Zu Anfang haben die Sentinels nur Mutanten ins Visier genommen. Dann fingen sie an, Jagd auf jeden zu machen."
Kritik von ( 95 ) am 22. 10. 2014 1 Kommentar
Mit "X-Men Zukunft ist Vergangenheit" erwartet uns einmal mehr ganz großes Superheldenkino. Eigentlich mag ich die X-Men Saga. Leider drängt sich Mr.Wolverine immer in den Vordergrund, was er auch dieses Mal wieder tut, obwohl es auch eine Menge anderer Mutanten gibt, die es durchaus wert wären mehr von sich zu zeigen.

Wie uns der Filmtitel vorab verrät, lässt Regisseur Bryan Singer in seinem neusten Werk Zukunft und Vergangenheit aufeinander prallen. Da bereits die Vorgänger riesige Fußstapfen hinterließen, sah sich Singer mit einer großen Erwartungshaltung konfrontiert. Vielleicht war daher diese zeitliche Variante sogar die einzig logische Konsequenz, um die Fans erneut ins Kino zu locken. Es scheint wohl überlegt und tatsächlich geglückt. Zusätzlich entstand eine Bildgewalt, die sich auf 3D als lohnenswert erweisen sollte.

Auch wenn sich, wie eingangs bereits erwähnt, Wolverine (Hugh Jackmann) einmal mehr als HauptMutant herauskristallisiert, so ist diesmal zum Glück auch Mystique, gespielt von Jennifer Lawrence (die blaue, fast nackte und schuppige Mutantin) mit eine der tragenden Superrollen. Bereits in den vergangenen Jahren um 1974, machte sie dem damaligen Präsidenten Richard Nixon das Leben schwer. Ihre Motivation gegen die Politik der damaligen Zeit zu kämpfen, bringt sie als Mutantin in einen Zwiespalt. So scheint es, als ob Mystique nun die Seiten gewechselt hat und am Ende steht die Gewissensfrage, ob sie sich nun wirklich gegen die Menschheit stellt oder weiterhin auf dem Weg für Recht und Ordnung wandelt.

In den 70er Jahren sind die Mutanten unverstandene Wesen, die zwar bekannt sind, aber doch verschwiegen werden. Sie verhalten sich zum Großteil friedlich und unauffällig unter den Menschen und finden somit auch keine weitere Beachtung. Dennoch ist unter den Humanoiden eine gewissen Furcht vor dem Unbekannten vorhanden. Durch diese Ängste getrieben macht sich ein Wissenschaftler auf, eine Waffe gegen die Mutanten zu entwickeln. Sie soll den Frieden sichern und durch Perfektion, jeder Art von Mutationskräften entgegenwirken. Professor Bolivar Trask (Peter Dinklage) entwickelt daher regelrechte Terminatoren. Kampfroboter, mit dem Namen "Sentinels" die in ihren Bewegungen, Schnelligkeit und Superkräften, den Mutanten überlegen sein werden. Ihr Ziel: Die Ausrottung aller Mutanten auf der Erde.
In der Zukunft werden diese eine echte Bedrohung für die X-Men Allianz sein, daher gibt es nur einen Weg sie aufzuhalten. Nämlich in der Vergangenheit, bereits vor ihrer endgültigen Fertigstellung. Dem aufmerksamen Filmfan, wird die Ähnlichkeit zur Terminator-Reihe sicherlich aufgefallen sein...

Die Reise in die Vergangenheit ist mit einigen Risiken verbunden und selbstverständlich ist nur einer der X-Men in der Lage, diese körperlichen Strapazen unbeschadet zu erdulden. Ohne langes Zögern wird also Wolverine sich auf den Weg machen, um die Ereignisse der vergangenen Tage zu verändern. Dabei wird er auf einige Hindernisse stoßen, denn in der Vergangenheit gab es noch keine Allianz der Mutanten. Professor X (Patrick Stewart) und Magneto waren damals noch erbitterte Erzfeinde. Außerdem wollte Xavier (in der Vergangenheit James McAvoy) nichts von seinen telepathischen Fähigkeiten wissen und ist stets dabei diese durch einen injizierten Drogencocktail zu unterdrücken. Er ist ein frustrierter junger Mann, seit ihn Mystique in einem vorangegangenem Abenteuer verlassen hat, um auf die Seite von Magneto (als junger Mann gespielt von Michael Fassbender, später von Ian McKellen ) zu wechseln. Wolverines erste Aufgabe soll es nun sein, diese beiden Feinde zusammenzubringen, denn nur gemeinsam können sie die weitere Entwicklung der Sentinels aufhalten.

Doch welche Rolle spielt nun Mystique bei der ganzen Sache?

Sie ist die letzte Stufe der Roboterentwicklung. Nach ihrer Gefangennahme, gelingt es dank ihrer DNA, die Kampfroboter zu perfektionieren. Mit ihrer einzigartigen Mutantenfähigkeit, der Wandlung, können die Sentinels jederzeit auf die unterschiedlichen Bedrohungen reagieren und sind so unbesiegbar. Genau dies gilt es nun in der Vergangenheit zu verhindern. Zu zeigen, dass die Mutanten für die Menschheit keine Bedrohung darstellen und der Bau diese Kampfroboter unnötig ist. Doch dazu muss zunächst Mystique überzeugt werden, was sich als keine leichte Aufgabe herausstellt. Zumal Wolverine nicht gerade für seine diplomatischen Fähigkeiten bekannt ist...

