Schlawiner - 2. Saison


2013

Komödie, TV-Produktion

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Im Handel seit 17. 04. 2014


Auch die zweiteSchlawiner-Saison verdient jede Aufmerksamkeit!
Kritik von ( 238 ) am 24. 05. 2014 0 Kommentare
Nach der sensationellen ersten Staffel der Austro-Comedyserie Schlawiner schien eine zweite Staffel nur eine Frage der Zeit zu sein. Keineswegs war die Geschichte schon auserzählt, zu viel Potential schlummerte noch in so ziemlich jeder der zahlreichen Hauptfiguren.

Am Konzept hat man in der zweiten Staffel nichts geändert, das brauchte man auch nicht. Um was es in Schlawiner eigentlich geht, bringt Manu (Michael Ostrowski) auf den Punkt: „Das Leben besteht aus unwichtigen Sachen, die sich irgendwann halt mal verdichten zu einer Wichtigkeit.“ Aber ob „wirklich wichtig“ oder eben nur „scheinbar wichtig“, das ist bei Schlawiner immer eine Gratwanderung. Die Beziehung von Manu und Maia (Angelika Niedetzky) wackelt jedenfalls, sie scheint am Alltag zugrunde zu gehen. (Manu: „Beziehung heißt für mich: Miteinander lügen und nicht gegeneinander.“) Das ruft freilich andere auf den Plan: Walter (weiterhin sensationell: Gerald Votava) glaubt auf einmal, in Maia verliebt zu sein, muss aber bald erkennen, dass die Chancen sehr gering sind. Eine neue Figur tritt so ins Schlawiner-Universum, und die passt wie die Faust aufs Auge: Norbert (Martin Oberhauser) oder die unerträgliche Verkörperung selbstbewussten Proletentums. Maia jedenfalls fliegt auf ihn, er scheint alles zu haben, was Manu nicht hat. Scheint. Engelbert (Gregor Seberg) bleibt einfach Engelbert, seine pseudophilosophischen Aussprüche („Dupression – das ist eine ganz moderne Zivilisationskrankheit, die gibt’s erst seit einem Monat.“) haben fast schon Kultcharakter. Auch Andreas (Christian Dolezal) ist natürlich wieder mit dabei, und der wartet noch immer darauf, bis es endlich geschäftsmäßig richtig „bounce’t“. Gundi ist immer noch spießig und Basti ihr „Opfer“.

Die zweite Staffel ist von allen Seiten mit einer großen Routine inszeniert. Das heißt natürlich nicht, dass es langweilig, fad würde, nein, das heißt, dass jeder seinen Part beherrscht und so bis zur Höchstform auflaufen kann. Walter wird so immer absonderlicher, Niedetzky schlüpft gar in eine ziemlich witzige Doppelrolle, und die wenigen neuen Rollen (neben Oberhauser auch Dirk Stermann, Christoph Grissemann und – wirklich grandios – Julia Jelinek) fügen sich nahtlos in das absurd-komische Schlawiner-Universum ein. Auch die zweite Staffel ist also eine Serienperle, es tritt kein, wie Engelbert sagen würde, „Vertrauensvorschlussverlust“ ein.
91%
Fazit:
Schlawiner zählt zu jenen eher kleinen Serien, die jede Aufmerksamkeit verdienen. Wer die 1. Staffel bzw. 1. Saison schätzen konnte, wird Saison 2 genauso lieben. Die 3er-DVD-Box beinhaltet übrigens auch bislang im TV noch nicht ausgestrahlte fünf Episoden der dritten Staffel. Ob es mit Schlawiner weitergeht, ist derzeit noch ungewiss. Verdient hätte es sich diese brillante Alltagssitcom auf jeden Fall!

94%

Bildqualität


Bildformat: 1,78:1 (16:9 anamorph)

Es wurde bereits vorab angekündigt, dass man bei der zweiten Staffel mit einer stark verbesserten Bildqualität rechnen darf, und dieses Versprechen wurde vollends eingehalten. Das Bild ist nun wirklich glasklar, das Medium DVD wurde völlig ausgereizt. Dass Schlawiner bislang nicht auf Blu-ray veröffentlicht wurde schmerzt so nicht mehr wirklich.
88%

Tonqualität


Neben dem Bild wurde auch beim Ton nachgebessert, sodass derselbe nun in Dolby Digital 2.0 und in 5.1 vorliegt. Untertitel sind in Deutsch und Englisch vorhanden. Der 5.1 Ton ist eine nette Wahl, er wäre aber nicht unbedingt notwendig gewesen; erwartungsgemäß hält sich bei dieser dialoglastigen Serie der Raumklang nämlich in Grenzen. Hie und da wurden aber nette Effekte eingebaut. Der 5.1 Ton ist alles in allem also leicht zu bevorzugen! Verständlichkeit der Dialoge ist bei beiden Tonspuren einwandfrei.
65%

Bonusmaterial


Auf jeder der drei DVDs findet sich Bonusmaterial u.zw.:
● Outtakes
● Deleted Scenes
Schlawiner Science, präsentiert von Professor Robert von Dassanowsky
Das Bonusmaterial ist zwar keine dreiviertel Stunde lang, es ist aber sehr spannend. Ich spreche also eine absolute Empfehlung aus, dieses auch anzusehen. Bei den geschnittenen Szenen sieht man, wie der ominöse Nachbar eigentlich wirklich tickt. Schlawiner Science wird übrigens nur auf Englisch (ohne Untertitel) vorgetragen, Professor Dassanowsky spricht aber sehr klar und verständlich.

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