90%
Kritik von ( 286 ) am 05. 06. 2011 7 Kommentare
Im Urwald Südamerikas kämpfen um 1750 spanische und portugiesische Conquistadores (Eroberer) um Macht und Einfluss. Der spanische Soldat Mendoza (dargestellt von Schauspielgröße Robert De Niro), bricht nach einem tödlichen Streit mit seinem Bruder sein bisheriges Leben. Er schließt sich darauf einer Jesuiten - Mission an, die von Vater Gabriel (verkörpert von Jeremy Irons) geführt wird.
Doch auch Vater Gabriel hatte es nicht einfach bei den Guaraní einen guten menschlichen Kontakt herzustellen. Schon sein Vorgänger wurde an ein Holzkreuz gebunden und in die Wasserfälle von Iguazú gestürzt. Mit Hilfe einer Oboe, das ebenfalls zum Leitmotiv des Films wird, nimmt Vater Gabriel Kontakt zu den Guaraní auf und gewinnt so ihr Vertrauen. Die Mission kümmert sich schließlich um die verfolgten Ureinwohner Südamerikas und nimmt sich derer an.
Mendoza findet sehr schnell seinen Seelenfrieden wieder in der aufopferungsvollen Arbeit der Dschungelmission.
Doch wie schon so oft im Leben triumphiert (leider) die Macht der Gewalt wieder zwischen den verschiedenen Völkern von Menschen, da die Guaraní sowie die Missionare den Interessen der Kolonialherren nicht beipflichten. Mendoza der bis dato keine Waffe mehr anrührte, geschweige denn ein Wildtier tötete muss sich erneut seiner Glaubensfrage stellen und sich fragen, ob er erneut zur Waffe für einen guten Zweck greifen soll oder nicht?
Unterstützung würde er noch in Fielding (von Schauspieler Liam Neeson verkörpert) erhalten, der den Kampf ebenfalls nicht scheut und somit den Ureinwohnern Südamerikas zur Hilfe eilen würde.
Vater Gabriel hingegen bevorzugt mit dem Glaube, der Hoffnung und den Gebeten diesem Krieg entgegen zu treten, er entsagt sich jeglicher Gewalt von Waffen. Doch der Krieg kennt bekanntlich keine Gnade...

Die schauspielerische Leistung der beiden Hauptdarsteller (De Niro & Irons) kommt in dieser Verfilmung wieder einmal sehr überzeugend und kraftvoll daher, besonders bei Robert De Niro mehr als bekannt. Vor allem die bewegenden Bilder von Verzweiflung, Buße und Versöhnung sprechen eine mehr als deutliche Sprache in dieser Geschichte. Schauspieler Liam Neeson kommt mit seiner Rolle leider ein bisschen zu kurz weg, von dem her erreicht er auch nicht die Präsenz von den beiden Hauptdarstellern.

Die Geschichte beschäftigte mich auch noch Stunden und Tage nach der Sichtung, da sie auf alle Fälle keine leichte Kost ist und dennoch sehenswert, trotz ein paar kleinerer Längen im Mittelteil der Geschichte. Der Film ist meinen Augen mehr als gelungen und berührt einen zugleich auch noch menschlich. Sobald man einen Bezug zu den jeweiligen Personen hergestellt hat, fiebert man auch schon mit den Missionaren mit und hofft auf einen glimpflichen Ausgang für die Guaraní.
Wenn dann in den jeweiligen Szenen der Score von Ennio Morricone insbesondere der markante Track „Gabriels Oboe“ über die Lautsprecher ertönt ist es um den Cineasten geschehen. Morricone weiß wie kein anderer mit seinen Musikkompositionen umzugehen und diese dem Zuschauer eindrucksvoll zu vermitteln.

Fazit:
Diese Geschichte fasziniert und besticht durch seine schönen aber auch erschreckenden Bilder, der Wandlung von Schauspieler Robert De Niro, sowie der überzeugenden Interpretation der Rolle von Jeremy Irons. Menschlich sehr berührend und auch fragwürdig zugleich. Kommt der Film zu Beginn eher leise und subtil daher, gleicht das Finale einem tosenden Wirbelsturm.
Für mich ein sehenswerter bzw. empfehlenswerter Film, der aber wahrscheinlich nicht jedem gefallen wird.


