Herr Ostrowski sucht das Glück


2014

Komödie, TV-Produktion

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Im Handel seit 09. 05. 2014


Innovativ, unterhaltsam und witzig!
Kritik von ( 238 ) am 20. 07. 2014 0 Kommentare
Michael Ostrowski hat sich mit Blockbustern wie Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott, Die Werkstürmer, Bad Fucking u. v. a. zweifelsohne zu einem österreichischen Publikumsliebling hochgearbeitet. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der eloquente Steirer auch im TV reüssiert; mit Demokratie – Die Show fand er bereits einige Aufmerksamkeit und mit vorliegender Mini-Serie Herr Ostrowski sucht das Glück noch mehr. Jetzt fehlt eigentlich nur mehr die Teilnahme bei Dancing Stars.

Wie der Name bereits ausführt, ist „Glück“ das Überthema der Serie. In acht Folgen (plus einer Best-of-Folge) sucht Ostrowski das Glück im Sex, Spiel, Showbusiness, in der Einsamkeit, Esoterik, Kunst, Grenze und im Rausch. In der ersten Folge, Sex, trifft Ostrowski den Live-Sex und Pornostarsteller „Marcel Bravo“, er lässt sich von einer Domina dominieren und spricht mit einer Tantra-Lehrerin über Sex. Es wird bereits in dieser ersten Folge ersichtlich, wie tief sich Herr Ostrowski auf das Thema einlässt: Es ist oft nicht viel mehr als ein Reinschnuppern in die Thematik, es ist mehr Glücks-Entertainment als „echte“, tiefschürfende und zeitraubende Glückssuche. Freilich – das ist auch die passende Form für das TV, immerhin handelt es sich um eine Unterhaltungsshow. Dennoch versteht es der studierte Sprachwissenschaftler immer wieder, nachdenklich machende Sätze einzustreuen, ja nach Ende der Serie hat man sogar das Gefühl, etwas mitgenommen zu haben.

Ohne Zweifel ist Ostrowski mit vollem Einsatz bei der Sache. Er lässt sich etwa lebendig begraben, er macht bei nachgestellten historischen Schlachten mit (die an Love and Death von Woody Allen erinnern) und er lässt seine eigenen Entertainer-Qualitäten bei einer Hochzeit sprechen. Unterbrochen werden die Ausflüge zu verschiedenen Schauplätzen immer wieder mit Reflexionen über mögliche Lehren aus der Sache (Esoterik): „Manche glauben an nix – was im Endeffekt jo a net nix ist.“ Er zitiert Freud (Spiel): „Das Gegenteil von Spiel ist Wirklichkeit.“ Oder als Resümee von Sex: „Das einzige wovon du dich verabschieden musst, ist, dass du glaubst, dass dich das glücklich macht.“ – Oft sind diese Reflexionen nur der Anlass, dass man sich selbst, seinen eigenen Erfahrungsschatz befragt, ob etwa Einsamkeit oder Kunst glücklich machen kann. Dabei unterscheidet Ostrowski nicht explizit zwischen kurz- und langfristigem Glück. Dies schwingt eher unterschwellig mit, wenn etwa der „Fuck-it-Philosoph“ meint, dass man das Leben nicht sonderlich ernst nehmen soll. Dass im Gegenteil Rausch-Zustände nur kurzfristig „glücklich“ machen, wird auch schnell deutlich. Ostrowski selbst legt sich eher selten fest, ob das Leben oder erleben dieser oder jener Materie glücklich machen kann oder nicht. Doch liefert er immer genügend und höchst unterhaltsames Anschauungsmaterial für eine allfällige weitere Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema.
82%
Fazit:
Herr Ostrowski sucht das Glück muss als innovatives, unterhaltsames, witziges und gelungenes Experiment bezeichnet werden. Es gibt wohl nicht viele deutschsprachige – nennen wir ihn – Entertainer, die der Glückssuche derart fernseh- und massentauglich nachgehen können wie Michael Ostrowski. Stark!

85%

Bildqualität


Bildformat: 16:9

Das Bild ist für eine DVD völlig in Ordnung, gegenüber der ORF HD-Ausstrahlung sind nicht wirklich Abstriche auszumachen. Farb- und Schwarzwerte passen.
70%

Tonqualität


Der Ton liegt in Deutsch Dolby Digital 2.0 mit optionalen Untertiteln vor. Leider ist es kein 5.1-Ton geworden, manchmal hätte dies wohl einen starken Raumklang ergeben. Immerhin ist das Gesagte immer gut verständlich.
30%

Bonusmaterial


Als Bonusmaterial werden ziemlich lustige Outtakes (Lost & Found) geboten, die insgesamt 13 Minuten ausmachen. Die Laufzeit der 9 Folgen beträgt insgesamt ordentliche viereinhalb Stunden! Ein FSK-Logo ist ohnehin nicht aufgeklebt.

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