Lasst uns den Meister jagen...
Kritik von ( 455 ) am 19. 10. 2015 2 Kommentare
Ein Flugzeug landet perfekt auf der Landebahn, und doch steigt niemand aus und es gibt auch keine Reaktion aus dem inneren des Fluggeräts. Liegt hier eine Flugzeugentführung oder gar ein Terrorakt vor? Warum auch immer geht man recht schnell davon aus, dass es möglicherweise eine Epidemie/Seuche sein könnte. Von daher schickt man die beiden besten Epidemiologen rein um zu sehen, was tatsächlich passiert ist. Über 200 Personen sitzen auf Ihren Sitzen und scheinen Tod zu sein...

Tja, man könnte hier noch ewig weiterschreiben und somit die Serie spoilern, aber das will natürlich keiner lesen. Vor allem nicht, da diese erste Staffel wirklich hervorragend erzählt, um was es wirklich geht. Ohne wirklich zu spoilern sei gesagt, dass es Vampire sind, die - nicht wie in den Twilight-Rosamunde-Pilcher-Versionen - auch wirklich unserer Vorstellung von den Blutsaugern entsprechen. Ok, teilweise wirken die Masken auch etwas witzig, aber das passt schon so. Nur der „Meister“ selbst enttäuscht etwas, wenn man ihm zum ersten Mal ins Gesicht blicken darf. Hier hätte man doch wohl erwarten können, dass man etwas mehr Detailverliebtheit an den Tag legt.

Die erste Season geht über 13 Episoden und erzählt mehrere kleine Geschichten, hauptsächlich über den Epidemiologen Dr. Ephraim Goodweather, die dann selbstverständlich alle zueinander finden. Mehrere Charaktere finden sich und nehmen den Kampf gegen die extrem hungrigen Blutsauger auf. Die Story selbst wird wirklich gut erzählt und hat einige gute Spannungsmomente, was recht schnell zu dem berühmten „Serienfieber“ führt. Langsam steigert sich die Intensität und findet dann in der letzten Episode NICHT wirklich ihren Höhepunkt. Warum, weil man leider zwei sehr große Fehler gemacht hat.

Es grenzt fast an Lächerlichkeit, wie lange sich der alte Bartträger Prof. Abraham Setrakian mit seinem silbernen Spazierstock-Schwert Zeit lässt, um den „großen Meister“ zu erledigen. Man hat das Gefühl, dass man in dieser Zeitspanne eher russisch gelernt hätte, als dass der alte Haudegen endlich die Klinge zum finalen Schwung ausholt.

Der zweite große Fehler ist das Ende selbst, das man nämlich ohne wirklichen Cliffhanger abschließt. Wären die ersten Episoden nicht so gut und interessant gewesen, man wüsste nicht wirklich, warum man sich die nächste Staffel ansehen sollte. Zumindest hat man es verabsäumt, mit einem tollen offenen Ende dafür zu sorgen, dass man es nicht erwarten kann, bis die nächste Staffel endlich über die Bildschirme flimmert.

Warum ich trotz dieser zahlreichen Kritikpunkte so eine hohe Wertung vergebe? Weil diese erste Staffel trotzdem wirklich gut war! Die Serie hat einfach das gewisse Etwas, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
87%
Fazit:
Endlich dürfen Vampire wieder Vampire sein. Vorbei sind die Zeiten, wo die Spitzzahn-Träger nur verliebt und sinnlos in der Gegend rumgestanden sind. Endlich sind sie wieder hungrig nach dem roten Saft des Lebens und stürzen sich auf alles, was noch Leben in sich hat. Es macht wirklich Spaß, Dr. Goodweather, Dr. Martinez, Prof. Setrakian, dem Rattenfänger und Thomas Eichorst zuzusehen.

Bitte auch meinen Kommentar dazu lesen!

The Strain - Staffel 1


2014

Drama, Horror, Thriller, TV-Produktion

Zur Filmseite

Im Handel seit 19. 11. 2015


Kommentare (2)


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Filmfreak
19.10.15 - 18:06
Erst einmal merci für deine gelungene Kritik zu Staffel 1, lieber Jürgen. War ich doch voller Vorfreude auf diese neue Vampirserie nach den 87% von dir zu Staffel 1, so wich nun meine anfängliche Euphorie sehr rasch und ging deutlich in den Keller, nachdem ich mir hier nun deinen Kommentar dazu gelesen habe, was ich für absolut essenziell halte, damit man nicht eine weitere Filmleiche zuhause liegen hat. Puuuhhh...

...da werde ich dann auf diese Serie gerne verzichten und mein Geld viel lieber in andere hochwertigere und sehenswertere TV-Serien stecken.

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eichi
19.10.15 - 13:27
Da es um die erste Staffel geht, wollte ich es nicht unbedingt in die Kritik einbringen. Finde aber, dass ich es zumindest hier erwähnen sollte:

Ich habe auch bereits die ersten Episoden der zweiten Staffel gesehen... meine Bewertung geht nun drastisch nach unten... ich würde für die neue Staffel bislang maximal 55% geben, ... und zwar aus vielen Gründen...

Es kommt zu immer mehr Nebengeschichten, die nicht wirklich sein müssten. Man merkt einfach, dass man Zeit schindet, weil es offensichtlich an Ideen fehlt. Das Niveau geht leider rapide zurück. Ein Charakter wurde mit einem anderen Darsteller besetzt, einer bekam einen neuen Synchronsprecher, der den gewohnten russischen Akzent gar nicht mehr einsetzt, ... die Effekte wirken schwächer, die Geschichten wiederholen sich, ... auch als Fan der ersten Episoden kann man nun nicht mehr wirklich glaubhaft argumentieren, warum - trotz massivem Vampir-Befall - New York bei Tag noch immer recht normal wirkt. Der Verkehr noch recht geordnet ist, Menschen ihrer Arbeit nachgehen usw.

Wie in der Kritik erwähnt, Staffel 1 war bis auf wenige Kleinigkeiten wirklich gut und interessant, die ersten Episoden der zweiten Staffel sind jedoch so eklatant schwächer geworden, dass ich wohl leider bald das Interesse verlieren werde...

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