80%

Bildqualität


Bildformat: 2,35:1 (anamorph / 16:9)

Das Bild ist für eine Produktion aus dem Jahre 1986 sehr ordentlich ausgefallen. Natürlich gibt es hin und wieder ein paar Bildfehler, oder in diversen Szenen geht manches Mal der Detailreichtum etwas verloren. Auch wirken die Farben nicht immer ganz so frisch und bunt. Dies ist allerdings jammern auf hohem Niveau für mein Dafürhalten, denn gegenüber der EuroVideo - Version kann hier die Arthaus - Variante von Kinowelt deutlich punkten und ein wesentlich besseres Bild bieten.
Das Upscaling meines BD-Players leistete hier ganze Arbeit.
80%

Tonqualität


Diese Sprachvarianten findet man auf der DVD in der Dolby Digital 5.1 Variante wieder:
-Deutsch
-Englisch

Außerdem gibt es noch Deutsch als Headphone Surround. Es lässt sich ebenfalls noch ein deutscher Untertitel dazu einblenden.

Das Standardtonverfahren in Dolby Digital 5.1 bietet auf dieser Disc einen ordentlichen räumlichen Klang bei dem es nichts auszusetzen gibt. Wenn dann noch die Filmmusik von Ennio Morricone spielt harmoniert einfach alles prächtig zusammen.
100%

Bonusmaterial


Mehr Bonusmaterial geht zu solch einer Verfilmung wohl nicht! Die Arthaus Premium – Variante kommt in einem schicken Digipak mit Booklet daher, sowie zwei DVD’s auf die man folgendes presste:

Disc 1:
-Hauptfilm
-Audiokommentar von Regisseur Roland Joffé
-Fotogalerie
-Weitere Highlights

Disc 2:
-Trailer
-The Making Of „The Mission“
-Analyse der Filmmusik
-Die Hintergrundgeschichte zum Drehbuch
-Auszeichnungen
-Noch mehr Highlights (Anspieltipps)
-Starinfos zu Roland Joffe, Robert De Niro, Jeremy Irons und Ennio Morricone

Kommentare (7)


Beitrag schreiben


Filmfreak
08.06.11 - 23:27
Darauf einlassen, sind die passenden Worte für diesen Film.

Antwort abgeben

Filmosoph
08.06.11 - 23:26
Wenn ich so nachdenke, ist der Film wirklich ganz großes Kino. Es passt einfach alles. Jeremy Irons war nie besser. Und die Musik - ich hab mir den Soundtrack gleich darauf zugelegt.. Wahnsinn

Ganz großes Arthaus Kino - zurücklehnen und sich darauf e i n l a s s e n

Antwort abgeben

Filmosoph
08.06.11 - 23:25
Wenn ich so nachdenke, ist der Film wirklich ganz großes Kino. Es passt einfach alles. Jeremy Irons war nie besser. Und die Musik - ich hab mir den Soundtrack gleich darauf zugelegt.. wahnsinn

Antwort abgeben

Filmfreak
08.06.11 - 15:34
Ist auf alle Fälle etwas besonderes der Streifen. Bin gespannt ob und wie er Dir dann am Ende gefallen wird, Jürgen?
(wenn Du ihn irgendwann einmal sichten wirst )

Antwort abgeben

eichi
08.06.11 - 15:32
ihr macht mir den film ja richtig geschmackig, ... zuhause hab ich ihn ja schon, ... nur gesichtet eben leider noch nicht!

Antwort abgeben

Filmfreak
08.06.11 - 15:30
Das freut mich, Markus. Ja ich habe auf einen entsprechenden Comment von Dir schon gewartet, nach Deinem Filmkommentar zu urteilen.
Uns trennt ja nur ein halber Punkt.

Antwort abgeben

Filmosoph
08.06.11 - 15:28
Ich sehe es sogar noch besser: (1) Die Arthaus Version ist ein Hammer. (2) Einer der besten Filme die ich kenne.

Antwort abgeben

Detailsuche:
Foren:

Star Wars: The Rise of Skywalker, 2019

mit Daisy Ridley, ...

vor 3 Tagen von eichi 2


Bel Canto, 2018

mit Julianne Moore, ...

vor 3 Tagen von eichi 1


Playmobil: Der Film, 2019

mit Anya Taylor-Joy, ...

vor 3 Tagen von eichi 1


Greta, 2018

mit Chloë Grace Moretz, ...

vor 3 Tagen von eichi 2


Big Little Lies - Staffel 2

mit Reese Witherspoon, ...

vor 5 Tagen von eichi 1

Dauerhaft
Amazon Prime Unbegrenzter Seriengenuss