Hosted by World4YouMontag, 19. November 2018

Stalingrad


1993

Krieg, Drama

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Im Handel seit 13. 09. 2012


81%
Die kompromisslose Härte und die realistischen Kampfszenen vermögen auch heute noch aufzuwühlen
Kritik von ( 238 ) am 10. 12. 2012 1 Kommentar
Stalingrad gilt noch heute als Synonym für die militärische Katastrophe der Deutschen Wehrmacht, als Ort, von dem aus das Ende des „Dritte Reichs“ unaufhaltsam voranschritt.– Der 1992 gedrehte gleichnamige Spielfilm von Joseph Vilsmaier nimmt konsequent die deutsche Perspektive eines Sturmpionier-Trupps ein, der im Sommer 1942 von Italien nach Stalingrad versetzt und im verlustreichen Häuserkampf an vorderster Front eingesetzt wird.

Die Kampfszenen von Stalingrad im Allgemeinen, besonders aber der Häuserkampf in der ersten Hälfte des Films, haben es nun wirklich in sich. Als der Film 1993 in die deutschen Kinos kam, war das Publikum mit einem bis dato unbekannten Realismus konfrontiert, der auch heute noch aufzuwühlen vermag. Vilsmaier sah diesen wohl als probates Mittel an, die Grausamkeit und vor allem die Sinnlosigkeit des Krieges im Allgemeinen offenzulegen; dass der Krieg sinnlos sei, das könne „nur die Botschaft des Films sein“, so der Regisseur.

Nun vermag aber die Härte des Krieges allein noch nicht die Sinnlosigkeit desselben zu begründen. Hier erst wird die deutsche Perspektive des Films wirklich interessant.– Verfolgt wird nämlich die Erlebnisgeschichte eines kleinen, aber verschworenen Haufens unter der Führung von Leutnant Witzland (Thomas Kretschmann), der zwar mit dem Mut der Verzweiflung kämpft, aber ebenso unaufhaltsam seinem Ende entgegen taumelt. Die Sinnlosigkeit wird durch die bald fehlende Motivationslage dieses verschworenen Haufens hergestellt.–

Daran, dass nämlich einige verheizte Landser in Stalingrad die Sinnhaftigkeit der deutschen Kriegsführung in Frage stellen, mokierten sich so manche Kritiker darüber, dass dies ein „reaktionäres“ Statement Vilsmaiers sei. Dagegen ist zu sagen, dass die Fokussierung auf den Trupp von Witzland lediglich ein Schlaglicht auf das Gesamtgeschehen wirft. Anders formuliert: Witzlands Verhalten wird nicht als ausschließlich repräsentativ für die (nazi-)deutsche Perspektive gezeigt. Fanatisierte Landser, nationalsozialistische Offiziere und Kriegsverbrecher finden in Stalingrad nämlich ebenso ihre Entsprechung.

Fazit
Mit Stalingrad wurde ein deutscher (Anti-)Kriegsfilm wiederveröffentlicht, der mit kompromissloser Härte und realistischen Kampfszenen auch heute noch aufzuwühlen vermag. Die „plotholes“ der zweiten Hälfte des Films schmälern den Gesamteindruck des Films zwar ein wenig – nichtsdestoweniger überzeugt Stalingrad als ungeschminkter filmischer Beitrag zu einer der größten Schlachten des Zweiten Weltkriegs.

73%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 1.77:1

Gegenüber der bisherigen DVD-Veröffentlichung zeigt sich das Bild ganz klar verbessert.– Dies war auch zu hoffen, da das Bild der DVD mitunter eine mittlere Katastrophe war. Die augenfälligste bildliche Verbesserung stellt sicher der Schärfegrad dar, der zwar nicht mit heutigen Produktionen mithalten kann, sich aber für diese deutsche Produktion des Jahres 1993 durchaus sehen lassen kann. Die Fargestaltung bleibt insgesamt sehr düster, selbst die Eingangssequenz in Italien passt sich hier ein.
Kurz: Stalingrad hat den Weg in die Welt der High-Definition gefunden.
65%

Tonqualität


Der Ton liegt nur im Originalton, d. i. Deutsch DTS-HD 5.1, vor. Sämtliche Untertitel fehlen. Der Ton wurde offenbar – trotz der angegebenen DTS-Tonspur – keinem (hörbaren) Remastering unterzogen, da sich ein Raumklang nur in Einzelfällen wirklich bemerklich macht. Immerhin sind die Dialoge gut verständlich, was an der konsequenten Frontbeschallung liegt.
40%

Bonusmaterial


Folgende Extras sind abrufbar:
● Kino-Trailer und Teaser
● Hinter den Kulissen
● Kurzportrait Joseph Vilsmeier
● Die Besetzung
● Blu-ray Live
● Wendecover
Bis auf den letzten Punkt fanden sich alle diese Extras bereits in derselben Form (das heißt: in SD-Qualität) auf der in die Jahre gekommenen DVD-Special-Edition. Wirklich schade ist es hingegen, dass die Dokumentation Stalingrad - Der Angriff, der Kessel, der Untergang nicht auf die Blu-ray mitübernommen wurde. Wer keinen großen Wert auf die Bildqualität im Allgemeinen, aber dafür auf Bonusmaterialien legt, der ist mit der genannten DVD-SE allemal besser bedient. Das große Plus der Blu-ray liegt nämlich nur in der Bildqualität des Hauptfilms.

Kommentare (1)


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Filmfreak
16.01.13 - 09:40
Gut zu wissen, was die technischen Details angeht, somit begnüge ich mich noch mit meiner Special Edition auf DVD.

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