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Rechtsausleger…
Kritik von ( 455 ) am 18. 01. 2016 2 Kommentare
Ob man will oder nicht, nach nur wenigen Spielminuten denkt man zwangsläufig sofort an „The Italian Stallion“ aka Rocky Balboa (Sylvester Stallone). Es ist nicht nur der Kampfstil, der hier von Hauptakteur Billy Hope (Jake Gyllenhaal bevorzugt wird - so lange einstecken, bis der Gegner resigniert bzw. die Wut zu groß wird und dann kräftig und zielstrebig austeilen, bis zum K.O. - der einen sofort an die bekannten Boxfilme vergangener Dekaden denken lässt, sondern auch die Beziehung zwischen Billy und seiner Frau Maureen (Rachel McAdams). Man wartet fast darauf, dass Billy im Ring nach seiner „Aaaddrriiiaaannn“ ähm Maureen brüllt. Da Billy auch noch ein Kind hat, sind somit auch die Familieverhältnisse gleich, wie damals bei den Balboas, nur das Billy eben eine Tochter hat.

Tja, wenn man schon damit begonnen hat, ist es schwer, wieder von den Vergleichen abzukommen. Auch in Punkto Intelligenz und Herz haben Billy und Rocky einiges gemeinsam. Vielleicht ist Billy noch etwas abhängiger von seiner Maureen, als Rocky es von Adrian war. Dumm nur, dass die Story rund um Billy Hope dahin geht, dass er auf Grund eines „Unfalls“ seine Frau und somit seine bessere Hälfte verliert. Klarerweise ist er nicht nur am Boden zerstört, er macht auch falsch, was man falsch machen kann. Vertraut seinem gierigen Manager, dem nur Maureen einhalt geboten hatte und verliert Haus, Hof und auch seine Tochter… und zwar ans Jugendamt.

Der Boxfilm driftet nun immer mehr in Richtung Drama ab, was ihm allerdings nicht wirklich schadet, da vor allem Gyllenhaal seiner Rolle gut gerecht werden kann. An seiner Seite weiß auch Forest Whitaker zu gefallen. Er übernimmt den angeschlagenen ehemaligen Box-Weltmeister und baut ihn nicht nur körperlich wieder auf, sondern gibt ihm auch einen Job und moralische Unterstützung.

Die Story ist alles, nur nicht neu. Doch durch die guten Schauspieler fällt das zum Glück nicht sonderlich stark ins Gewicht. Auch wenn man - wie bei den meisten Liebesfilmen - recht schnell die nächsten Szenen und Schritte errät, so ist man doch von der Atmosphäre des Films angezogen. Das Ende hätte vielleicht noch etwas mehr ausgearbeitet sein können bzw. man hätte vielleicht sogar mal riskieren können, ein anderes Ende zu zeigen.
83%
Fazit:
Immer wieder gibt es Filme, die das/die Genre nicht neu erfinden, aber trotzdem funktionieren wie sie eben sind und durchaus auch zu gefallen wissen. Auch Southpaw zählt zu diesen Filmen. Auch wenn der Film mit typischen Klischees gefüllt ist, ist er unterhaltend und dramaturgisch recht gut gelungen.


Kommentare (2)


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Filmosoph

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18.01.16 - 18:33
Jeder Boxer-Film muss sich mit "Rocky" und vielleicht noch "Wie ein wilder Stier" messen. Der hier scheint den Vergleich nicht scheuen zu müssen.

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18.01.16 - 21:16
Auf jeden Fall ist er sehenswert.