HIDE

Alles Fleisch ist Gras


2014

Krimi, TV-Produktion

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Im Handel seit 28. 11. 2014


Der engagierteste, aber bislang leider schwächste Teil der Landkrimi-Reihe.
Kritik von ( 238 ) am 03. 03. 2015 0 Kommentare
Angesichts der überaus gelungenen ersten beiden Teile Steirerblut und Die Frau mit einem Schuh der sog. Landkrimi-Reihe durfte man auf das dritte Gegenstück Alles Fleisch ist Gras schon gespannt sein; zumal auch dieser Teil prominent besetzt ist – u. a. mit Tobias Moretti und Wolfgang Böck – und auf einem ziemlich erfolgreichen Buch basiert.

In Alles Fleisch ist Gras reisen wird nach Vorarlberg. Als Regisseur konnte der Vorarlberger Popsänger und Filmemacher Reinhold Bilgeri (Der Atem des Himmels) gewonnen werden – wer könnte hiefür geeigneter sein? Doch hinein ins Vergnügen. Schon anhand der ersten Szene wird deutlich, dass man sich auf eine große Meistererzählung einstellen muss, die allenfalls erst am Ende aufgeklärt wird. Kontextualisiert wird zunächst nur die Figur von Wolfgang Böck (der übrigens herrlich „vorarlbergert“), die auch den einzigen Bezugspunkt im Laufe des Krimi-Thrillers darstellt. Böcks Tat und Motivation wird zunächst deutlich herausgearbeitet, scheint recht klar zu sein. Die Unbekannte ist zunächst die Figur von Tobias Moretti, die nicht nur recht undurchsichtig bleibt, sondern auch ihre ganz eigenen Kämpfe ausficht. Morettis falsches Spiel mit Böck nimmt bald solche Formen an, dass der Überblick ziemlich verloren geht. Schließlich scheinen auch noch die anderen Hauptcharaktere, wie von Harald Schrott (bekannt aus Vier Frauen und ein Todesfall), Petra Morzé (die hier wie seit Antares nicht mehr glänzt) und Anna Unterberger (Am Ende des Tages) ihre ganz eigenen Ziele zu verfolgen. Kurz, man findet sich bald in einer verworrenen Erzählung gefangen, auch die Charaktere verlieren z. T. ihre Schlüssigkeit.
Freilich – durch die Anfangsszene weiß man ja, dass dies alles noch irgendwie zu einem halbwegs schlüssigen Ende führen muss. Aber manche Elemente (*Spoiler* etwa, wie Schrott allzu leicht die Seiten wechselt*Spoiler Ende*), erzielen nicht den beabsichtigten Überraschungsmoment, sondern sind schlechterdings unglaubwürdig.

Alles Fleisch ist Gras ist der bislang finsterste Teil der Landkrimi-Reihe. Das hat auch damit zu tun, dass, im Gegensatz zu den anderen Teilen, auf jeglichen Humor verzichtet wird. Aber vor allem wird eine düstere, fast schon drückende Atmosphäre zu erzeugen versucht. Und in solchen Momenten hat auch dieser dunkle Krimi seine hellen Momente.
61%
Fazit:
Obwohl Alles Fleisch ist Gras der bislang wohl engagierteste Teil der Landkrimi-Reihe ist, kann derselbe leider nicht in gleicher Weise wie Steirerblut und Die Frau in einem Schuh überzeugen. Der Verzicht auf jeglichen österreichisch-typischen Humor machte zwar den Weg für einen finsteren Psychokrimi bzw. -thriller frei: aber Regisseur Reinhold Bilgeri schafft es nicht ganz, die Handlungsstränge, Figuren und ihre unterschiedlichen Motivationen zu einem großen schlüssigen und vor allem durchwegs unterhaltsamen Gesamtbild zu vereinigen.

90%

Bildqualität


Bildformat: 16:9

Wie bei den anderen Landkrimi-DVDs gibt es auch bei dieser DVD nichts am Bild zu bemängeln. Farben, Schwarzwerte und vor allem die Schärfe überzeugen durchgehend.
80%

Tonqualität


Es sind zwei Tonspuren verfügbar
● Deutsch Dolby-Digital 5.1
● Hörfilm
Untertitel: Deutsch und Englisch. Die Thriller-Atmosphäre wird durch den Klang hervorragend gestützt. Der Film wurde sehr gut abgemischt. Der Hörfilm ist ein nettes Extra.
0%

Bonusmaterial


Leider müssen wir auf Extras verzichten.

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