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#214: Der Atem des Himmels


2010

Drama, Geschichte, Romanze

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Im Handel seit 05. 10. 2012


Der Atem des Himmels ist als Debütfilm wirklich bemerkenswert, als abendfüllender Spielfilm aber nur Durchschnitt.
Kritik von ( 238 ) am 19. 09. 2015 0 Kommentare
Der erste Film des bekannten Popmusikers Reinhold Bilgeri, Der Atem des Himmels verspricht großes Kino. Eine dramatische Geschichte, für eine österreichische Produktion aufwändige Spezialeffekte und eine traumhafte Landschaft. Man darf gespannt sein.

Bilgeri hat den üblichen Weg von Filmemachern, nämlich mit kleinen Werken zu beginnen (wie etwa Wolfgang Murnberger mit Himmel oder Hölle) und sich dann zu größeren vorzuwagen, gleichsam übersprungen. Er probiert sich gleich am großen Werk. Dass er diesen Film unter diesen Vorzeichen überhaupt realisieren konnte, verdient Bewunderung und Anerkennung – es erklärt sich zumindest zum Teil mit dem Erfolg der gleichnamigen Buchvorlage, ebenfalls von Bilgeri.

Auch um Kosten zu sparen, setzte Bilgeri seine Ehefrau (Beatrix Bilgeri) und seine Tochter (Laura Bilgeri) als Darstellerinnen ein. Im Laufe des Films merkt man, dass Beatrix Bilgeri genau zu jenen Bildern passt, die ihrem Mann offenbar vorschwebten: Sie strahlt mit der grandiosen Landschaft und dem Dauerschönwetter gleichsam um die Wette. Heimatfilmromantik macht sich breit, unterlegt mit durchaus gelungenen harmonischen Klägen. Der beinharte Bergalltag ist zweifellos geschönt, dafür bekommt die Romanze mehr Raum. Ja, wenn da im letzten Viertel des Films nicht noch etwas Schreckliches passieren würde, dann wäre Der Atem des Himmels am Rande eines kitischigen Heimatfilms. (Dass noch etwas passiert, ist keine Überraschung; der Film wird als Rückblende erzählt.) Doch es gibt einen Bruch und alles ändert sich, auch in der Inszenierung. Gegen Ende hin wird alles größer, bombastischer, hektischer, aber leider nicht stringenter. Spannung kommt zwar auf, sie reicht aber nie an Spannungsspitzen vergleichbarer Bergfilme wie Nordwand heran. Um es auf den Punkt zu bringen: Zuerst ist alles hell, dann alles dunkel; wo Bilgeri den Zuseher emotional zuerst unterfordert, überfordert er ihn jetzt.
55%
Fazit:
Der Atem des Himmels ist als Debütfilm wirklich bemerkenswert, als abendfüllender Spielfilm aber nur Durchschnitt. Die Figuren sind holzschnittartig, die Inszenierung ist detailverliebt aber wenig stringent und der Fokus liegt doch etwas zu oft auf der – zweifellos – prachtvollen Kulisse. Dass die Kritiken schwanken verwundert nicht; wer sich auf ein spannendes Drama einstellt, wird enttäuscht sein, wer eine mit Tragik gewürzte Romanze erwartet, der wird an Der Atem des Himmels vielleicht Gefallen finden.

80%

Bildqualität


Bildformat: 16:9

Das Bild ist sehr gut, es stützt die Grundstimmung des Films hervorragend. Farb- und Schwarzwerte sind in Ordnung, man kann bei dieser DVD in bildlicher Hinsicht ohne weiteres zugreifen.
85%

Tonqualität


Geboten werden im Ganzen drei Tonspuren:
● Deutsch Dolby Digital 5.1
● Deutsch Dolby Digital 2.0
● Audiokommentar

Es bleiben keine Wünsche offen. Die Abmischung ist gelungen, und einen Audiokommentar sieht man bei einer österreichischen Produktion auch nicht alle Tage. Applaus!
75%

Bonusmaterial


Das Making-of hat eine ansprechende Länge (48 Minuten) und ist manchmal fast interessanter als der Film selbst. Bilgeri erzählt die Entstehungsgeschichte genau, auch in den Produktionsprozess (ein ganzes Dorf für den Film wurde nachgebaut!) erhält man Einblick. Wie in Hollywood!

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