BÖsterreich


2014

Komödie

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Im Handel seit 02. 05. 2014


Ein bitterböser Spaß!
Kritik von ( 238 ) am 31. 08. 2014 1 Kommentar
Robert Palfrader und Nicholas Ofczarek auf einem DVD-Cover, das hatten wir schon mal. Braunschlag hieß dieses grandiose Zusammenspiel der beiden österreichischen Vollblut-Künstler, Bösterreich schickt sich nun an, einen ähnlichen Erfolg beim Publikum zu landen. Immerhin ist ja auch wieder ein gewisser David Schalko (als Produzent) involviert.

Bösterreich ist für Österreich ein neues Format, aber im internationalen Abgleich sind durchaus Anleihen aus Little Britain auszumachen. Zwei Personen, Palfrader und Ofczarek, verkörpern in jeder der zehn Episoden mehrere Figuren: Vom Harakiri-Taxifahrer über tiroler Hüttenwirte bis hin zum halbdementen Opa reicht das Spektrum, auch Frauenrollen sind dabei. Und man gewöhnt sich schneller als glauben mag daran, dass beide quasi jede denkmögliche Rolle spielen. Manche Rollen kommen in mehreren Episoden vor, andere sind eine Singularität. Überdies finden wir prominente Gastrollen wie von Michael Ostrowski als Patient der „Leberkäseentzugsklinik“ in Bösterreich.
Die ersten Folgen wirken zum Teil etwas chaotisch. Viele Figuren werden nur anerzählt, fast keine wird weiterentwickelt. Und die Episoden sind in sich alles andere als geschlossen, das eine hat mit dem anderen zumeist gar nichts zu tun. Erst ab der fünften Folge sind dieselben thematisch vom Anfang bis zum Ende einheitlich durchinszeniert und das tut dem Ganzen merklich gut.

Bösterreich versammelt große und kleine Ideen in sich, die alle irgendwie Platz finden. Nicht immer sind diese auch stimmig, so wechseln geniale Gags mit erzwungen wirkenden Sketchen ab – immer aber bleibt es bitterböse. Wer allerdings denkt, dass sich Palfrader und Ofczarek auch für das Buch hauptverantwortlich zeichnen, der irrt: fast jede Episode wurde von Thomas Maurer geschrieben (Maurer hat zusammen mit Schalko ja auch schon Wie man leben soll für die Leinwand adaptiert.)
Was Palfrader und Ofczarek aber jedenfalls für sich verbuchen können, ist, dass sie ein unglaubliches Spektrum von „Typen“ verkörpern. Oft fühlt man sich an den berühmten „Deix-Österreicher“ erinnert, und zwar so, als wäre er geradewegs dem Buche entstiegen. Die Bösartigkeiten machen auch vor Palfrader und Ofczarekt selbst nicht halt: Mit jener Penetranz und brutalem Wortwitz, welche diese Serie auszeichnen, sparen sie auch sich selbst gegenüber nicht.
81%
Fazit:
Der Name ist Programm: Bösterreich ist eine bitterböse Groteske über den österreichischen Durchschnittsbürger mit all seinen Fehlern und offenen oder versteckten Niederträchtigkeiten – und jedenfalls nichts für Zartbesaitete. Wer Braunschlag, Aufschneider oder auch Der Knochenmann komisch fand, der wird auch mit Bösterreich seine Freude haben.
Vorliegendes DVD-Set enthält übrigens auch die Swingerclub-Episode, die in der TVthek nicht abrufbar war.

83%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 1.77:1

Das Bild ist gut bis stellenweise sehr gut. Orientieren sollte man sich am Fernsehbild: Abstriche gegenüber ORF-HD sind kaum auszumachen. So kann man auch mit einer DVD-Veröffentlichung gut leben, eine Blu-ray ist nicht in Sicht.
62%

Tonqualität


Der Ton ist in Dolby Digital 2.0 vorhanden, optional können Untertitel zugeschaltet werden, was für bundesdeutsche Seher stellenweise interessant sein dürfte. Der Ton ist, in seinem Stereo-Rahmen, solide, aber nicht mehr. Eine 5.1-Mischung wäre wünschenswert gewesen.
0%

Bonusmaterial


Boni irgendwelcher Art fehlen leider. Jedoch haben die beiden DVDs eine Gesamtlaufzeit von über 250 Minuten.

Kommentare (1)


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Filmfreak
04.09.14 - 18:43
Fein geschriebene Rezension von dir, Markus.
Ich kann mir hier eine sehr lustige Sichtung vorstellen, wenn man damit etwas anfangen kann.

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