Bryan Singer gelingt hier eine wirklich sehenswerte Verfilmung der Marvel Comics, die aktuell einen Hype erleben. Nicht nur durch Videospiele, Verfilmungen, Comics und Spielfiguren. Während immer mehr Marvelverfilmungen auf den Markt gebracht werden, ist die X-Men Reihe doch noch immer die Mutter aller Comichelden. Nicht zuletzt, weil wir hier einige Figuren - in der Allianz verbündet - zu sehen bekommen. Auch der Anspruch an die Verfilmung hat sich weiterentwickelt.
Während es in den ersten Filmen noch um die soziale Ausrichtung ging, die Mutanten in die xenophobe Gesellschaft zu integrieren und in der Hauptsache an der Oberfläche der Comicwelten zu kratzen, so ist daraus mittlerweile eine Reise in die Tiefen des fantastischen Marvel-Universums geworden.
Auch das Zielpublikum ist ein Anderes. Zählte man früher eher die Comifans und die Fantasie-Nerds zu den Besuchern, so gesellten sich schnell auch Actionfans und Blockbusterfreunde zu den Zuschauern. Im neuen Film sollte daher so ziemlich jeder auf seine Kosten kommen.

Die schauspielerische Leistung, gerade in diesem neusten Werk, ist einfach beeindruckend und überzeugend. Keiner der Darsteller zeigt Schwächen in der Darbietung seiner Rolle und macht den Film über die gesamte Laufzeit hinweg zu einem wahren Filmgenuss, wie man ihn sonst nur erhoffen kann. Viel zu selten werden auch Kostüm- und Maskenbildner positiv in einer Filmkritik erwähnt, dieses frevelhafte Versäumnis möchte ich an dieser Stelle nicht begehen und auch diesen Personen im Hintergrund mal ein ernsthaftes Lob zukommen lassen.

Dazu bietet Singer eine breite Palette an tollen Bildern. Slow-Motions, Matrix-Effecte und weitere Spezialeffects reihen sich hier geradezu lückenlos aneinander und machen der X-Men Reihe alle Ehre. Wenn Magneto ein ganzes Footballstadion aus den Angeln hebt und schweben lässt, da kann die 3D Brille des Cineasten schon einmal vor Freude beschlagen. Ein Garant für den lohnenswerten Einsatz des 3D Effektes ist vor allem der Charakter des Quicksilver. Nicht umsonst bekam dieser einen eigenen Trailer vor der Veröffentlichung. Respekt! Meine absoluten Lieblingsszenen, da schlägt mein Filmfanherz höher.
90%
Fazit:
Ein Film, der sich wegen der Bildgewalt und bestimmter Szenen definitiv auch in der 3D Version lohnt. Ich persönlich bin noch lange kein Fan von 3D Filmen - solange man dazu eine Brille benötigt - aber hier war ich doch begeistert. Jede Kampfhandlung, die mit MatrixEffect und SlowMotion daherkommt, ist mit der Brille auf der Nase ein kleines Extra an Filmspaß, wie ich es nur von sehr wenigen Filmen behaupten kann. Der neue X-Men sollte für jeden Geschmack etwas beinhalten und ist eine klare Empfehlung zur Sichtung.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit


2014

Action, Abenteuer, Fantasy, Sci-Fi

Zur Filmseite

Im Handel seit 02. 10. 2014


90%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 2.40:1

In beeindruckender Weise werden die unterschiedlichsten Effekte an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gebracht.
Filmspaß pur ist der Charakter des Quicksilver (von Evan Peters) gespielt. Sobald dieser auf der Leinwand auftaucht, kann der Cineast damit beginnen, den Atem anzuhalten, denn gleich darauf folgen in der Regel brillante Szenen, die vor Effekten und Bildgewalt nur so strotzen.
85%

Tonqualität


• Deutsch (DTS 5.1)
• Türkisch (Dolby Digital 5.1)
• Englisch (DTS-HD 7.1)

Der Ton kommt satt daher. In einigen Szenen war ich froh das ich mein Heimkinosystem zur Verfügung hatte. Bei jeder Produktion ist es Notwendig einen Mittelweg zu gehen. Der Sound muss so gestimmt sein, dass man ihn mit jedem normalen TV Gerät sehen kann, ohne das es zu Überlastung der Lautsprecher kommt. Auch hier ist das merklich der Fall. Nichts desto trotz, kann jeder Heimkinosytembesitzer sich glücklich schätzen. Mehr geht immer, aber solange es keine speziellen Versionen für das Heimkino gibt, muss man sich damit eben begnügen.
85%

Bonusmaterial


Die Blu-ray Features lassen so gut wie keine Wünsche offen. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte oder einfach nur noch mehr erfahren will, der wird mit den Extras reichlich Gelegenheit bekommen. Alleine das Bonusmaterial habe ich mir zweimal komplett angeschaut. Es lohnt sich wirklich. Allerdings empfehle ich, es erst im Nachhinein zu sichten, um sich nicht zu viel vorweg nehmen zu lassen.
So sollte Bonusmaterial aussehen - aber es geht noch besser...

• Entfallene Szenen mit optionalem Kommentar von Bryan Singer
• Logans Abschied
• Logan attackiert Hank
• Nixons Tonbandgerät
• Das Sentinel-Programm wird gestoppt
• Logan wird gefunden (alternative Fassung)
• Die Entstehung der Küchen-Szene
• Spaß am Set
• Ein ungleiches Duo: Xavier und Magneto
• Die X-Men sind wieder vereint
• Die neuen Mutanten
• Die Sentinels
• "Trask Industries"-Bildergalerie
• Mutanten-Experimente
• Technische Zeichnungen
• Sentinel-Konstruktion
• Original Kinotrailer
• Trailer 1
• Trailer 2
• Trailer 3
• Second Screen App

Kommentare (1)


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Filmfreak
24.10.14 - 21:41
Deine Kritik dazu liest sich sehr interessant und fein, Marco. Bin auch schon auf diese Comicverfilmung gespannt. Nächstes Jahr erscheint dann der DC dazu.

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