht es nun aber in und um die (steirische) Provinz, ganz ohne Schnörkel. Der immer grantige Brenner mag nun aber das Land nicht, gelinde gesagt. Doch überraschenderweise findet er das Landleben, das Provinzgefühl, dann gar nicht so übel. Verantwortlich hierfür ist – wie es das Schicksal eben will – die bodenständige Kellnerin mit Metzgersgenen, Birgit (Birgit Minichmayr). Doch nicht nur Brenner wird von einer Frau gewissermaßen gezähmt, auch bei seinem zwiespältigen ländlichen Gastgeber Löschenkohl (Josef Bierbichler) dreht sich letztlich alles um eine Frau und die Liebe.

Vieles ist, wie immer bei den Brenner-Filmen, verdeckt und muss erst mühsam, mitunter lebensgefährlich, ent- und aufgedeckt werden. Dies passiert in Der Knochenmann in einer wilden, aber durchwegs gelungenen Genre-Mixtur mit Zutaten einer Provinz-Mileustudie, eines Krimis – bald Thrillers, und einer sehr schwarzen Komödie. Zimperlich ist Der Knochenmann nämlich nicht, wie schon der Titel vermuten lässt. Zimperlich waren aber auch die Vorgänger nicht. Neu ist hingegen die scheinbar wirklich tiefergehende zwischenmenschliche Beziehung von Brenner an einem Ort, wo man es wohl am wenigsten vermutet hätte. Einerseits angeekelt von der „Knochenmehlmaschine“, strahlt er Birgit andererseits gleichzeitig soweit an, wie weit ein Simon Brenner eben eine Frau anstrahlen kann.
91%
Fazit:
Obwohl mit Der Knochenmann die bereits dritte Verfilmung mit dem grantigen Paradeösterreicher Simon Brenner vorliegt, gelang es Wolfgang Murnberger und Josef Hader – wie schon in Silentium – einen in vielerlei Hinsicht anderen Brenner-Film zu schaffen. Das Gute aus den Vorgängern wurde mitgenommen und auch das Neue schlägt ein. Entstanden ist so ein schwarzhumoriger Thriller mit köstlichem Wortwitz, pointierten Dialogen, etlichen Spannungsspitzen und zahllosen Überraschungsmomenten. Brillant!

#151: Der Knochenmann


2009

Komödie, Krimi, Thriller

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Im Handel seit 28. 08. 2009


88%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 1.77:1

Das Bild ist auf einem sehr hohen DVD-Niveau. Die Farben sind zwar blass, aber das ist in der Umgebung des Filmes geschuldet. Bei der Faschingsparty etwa wissen die Farbwerte durchaus zu gefallen. Der Schärfegrad ist ebenfalls auf hohem Niveau. Noch besser ist allerdings die Blu-ray-Version des Films.
55%

Tonqualität


Die deutsche Tonspur liegt nur in Dolby Digital 2.0 vor, mit einblendbaren deutschen und englischen Untertiteln. Dennoch gibt diese Tonspur keinen wirklichen Anlass zur Klage, wenngleich ein Raumklang damit nicht erreicht werden kann.
75%

Bonusmaterial


● Trailer
● Making Of
● Die Pressekonferenz auf der Berlinale
● Geschnittene Szenen
● Trailer zu den Standard-Editionen
Das Making Of ist mit einer knappen Spielzeit von 20 Minuten zwar nicht das Längste, aber höchst interessant. Hier gilt wirklich: Qualität vor Quantität. Die Berlinale-Pressekonferenz ist demgegenüber erstaunlich substanzlos. Die deutschen Journalisten wussten wohl nicht, was sie den Filmemachern fragen sollten.

Kommentare (1)


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Filmfreak

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11.01.13 - 15:37
Ist ebenfalls schon lange auf meiner Liste seit dem Österreich-Special von FE! :P

Ich freue mich auf die ganzen vielversprechenden Produktionen von meinen Freunden aus dem Nachbarland!

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