Vier Frauen und ein Todesfall - Staffel 5


2013

TV-Produktion, Komödie, Krimi

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Im Handel seit 26. 09. 2013


Alles ist noch ein bisschen mehr überzeichnet, alles noch ein wenig skurriler!
Kritik von ( 238 ) am 06. 10. 2013 2 Kommentare
Soll man Gutes verändern, nur um der Veränderung willen? Vier Frauen und ein Todesfall ist ohne Zweifel eine richtig gute Fernsehserie, bei der die Macher aber offenbar befürchteten, dass sie irgendwann „ausleiert“; denn vier erfolgreiche Staffeln lang wurde in jeder Episode ein und dasselbe Konzept verfolgt: Vier Frauen, ein Toter, ein Fall.

Veränderungen stehen also an in der fünften Staffel. Eines bleibt im Dorfe Ilm aber freilich gleich: „Bevor einer eines natürlichen Todes stirbt, stirbt er eines natürlichen Mordes.“ Und die „lokale Kripo gewissermaßen“, allen voran die grandiose Adele Neuhauser als Julie, ist immer zur Stelle, wenn es etwas zu „recherchieren“ gibt. Ihre einmaligen Methoden kennen wir: Pippa (Miriam Stein): „He Julie – der steht unter Schock!“ – Julie: „Jo, des musst‘ ausnutzen!“

Zu den Neuerungen zählen, dass die Fälle nun über mehrere Episoden gehen und auch die Hauptcharaktere in den Mordverdacht geraten können. Letzteres war bislang tabu (abgesehen vom Ausscheiden der „vierten Frau“ jeweils zu Beginn der Staffeln 2, 3 und 4.), und daraus ergeben sich tatsächlich spannende Momente. Es ist, alles in allem, ein großes Plus an Dramatik auszumachen, auch wenn die alten Stärken, d. i. der tiefschwarze, trocken vorgetragene Humor und die teils skurrilen Situationen, beibehalten wurden und immer wieder für Auflockerung sorgen. Wenn etwa Peppi Nothdurfter seiner Ex, der Mitzi, zugesteht: „Menschlich ist sie zwar eine Tragödie, aber im Bett ist sie ganz große Oper!“ dann weiß man, dass in dieser Serie im Grunde noch alles im Lot ist.

Wieweit sich für die gar nicht so dramatischen Änderungen die neuen Regisseure, Andreas Kopriva und Michael Riebl (Schnell ermittelt) verantwortlich zeichnen, ist von außen kaum zu beurteilen. Die Befürchtung, dass die Serie ohne Wolfgang Murnberger, der nun das erste Mal keine Episode inszeniert, den Bach runter geht, bewahrheitete sich jedenfalls nicht. Alle schon so lieb gewonnenen Figuren der Serie haben über die Jahre ein so starkes Profil gewonnen, dass ein Wechsel in der Regie offenbar nicht mehr entscheidend ins Gewicht fällt.
80%
Fazit:
Die fünfte Staffel von Vier Frauen und ein Todesfall kann mit einigen Innovationen aufwarten, die der Serie eher genutzt als geschadet haben. Alles ist noch ein bisschen mehr überzeichnet, alles noch ein wenig skurriler, aber immer innerhalb der (ohnehin sehr hohen) Schmerzgrenze. Die Serie punktet vor allem wieder mit ihrem einmalig deftig-rustikalen Humor. Lakonisch meint etwa Postenkommandant Paulmichl zu einem „zuagrasten“ Kripo-Beamten: „Naja, wir sind anders.“ Und genau deshalb mögen wir diese österreichische Kultserie. Fortsetzung folgt!

86%

Bildqualität


Bildformat: 16:9

Das Bild ist hervorragend, einen Vergleich mit dem HD-Bild der ORF-Ausstrahlung hält es auf jeden Fall stand. Dennoch wird man sich langsam überlegen müssen, solche Serien auch als Blu-ray anzubieten. Aber hier gibt es nicht wirklich etwas zu bemängeln.
60%

Tonqualität


Der Ton liegt wieder in einer Dolby Digital 2.0-Stereo-Spur vor. Das Gesprochene ist vorzüglich veständlich, von einer Soundkulisse kann man aber nicht sprechen.
0%

Bonusmaterial


● Trailer
● Diashow
● Wendecover

Kommentare (2)


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Filmosoph
16.10.15 - 14:51
... leider die letzte gute Staffel.

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Filmfreak
15.10.15 - 20:33
Herrlich erfrischende Rezension von dir zu dieser Kultserie. 👏🏻

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