Wir sind Kaiser - Staffel 2


2008

TV-Produktion

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Im Handel seit 06. 03. 2009


83%
Durch die gnandenlose Selbstüberhöhung und -schätzung eignet sich der „Kaiser“ glücklicherweise (!) nicht zum Volksanwalt
Kritik von ( 238 ) am 20. 03. 2013 0 Kommentare
„Geliebtes Volk, geliebte Untertanen!“ Wer sonst soll denn dem Volk sagen, dass es endlich auch einmal ein „bisl brav“ sein soll, wenn nicht Robert Heinrich I., von „Gottes Gnaden Kaiser von Österreich“? Klar war, dass nach dem Quoten- und Publikumserfolg der ersten Staffel (die Kritik wurde demgegenüber erst langsam mit dem Kaiser warm) die Monarchie nicht so schnell abgeschafft werden wird.

Erstaunlich ist, dass seit der ersten Folge kaum etwas am Konzept – bestenfalls Feinheiten – von Wir sind Kaiser geändert wurde. Das zeigt auch, wie ausgeklügelt dieses von Anfang an gewesen ist. Oder schlichtweg, der Erfolg gibt ihm recht. Gleich geblieben ist auch der Running Gag namens Richard Lugner, der wohl tatsächlich so gut wie alles macht, um in die Medien zu kommen (und dort zu bleiben). Wer will, kann bei ihm durchaus sympathische Selbstironie herauslesen; dies muss man aber nicht – die Meisten werden es auch nicht tun – vor allem, weil seine Witzchen zum größten Teil grottenschlecht sind. Im Gegensatz der Kaiser: Der läuft in der zweiten Staffel zu Höchstforma auf. Nachdem er bereits in den ersten Folgen die ORF-Kritik im ORF salonfähig gemacht hat, schießt er sich nun auf die Politik ein. War es ja das Wahljahr 2008, welches der Kaiser mit seiner gewohnt scharfen Zunge als politischen Satire anlegt. Vermöge seiner Stellung als Kaiser per definitionem kann er dies und tut es auch. So kann er auch zum Vorsitzenden der SPE, Hannes Swobota, herabblicken und feststellen: „Der g’fallt uns, der is‘ demütig.“

Als Projektionsfläche, quasi als Volksanwalt, eignet er, der Kaiser, sich aber dennoch – und zum Glück! – nicht. Beschreibt man ihn als „schmierigen Unsympathler“ (so ähnlich legte Robert Palfrader auch seine Rolle in Braunschlag an), hat man damit nicht unrecht. Und wie er es in einer Audienz selbst sagt: „Wenn wir etwas Glitschiges haben wollen, kaufen wir einen Fisch“. Aber, Robert Heinrich I. hat einen ganz seltsamen Charme und ist in seiner Selbstüberhöhung und -schätzung schlichtweg komisch. Die grandiosen Zwischenfilmchen heben ihn ja überdies immer wieder herunter von diesem allzu hohen Podest.

Fazit
Die zweite Staffel von Wir sind Kaiser setzt nicht nur nahtlos an der ersten fort, sondern spitzt die Dinge sogar noch etwas zu: Wieder gibt es bissigen – eben österreichischer – Humor, ein durchwegs durchdachtes Konzept (das auch aufgeht) und eine Riesenportion Selbstironie; letztere freilich nicht bei allen Gästen, was dann – je nach Lesart – besonders komisch oder peinlich werden kann. Kaiserlich!

67%

Bildqualität


Bildformat: 16:9

Das Bild zeigt sich gegenüber der ersten Staffel deutlich verbessert, auch wenn es sich nur etwas über dem Durchschnitt einpendelt.
49%

Tonqualität


Der Ton (in Deutsch Dolby Digital 2.0) ist im Grunde für diese Fernsehshow in Ordnung, jedoch schlichen sich in Folge 2 seltsame Tonfehler ein (das Publikumsraunen und rauschen wirkt stellenweise sehr unnatürlich). Die anderen Episoden sind (so gut wie) frei von diesen Störungen.
0%

Bonusmaterial


Extras sind keine vorhanden, jedoch darf dies bei einer Gesamtspiellänge von 543 Minuten (die somit sogar jene der ersten Staffel übertrifft) nicht verwundern.

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