Die fabelhafte Welt der Amélie


2001

Komödie, Romanze, Fantasy

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Im Handel seit 25. 10. 2012


Ein innovatives, herzerwärmendes, charmantes und witziges modernes Märchen!
Kritik von ( 238 ) am 21. 11. 2012 1 Kommentar
Wie oft haben wir das schon gehört, dass die „kleinen Dinge“ im Leben die wesentlichen seien. Mit Die fabelhafte Welt der Amélie wurde nun ein noch junger Klassiker wiederveröffentlicht, der diese kleinen Dinge auf über zwei Stunden geradezu zelebriert.

Dabei beginnt dieses moderne Märchen mit einer nicht zu vernachlässigenden, aber eben falschen Prognose: dem angeblichen Herzfehler der kleinen Amélie. Dies macht es, aus Sicht der emotional distanzierten Eltern, erforderlich, das kleine Mädchen im Heimunterricht zu formen, ohne dass sie so jemals mit anderen Kindern in näheren Kontakt käme. Was bislang durchaus traurig klingen mag, wird in Die fabelhafte Welt der Amélie aber mit unvergleichlichem Charme und Witz erzählt, sodass die grundsätzliche lebensbejahende Haltung der Hauptfigur, bezaubernd dargestellt von Audrey Tautou, nie in Frage gestellt wird.

Aus der Isolation heraus entsteht Amélies Weltbild. Sie zeigt sich nicht bereit, die Einsamkeit hinzunehmen und entwickelt eine phantastische Imaginationsfähigkeit, mit der sie die Welt nicht nur anders, sondern auch reicher und reichhaltiger wahrnimmt. Flankiert vom Erzähler taucht man so recht bald in ihre „fabelhafte Welt“ ein.

Bemerkenswert erscheint, dass dem Film trotz dieser märchenhaft-verträumten Erzählweise ein immanenter Realismus innewohnt; mitunter entlarvend – charmant freilich, weil durch die Augen von Amélie –, wirkt der mal metaphorische, mal direkte Zugang zur „Realität“. Aber das Ganze kommt ohne Zynismus oder gar Bösartigkeit daher, wie wir es ebenso aus diversen „Milieustudien“ kennen. Die gezielt eingesetzten modernen technischen Hilfsmittel („Spezialeffekte“), wie etwa sprechende Spielzeugfiguren oder sprechende Passfotos, treiben dabei die Geschichte weiter und lenken die Aufmerksamkeit immer wieder auf die oberflächlich fast unsichtbaren – weil eben „kleinen“ –, tiefer liegenden, aussagekräftigen Charaktereigenschaften der Hauptfiguren. Amélie vermag aus dem spießigen Habitus ihrer Mitmenschen gleichsam die wahren Persönlichkeiten darunter zu entschlüsseln.
90%
Fazit:
Innovativ, herzerwärmend, charmant erzählt und witzig: Die fabelhafte Welt der Amélie hat alles, was man sich von einem modernen Märchen erwarten durfte. Die vielen in das Große eingesponnenen liebenswerten Details runden diesen Film nicht nur ab, sondern machen ihn zu einem absoluten Erlebnis!

85%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 2.35:1

Die vorliegende Prokino-Wiederveröffentlichung weiß bildlich durchgehend zu überzeugen. Amélie kann in dieser Hinsicht nämlich ohne Weiteres mit aktuellen Veröffentlichungen wie Nathalie küsst mithalten. Die verträumte Farbgestaltung und die satten Schwarzwerten sind hervorzuheben, für das Alter des Films ist auch der Schärfegrad bemerkenswert!
91%

Tonqualität


● Französisch (Originalton) DTS-HD 5.1
● Deutsch DTS-HD 5.1
● Französischer Audiokommentar des Regisseurs
Was beim diesem Genre nicht unbedingt zu erwarten war, ist, dass Amélie mit einigen feinen 3D-Soundeffekten zu überraschen weiß, die noch dazu die Handlung äußerst geschickt ergänzen bzw. vorantreiben. Da auch die Synchronfassung gelungen ist, kann der Ton insgesamt als vorbildlich bezeichnet werden.
90%

Bonusmaterial


● Making of Amélie
● Interview mit dem Regisseur Jean-Pierre Jeunet
● Vom Storyboard zum Film
● Probeaufnahmen
● Versprecher von Audrey Tautou
● Teaser, Trailer und Trailershow
● Mit Amélie auf Tournee
● Master Class: Jean-Pierre Jeunet
● Wendecover
Das Bonusmaterial hat eine Länge von fast zwei Stunden und geht doch weit über die üblichen Extras hinaus. Wer den Film mochte, sollte hier auf jeden Fall einen (ausführlichen) Blick riskieren. Gegenüber den bisherigen Veröffentlichungen ist die 45-minütige Interview-Doku Master Class: Jean-Pierre Jeunet neu hinzugekommen.

Kommentare (1)


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Filmfreak
15.01.13 - 16:05
Toll verfasste Kritik!

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