Schlawiner - 1. Saison


2011

Komödie

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Im Handel seit 27. 03. 2014


Schlawiner ist die längst überfällige und urkomische filmische Veredelung des Alltags!
Kritik von ( 238 ) am 28. 06. 2014 0 Kommentare
Als die Serie Schlawiner im März 2011 im Fernsehen anlief, war vielerorts von Gewöhnungsbedürfigkeit die Rede. Wie Regisseur Paul Harather (Indien) erklärt, hat dies einen guten Grund: „Wir verzichten auf Morde, auf jede Form von Gewalt, Liebesgeschichten, eigentlich auch auf die klassischen Gags und alle großen Handlungselemente zugunsten der ganz kleinen Geschichten.“ Und so ist es – man ist fast geneigt zu sagen, in Schlawiner werden permanent aus Kleinigkeiten Elefanten gemacht.

So kann Harather dann auch mit einiger Berechtigung sagen, „es gibt dieses Genre“, in das Schlawiner einzuordnen ist, „eigentlich noch gar nicht.“ Die Darsteller und andere Beteiligte wurden oft gefragt, was denn nun den Erfolg der Serie ausmache. Michael Ostrowski, in der Serie Manu, beschrieb die Serie schlichtweg als „Mischkulanz“ von spontanen Einfällen und zielführenden Anweisungen des Regisseurs. Auch der „simple Trick“, dass sich die Protagonisten im Dialog ins Wort fallen, trage dazu bei, dass Schlawiner absolut natürlich klingt und wirkt.

Sieht man die Serie das erste Mal, wird die „Natürlichkeit“, mit der sich die „Schlawiner“ durch die Geschichten bewegen, tatsächlich sofort augenfällig. Genau „so“ redet man auch im Alltag, von einer Künstlichkeit der Dialoge und Situationen ist nichts zu spüren. Schlawiner könnte insofern die am besten ungeplante – weil großteils improvisierte – Serie im deutschsprachigen Raum genannt werden.

Im Grunde völlig triviale Dinge – wie eine Malakofftorte – führen das zwölfköpfige, mannigfaltig verbundene „schlawinerische“ Ensemble immer wieder zueinander. Da ist Engelbert (Gregor Seberg) zu nennen, der jede Episode mit neuen und völlig skurrilen Welterklärungsmodellen aufwartet. Und das bourgeoise österreichisch-deutsche Ehepaar Basti und Gundi, oder: Ordnungs- und Erziehungswahn gegen demonstrative, aber bloß gespielte Gelassenheit. Das Zeug zur Kultfigur hat aber vor allem Walter, von dem Darsteller Gerald Votava selbst sagt, er „entdecke“ diesen schrulligen Kerl erst im Laufe der Zeit. Zumindest inszenatorisch fallen die kontinuierlich eingespielten selbstreflexiven Interviews mit den Filmfiguren etwas heraus. Sie erweisen sich als innovative Ergänzung zum Handlungsstrang und bringen die Situation nochmals (oder überhaupt erst) pointiert auf den Punkt.
91%
Fazit:
Schlawiner ist nichts weniger als die längst überfällige und urkomische filmische Veredelung des Alltags. Starke Sprüche und scharfsinnige Dialoge sorgen über zehn Folgen für intelligente und witzige Unterhaltung. – Die zweite Auflage punktet mit deutlich verbesserter Bild- und auch Tonqualität. Die neuen Extras sind vernachlässigbar. Die nicht minder lustige zweite Saison wurde übrigens 2012 gedreht und ist ebenfalls bereits auf DVD erschienen.

94%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 1.77:1

Es wurde mancherorts die angeblich sehr schlechte Bildqualität der ersten Auflage von Schlawiner bemängelt. Zwar war das Bild nicht auf Referenzniveau, aber schlecht war es keinesfalls. An der vorliegenden zweiten Auflage hat man jedenfalls ganze Arbeit geleistet, das Bild ist auf dem höchsten DVD-Niveau. Rauschen oder sonstiges ist niemals merklich und vor allem ist das Bild nun sehr scharf. Bravo!
85%

Tonqualität


Den Ton hat man gegenüber der Erstauflage ebenfalls aufgebessert: Nun liegt neben der alen Dolby Digital 2.0-Fassung auch eine Tonspur in Dolby Digital 5.1 vor. Tatsächlich hat man nun etwas Raumklang, vor allem bei den Übergängen, wenn nicht gesprochen wird. Allerdings erachte ich bei einer dialoglastigen Serie wie Schlawiner eine 5.1-Tonspur nicht unbedingt als notwendig, eine nette Wahloption ist sie dennoch. Untertitel sind in Deutsch und Englisch vorhanden.
40%

Bonusmaterial


Das Bonusmaterial ist zum größten Teil mit der Erstveröffentlichung identisch, welches da war:
● Interviews „Schlawiner aus dem Nähkästchen“ (ca 13 Minuten)
● Hoppalas (ca. 5 1/2 Minuten)
● Geschnittene Szenen (ca. 6 1/2 Minuten)
Neu ist lediglich die Vorschau zu den Staffeln 2 und 3 (ca. 4 Minuten.) auf Disc 2.
Unterm Strich finden sich unter den Extras vier Minuten mehr Bonusmaterial, leider muss man aber gegenüber der ersten Auflage auf den schönen Schuber verzichten. Auch das FSK-Logo ist nicht abziehbar.

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