Janus


2013

Thriller, TV-Produktion

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Im Handel seit 22. 11. 2013


Janus braucht sich vor keiner internationalen Produktion seines Genres zu verstecken!
Kritik von ( 238 ) am 22. 12. 2013 1 Kommentar
Oft wurde schon beklagt, und zurecht beklagt, dass der deutschsprachige Serienalltag im Vergleich zu internationalen (meist US-amerikanischen) Produktionen ziemlich spannungslos in Routine verkümmert. Dabei wäre es ja so einfach: Wie man Stories spannungsgeladen erzählt, wie zeitgenössischer Serienthrill aussehen sollte, das bräuchte man sich ja nur bei den erfolgreichen Importformaten abzusehen. Soweit die Theorie.

Janus nennt sich der engagierte Versuch, den internationalen Vorbildern etwas Heimisches, und nicht bloß Kopiertes entgegenzusetzen. Vorweg, der Versuch ist gelungen. – Im Zentrum der Serie steht ein undurchsichtiger Pharmakonzern namens „Janus“, dessen Geheimnis über sieben Episoden lang aufgeklärt werden soll. Auf der Spurensuche folgen wir dem forensischen Psychologen Dr. Leo Benedikt (Alexander Pschill), eine „Art Polizist“, der von einer smarten Assistentin und seinem besten Freund, dem Staatsanwalt Konstantin Fink (Andreas Kiendl), unterstützt wird. Benedikt zeichnet in seinen Ermittlungen seine große Imaginationsfähigkeit aus; einmal am Tatort, kann er sich bildlich wie kein Zweiter den Hergang des Verbrechens vorstellen. Und „Janus“ fordert seinen ganzen Einsatz, selbst vor seinem Privatleben macht „er“ nicht halt. In jeder Episode fallen aber auch kleinere Fälle an, die aber fast immer mit dem großen Handlungsstrang in Verbindung zu bringen sind. Man bewegt sich tatsächlich mit Benedikt durch das „Labyrinth“, und manches Mal vergeht man sich mit ihm. Immer geht’s aber gleich an mehreren Schauplätzen ordentlich zur Sache, Langeweile kommt zu keiner Sekunde auf.

Alexander Pschill, ehemaliger „Rex“-Kommissar, zeigt, dass er immer noch eine Serie tragen kann. Unterstützt wird er freilich von einem fabelhaftem Team, Christopher Schärf (bekannt u. a. aus Braunschlag) und Franziska Weisz (Hundstage, Der Räuber) sind noch besonders hervorzuheben. Ihr Spiel und die nahezu perfekt eingesetzte Musik erzeugen hohe Spannungsspitzen, und jede Episode endet so, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Nur eines kommt etwas zu kurz: der Humor. Aber das ist leicht verkraftbar, zumal es genügend österreichische Serien mit extrem hohen Spaßfaktor gibt.
81%
Fazit:
Janus braucht sich vor keiner internationalen Produktion seines Genres zu verstecken, man hat fast alles richtig gemacht. Die Hauptrollen sind mit Persönlichkeiten besetzt, die ihr Handwerk beherrschen und eine dichte Atmosphäre erzeugen, der „Thrill“ und auch das Drehbuch stimmen. Wieder einmal eine hervorragende innovative österreichische Serie, von der man eine Fortsetzung berechtigt erhoffen darf!

86%

Bildqualität


Bildformat: 16:9

Das Bild ist gelungen, Abstrichte im Vergleich zur HD-Ausstrahlung im ORF sind nicht wirklich auszumachen. Die Farben sind erwartungsgemäß blass, die Schärfe stimmt. Das Bild ist absolut auf der Höhe der Zeit.
92%

Tonqualität


● Dolby Digital 5.1 und 2.0
● Hörfilm
Der Ton ist vorbildlich! Die räumliche Abmischung ist gelungen, vor allem die Musik sorgt so für eine gute Atmosphäre. Und auch der Hörfilm ist positiv hervorzuheben, was den Ton betrifft darf man wunschlos glücklich sein. Untertitel sind auch auswählbar.
0%

Bonusmaterial


● Fotoshow

Kommentare (1)


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Filmfreak
16.10.15 - 12:21
Sehr schön, wenn auch einmal eine österreichische TV-Serie den amerikanischen in Etwa (um es vorsichtig zu formulieren) das Wasser reichen kann.

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