HIDE

#205: Klimt


2006

Biographie, Drama

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Im Handel seit 05. 10. 2012


Die Bilder mögen das Auge verzaubern, sie berühren aber leider das Herz kaum.
Kritik von ( 238 ) am 04. 08. 2015 1 Kommentar
Klimt von Raúl Ruiz ist sofort mittendrin im Geschehen. Nicht mit Klimts Kindheit wird begonnen, wie es wohl viele andere Regisseure gemacht hätten, sondern mit traumartigen Erinnerungen eines Sterbenden.

Die Erinnerungen folgen zunächst keiner erkennbaren Ordnung. An was sich Klimt gerade erinnert, das wird – so scheint es – gezeigt. Als Maler, der viel Gold verwendete und die schönsten Frauen verewigte, ist er bekannt – und letzteres Thema wird auch ausführlich behandelt. Klimts Sexualität wird als ausschweifend erzählt; die vielen Kinder, deren Anzahl er nicht genau weiß, zeugen davon. Seine zweite, viel größere Leidenschaft ist die Malerei: der Künstler Klimt, eine durchaus unstete Seele, nimmt natürlich den größten Raum ein. Der Malvorgang selbst ist freilich nachrangig; Ruiz ging es eher darum, das gesellschaftliche und persönliche Klima zu zeigen, in dem solche Bilder entstehen konnten. Dabei bedient er sich durchaus surrealer Züge (wie es ja auch Klimt oft getan hat) und einer Menge Allegorien; vielleicht ist auch der Film am trefflichsten mit „Allegorie“ beschrieben.

Einstellen sollte man sich also auf eine surreal anmutende Erzählung, unterstützt von einer dauerhaft bewegten Kamera, nicht aber auf eine faktenabhakende Biographie. Wer sich mit diesem Zugang anfreunden kann, wird auf dem Weg zum Filmgenuss aber dennoch auf ein Hindernis stoßen: Man baut schwer eine emotionale Beziehung zu diesem Klimt oder auch nur zu irgendjemand anderen auf. Die Bilder mögen das Auge verzaubern, sie berühren aber das Herz kaum. An John Malkovich, der im Übrigen dem echten Klimt verblüffend ähnlich sieht, liegt es nicht. Vielleicht liegt es an der zu komprimierten Vortragsweise, zumindest in der Kinoversion des Films: Es existiert ein Director’s Cut, der ganze 30 Minuten länger ist und uns die Figuren mutmaßlich auch emotional näher bringt.
61%
Fazit:
Klimt ist ein ambitioniertes Künstlerportrait mit vielen Stärken, aber einer großen Schwäche, die leider recht schwer wiegt. Die verträumten Bilder nähern sich dem Innenleben des Künstlers großartig an, aber der emotionale Funke will dabei nicht überspringen.

70%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 wide

Das Bild macht einen ordentlichen Eindruck und entspricht durchaus den Erwartungen, die man an eine DVD stellen darf. DVD-High-End ist es dennoch nicht.
40%

Tonqualität


Der Ton muss leider insgesamt als enttäuschend bezeichnet werden. Klimt wurde zu einem Gutteil auf Englisch gedreht, aber auf vorliegender DVD wird nur die deutsche Tonspur in Dolby Digital 2.0 – also nicht einmal in 5.1 – angeboten. Die Synchronfassung ist immerhin in Ordnung.
10%

Bonusmaterial


An Extras liegen leider nur ein Kino- und TV-Trailer vor.

Kommentare (1)


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Filmfreak

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20.10.15 - 16:10
Sieht man auch nicht alle Tage Actor John Malkovich in so einer Produktion.

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