Das Leben ist Schön


1997

Krieg, Drama, Romanze

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Im Handel seit 08. 12. 2011


100%
Kritik von ( 286 ) am 12. 12. 2011 2 Kommentare
Guido Orefice (Roberto Benigni) ist ein junger lustiger und lebensfroher Mann jüdischer Abstammung, der sein Leben immer wieder auf die eine oder andere humorvolle unvergleichliche Art und Weise meistert. Seinen Unterhalt verdient sich Guido mit einer Buchhandlung. Wie durch ein Zufall lernt er eines Tages seine Traumfrau Dora (Nicoletta Braschi) kennen, die er wann immer er sie auch sieht liebevoll „geliebte Prinzessin“ nennt. Dora ist als Lehrerin tätig und bereits für einen anderen Mann fest eingeplant. Beide gehen sich gegenseitig jedoch nicht mehr aus dem Kopf und so macht ihr der „verrückte“ (im positiven Sinne gemeint) Guido den Hof. Es dauert nicht lange und beide sind Feuer und Flamme füreinander, schließlich heiraten sie, gründen eine Familie mit dem kleinen Giosué (Giorgio Cantarini). Giosué hingegen vergnügt sich in seiner Freizeit mit einem Spielzeugpanzer, dessen Bedeutung erst im zweiten Teil der Geschichte sehr deutlich wird. Die Eltern gehen ihrer Arbeit nach und sind ihres Lebens einfach froh und glücklich, bis ja bis zu einer gewissen grausamen Zeit am Rande des Zweiten Weltkriegs, bei dem für Familie, Liebe und gemeinsames Glück zu keiner Zeit irgendwie Platz gewesen ist.

Eines Tages werden Vater und Sohn mit einem großen Laster abgeholt und für den kleinen Giosué in ein merkwürdiges Lager gebracht. Guidos „geliebte Prinzessin“ lässt sich ebenfalls freiwillig in das Lager bringen. Ein Ort der für den kleinen Giosué und die anderen Betroffenen kalt, hart, streng und alles andere als gemütlich ist. Um seinen Sohn vor der grauenvollen Realität zu bewahren und diesen außerdem zu schützen, bereitet Guido ihn auf ein kompliziertes Spiel vor, für die noch anstehende Zeit. Um als Sieger aus diesem Spiel hervor zu gehen, müssen sie die Regeln genau befolgen und einhalten, um am Ende einen echten Panzer zu gewinnen, so der Vater zu seinem Sohne. Guido unternimmt in dieser Zeit wirklich alles um Giosués Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und die Fassade des Scheins zu wahren, doch auch der lebensfrohe und lustige Guido wird von der Zeit des Krieges eingeholt und hat jedoch bis zum Schluss ein Lächeln für seinen Sohn übrig...

“Dies ist meine Geschichte, dies ist das Opfer, welches mein Vater erbracht hat, dies war sein Geschenk an mich.“


Diese unglaubliche Inszenierung von und mit Roberto Benigni wird in zwei Handlungsabschnitten dem Filmvirtuosen näher gebracht. Im ersten Abschnitt ist es eine wunderbar gefühlvolle, verrückt und absolut lustige aber auch tiefgründige Romanze mit beinahe schon märchenhaften Untertönen, welche das Leben wohl nicht passender beschreibt, der Filmtitel wird dabei zum Programm.
Der zweite Abschnitt endet in einer bitterbösen Tragödie, in der man zu Tränen gerührt wird, die Handlung der ersten Filmhälfte scheint von dem der zweiten nahezu in Grund und Boden gestampft zu werden, diese wird sprichwörtlich vernichtet bzw. ausgemerzt, wie die damaligen Leben und Holocaust-Opfer des Krieges, ohne Rücksicht auf Verluste. Man wird wie paralysiert vor dem Fernseher sitzen und kann nur noch mit dem Kopf schütteln und findet beinahe keine Worte für diese (un)menschlichen Taten und doch wurden sie verübt!

