Schlawiner – Die komplette 1. Staffel


2011

Komödie

Zur Filmseite

Im Handel seit 31. 01. 2013


Schlawiner ist die längst überfällige und urkomische filmische Veredelung des Alltags!
Kritik von ( 238 ) am 18. 02. 2013 1 Kommentar
Als die Serie Schlawiner im März 2011 im Fernsehen anlief, war vielerorts von Gewöhnungsbedürfigkeit die Rede. Wie Regisseur Paul Harather (Indien) erklärt, hat dies einen guten Grund: „Wir verzichten auf Morde, auf jede Form von Gewalt, Liebesgeschichten, eigentlich auch auf die klassischen Gags und alle großen Handlungselemente zugunsten der ganz kleinen Geschichten.“ Und so ist es – man ist fast geneigt zu sagen, in Schlawiner werden permanent aus Kleinigkeiten Elefanten gemacht.

So kann Harather dann auch mit einiger Berechtigung sagen, „es gibt dieses Genre“, in das Schlawiner einzuordnen ist, „eigentlich noch gar nicht.“ Die Darsteller und andere Beteiligte wurden oft gefragt, was denn nun den Erfolg der Serie ausmache. Michael Ostrowski, in der Serie Manu, beschrieb die Serie schlichtweg als „Mischkulanz“ von spontanen Einfällen und zielführenden Anweisungen des Regisseurs. Auch der „simple Trick“, dass sich die Protagonisten im Dialog ins Wort fallen, trage dazu bei, dass Schlawiner absolut natürlich klingt und wirkt.

Sieht man die Serie das erste Mal, wird die „Natürlichkeit“, mit der sich die „Schlawiner“ durch die Geschichten bewegen, tatsächlich sofort augenfällig. Genau „so“ redet man auch im Alltag, von einer Künstlichkeit der Dialoge und Situationen ist nichts zu spüren. Schlawiner könnte insofern die am besten ungeplante – weil großteils improvisierte – Serie im deutschsprachigen Raum genannt werden.

Im Grunde völlig triviale Dinge – wie eine Malakofftorte – führen das zwölfköpfige, mannigfaltig verbundene „schlawinerische“ Ensemble immer wieder zueinander. Da ist Engelbert (Gregor Seberg) zu nennen, der jede Episode mit neuen und völlig skurrilen Welterklärungsmodellen aufwartet. Und das bourgeoise österreichisch-deutsche Ehepaar Basti und Gundi, oder: Ordnungs- und Erziehungswahn gegen demonstrative, aber bloß gespielte Gelassenheit. Das Zeug zur Kultfigur hat aber vor allem Walter, von dem Darsteller Gerald Votava selbst sagt, er „entdecke“ diesen schrulligen Kerl erst im Laufe der Zeit. Zumindest inszenatorisch fallen die kontinuierlich eingespielten selbstreflexiven Interviews mit den Filmfiguren etwas heraus. Sie erweisen sich als innovative Ergänzung zum Handlungsstrang und bringen die Situation nochmals (oder überhaupt erst) pointiert auf den Punkt.
91%
Fazit:
Schlawiner ist nichts weniger als die längst überfällige und urkomische filmische Veredelung des Alltags. Starke Sprüche und scharfsinnige Dialoge sorgen über zehn Folgen für intelligente und witzige Unterhaltung. – Vorliegende DVD ist übrigens nicht mehr im Handel erhätlich. 2014 wurde die erste Staffel aber unter dem Namen Saison 1 mit deutlich verbesserter Bild- und Tonqualität neu aufgelegt. Im selben Jahr ist auch die nicht minder lustige 2. Saison in den Handel gegangen.

74%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 (1:1,78)

Das Bild ist durchaus up to date, d. h. gehobene Fernsehqualität. Auch wenn die Serie im ORF in HD ausgestrahlt wurde, sind bildliche Einbußungen bei der DVD kaum auszumachen. Der Schärfegrad ist ebenfalls als gehoben zu bezeichnen, auch die Farbwerte durchwegs in Ordnung. Übrigens: Seit 2014 ist nur mehr die Neuauflage der 1. Staffel mit deutlich verbessertem Bild erhätlich.
60%

Tonqualität


Der Ton liegt nur in Deutsch Dobly Digital 2.0, mit den auswählbaren Untertiteln in Deutsch und Englisch vor. Freilich ist ein Raumklang kaum zu erwarten – aber der wäre bei Schlawiner ob seiner konsequenten Dialoglastigkeit auch ziemlich überflüssig. Das gesprochene Wort ist immer gut verständlich.
40%

Bonusmaterial


● Interviews
● Hopplas
● Geschnittene Szenen
Das 3-DVD-Set wird ohne FSK-Logo in einem Schuber ausgeliefert. Dass überhaupt Extras vorhanden sind, ist bei einer Fernsehserie einer Erwähnung wert. Die Qualität stimmt auch – die Interviews wie die Hoppalas und geschnittenen Szenen sind fast ebenso interessant wie die Episoden selbst. Leider ist die Laufzeit des Bonusmaterials sehr kurz und auch der Regisseur kommt nicht zu Wort. Sehenswert aber auf jeden Fall.

Kommentare (1)


Beitrag schreiben


Filmfreak
13.10.15 - 11:03
Dann sollte man hier doch glatt zur Neuauflage greifen, gerade in Bezug auf die technische Seite.

Sehr schöne Kritik von dir, Markus.

Antwort abgeben