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Kritik von ( 95 ) am 08. 03. 2017 2 Kommentare
Ein Filmwerk, in dem Ben Affleck die Hauptrolle übernimmt, weckt in mir grundsätzlich Zweifel und senkt meine Erwartungshaltung bereits im Vorfeld immens. Auch wenn mir der Trailer zusagte, so kann alleine dieser eine Darsteller alles in Frage stellen.
Dabei möchte ich mich nicht falsch verstanden wissen! Ich empfinde Ben Affleck als Schauspieler durchaus großartig und liebe einige seiner Werke. Hierunter fanden zahlreiche den Weg in meine private Filmsammlung auf DVD oder Blu Ray. Trotzdem, finde ich, hat Ben Affleck "kein gutes Händchen" bewiesen, wenn es um die Auswahl weniger seiner bisherigen Rollen geht.
Ich hoffe jedoch immer, das auch er mit zunehmendem Lebensalter beginnt, die Drehbücher vorher noch feinfühliger zu lesen und das mögliche Resultat zu visualisieren.

Hat er dies nun im Film "The Accountment" umgesetzt?


Ben Affleck stellt den Buchhalter Christain Wulff dar, welcher sich bereits in jungen Jahren mit einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung konfrontiert sieht, bis hin zum Autismus. Sein Vater ist Berufssoldat in der Army. Er lobt und lebt aus diesem Grunde wohl auch die Methoden zur Erziehung und den dortigen Umgang mit Ängsten und Konflikten. Sein Sohn Christian wird daher mit seinen Problemen direkt konfrontiert. Eben das, was seine Störungen hervorruft, wird zur Gewohnheit. Des Weiteren lässt ihn sein Vater privat in der Kampfkunst unterrichten. Schonungslos, bis auf´s Blut. Aufgeben gibt es nicht.
Als Autist ist es die Eigenart Christian sich auf gewisse Dinge und Situationen starr zu fokussieren, also zeigt ihm sein Vater, wie er im Chaos aus Heavy Metal Musik und Stretoskoplicht seine Ruhe finden kann. Die Krankheit zu beherrschen.

Durch seinen Autismus ist Christian zu einem mathematischem Genie forciert. Er beherrscht das numerische Durcheinander. Ihm gelingt es mit Leichtigkeit in größtmöglicher Geschwindigkeit Ungleichheiten einer Zahlenreihe aufzudecken und deren Sprache der Logik zu lesen. Daher - und unter Berücksichtigung der beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten - wurde aus ihm ein begnadeter Buchhalter. Doch nicht irgendeiner, denn seine Dienste sind so ausgefeilt und spezifisch, dass nicht nur die größten Konzerne auf ihn zurückgreifen, sondern auch zwielichtige Unternehmer aus der Unterwelt. Selbstverständlich weiß Christian um die Gefahren die so mancher Job in sich birgt, ist aber auch hier durch seinen Vater bestens vorbereitet worden und in der Lage die oft gewalttätigen Konflikte entsprechend zu lösen.

Sein neuster Job scheint hingegen normal zu sein. Eine Firma stellte durch ihre eigene Buchhalterin Dana Cummings (gespielt von Anna Kendrick) eine Anomalie in der Bilanz fest. Also wird Christian beauftragt herauszufinden ob es wahr ist und wenn ja, wohin das Geld geflossen ist. Hierbei stellt der Buchhalter fest, in welchem kriminellen Sumpf das Unternehmen steckt.
Der aufmerksame Filmfan wird natürlich zu diesem Zeitpunkt bereits erahnen können, dass auch hier sich wieder eine Lovestory anbahnt. Dana Cummings & Christian Wulff.

Film und Darsteller


Die Story beginnt recht langsam und schleppend. Ist so aber auch zwingend nötig, um die erdachte Tiefe in das Werk zu bringen, das Verwirrspiel beginnen zu lassen und die Nebenhandlungen zu konstruieren. Sicherlich bei der Sichtung zunächst anstrengend, aber schnell wird klar, dass es nur so doch gut zusammenpasst und Entwicklungspotenzial mit sich bringt.

Zurück zu Ben Affleck kann man nur sagen: Perfekte Besetzung!
Er macht hier wirklich einen sehr, sehr guten Job ! Überzeugend und fesselnd. Ein Hauptdarsteller mit emotionaler Bindung. Es ist vielleicht von Vorteil, dass Ben recht wenig Dialog hat und mehr mit Mimik und Gestik punkten kann.
Auch der restliche Cast ist durchaus akzeptabel und konnte - zumindest mich - gänzlich überzeugen.

Zu Beginn der Sichtung wird also das Konstrukt zum Thriller festgelegt. Der Zuschauer bekommt die Möglichkeit die Story zu verstehen und sich emotional auf den Film einzulassen. Der harte Vater ist erst unsympathisch und später stellt man fest, dass ihm das Endergebnis recht gibt. Der (normale) Bruder sollte sich hierbei der Aufmerksamkeit des Zuschauers nicht entziehen.
Mit dem neuen Job in der Firma nimmt der Film an Fahrt auf. Aus der ruhigen Handlung wird nun ein kleiner Actionfilm und auch hier verdient Ben Affleck ein "Wow". Es bleibt dennoch weiter spannend.

Für besonders erwähnenswert halte ich die realistische Tonausarbeitung während der Feuergefechte. Wer eine attraktive Soundanlage an seinem TV Gerät sein eigen nennt, wird verstehen was ich meine. Vor allem, wenn man schon einmal gehört hat, wie eine automatische Waffe abgefeuert wird - auch mit Schalldämpfer. Wirklich beeindruckend. Bis hin zum Schließmechanismus und dem mechanischen Geräusch der Rückholfederung. Konsequent detailliert.

Als Leser meiner Kritik braucht man sich keine Sorgen machen, denn ich habe noch einiges nicht verraten, was den Film betrifft...
85%
Fazit:
Anfangs tat ich mich recht schwer mit dem Drama. Meine Vorurteile gegenüber Ben Affleck und meine recht niedrige Erwartungshaltung standen mir vermutlich selbst im Wege. Ich hielt jedoch durch und ab der Mitte wurde ich auch dafür belohnt. Die Umstände klären sich und es macht wirklich Spaß das entstehende Werk zu beobachten. Endlich erneut ein guter Streifen mit Ben Affleck (dessen Bruder in diesem Jahr seinen ersten Oskar bekam) der sich lohnt und der es sicherlich wert ist, in meiner Sammlung zu landen. Ich werde ihn noch mehrmals anschauen.

The Accountant


2016

Action, Krimi, Drama, Thriller

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Im Handel seit 05. 03. 2017


Kommentare (2)


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eichi
08.03.17 - 20:54
mano, da driften unser meinungen ja mal wieder voll voneinander ab ... du gibst doch glatt 85% und ich 86% ... wo bitte ist bei dir dieser 1% verloren gegangen?
kritik ist gut getroffen. ist hiermit freigegeben und genehmigt!

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Chev
08.03.17 - 22:47
Man kann nicht immer einer Meinung sein.
Danke das es trotzdem freigegeben wird.
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