Gerade in der ersten Filmhälfte, in der diese Produktion für den Cineasten einfach nur schön und absolut „anders“ in seiner Inszenierung daher kommt, sollte man ihr trotz alledem mit jenem entsprechenden Respekt und Ernsthaftigkeit gegenübertreten, da Roberto Benigni einen Film ablieferte, der auf eine ganz besondere und spezielle Art und Weise Kinobilder zeigte für die unverbrüchliche Würde der Holocaust-Opfer.

Fazit:
Roberto Benignis dreifach preisgekrönter Film mit dem Oscar, sollte man nicht nur gesehen, sondern auch in seiner Filmsammlung haben. Aufgrund seines einzigartigen und für immer unerreichbaren Inszenierungsstils zählt dieser für mich zu einem der besten Filme aller Zeiten!

70%

Bildqualität


Bildformat: 1,85:1 (anamorph / 16:9)

Das Bild muss bei der Bewertung leider ein paar kleinere Kritikpunkte einstecken, da es mit aktuellen Produktionen in Punkto Bildqualität nicht ganz mithalten kann. In der Gesamtheit gesehen hinterlässt das Bild einen durchweg ordentlichen Eindruck, jedoch ist die Farbwahl in einigen Szenen eher im natürlichen Bereich gehalten, ein durchgängig kräftiges und sattes Bild besitzt diese Produktion nicht immer. Der Schwarzwert befindet sich auf einem gehoben oberen Niveau. In manchen Szenen ist das Filmkorn etwas gröber. Bildrauschen oder Bildstörungen wurden keine festgestellt.
Trotz der genannten Kritikpunkte ist das wieder einmal jammern auf hohem Niveau, da man von dem HD-Medium mittlerweile schon sehr verwöhnt ist, daher schafft es das Bild bei dieser Produktion auch auf seine 3,5 Popcornbecher.
70%

Tonqualität


Folgende Sprachvarianten mit dazugehörigem Tonformat finden sich auf dieser Arthaus-DVD:
-Italienisch Dolby Digital 5.1
-Deutsch Dolby Digital 5.1

Untertitel: Deutsch

Bei dieser Produktion sind die Rear-Speaker wesentlich leiser abgemischt als ihr Pendant - die Frontvariante. Daher fehlt es der gesamten Produktion leider immer wieder an einem gut hörbaren voluminösen Surroundklang. Ansonsten gibt es gegen das Standardtonformat nichts einzuwenden.
80%

Bonusmaterial


Das Bonusmaterial kann sich bei Arthaus-Produkten stets sehen lassen, so auch bei dieser VÖ. Folgende Features findet man auf dieser DVD:
-Making Of
-Hinter den Kulissen
-Interviews mit Roberto Benigni & Nicoletta Braschi
-Trailer
-Weitere Highlights

Diese italienische Produktion ist zudem mit einem Wendecover ausgestattet.

Kommentare (2)


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Filmfreak
12.12.11 - 19:53
Danke schön Luky für Deine Worte. Gerne doch.
Ein für mich unglaublicher Film von seiner gesamten Art und Machweise, eine Produktion wie ich sie bis dato noch nie gesehen habe und zu 100% auch nicht mehr sehen werde! Ein Filmjuwel wie kein zweites, das seinesgleichen sucht!
Meisterhaft!!!

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kurenschaub
12.12.11 - 18:48
Ich gratuliere Dir zu dieser Kritik und freu mich total darüber.
Solche wunderschönen Filmkritiken kommen immer nur dann zustande, wenn man wirklich von ganzem Herzen in einen Film hineingekrochen ist - du scheinst hier gerade noch heraus gefunden zu haben - und mir erging es nicht viel anders.
Dieses Meisterwerk wackelt nicht im geringsten und gehört zu meinen Top Ten Movies.
Danke für diese trefflichste Kritik!!!

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