Georg Hoanzl im Interview mit FE

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Wer sich mit dem österreichischen Film beschäftigt, kommt am Namen Hoanzl nicht vorbei. Eine maßgebliche Beteiligung an den Erfolgsprojekten der Gegenwart, aber auch die Aufbereitung und Veröffentlichung von Klassikern sind zum Markenzeichen von Hoanzl geworden. Dankenswerterweise erklärte sich der Gründer und Geschäftsführer Georg Hoanzl zu einem Gespräch mit Filmempfehlung.com über die aktuellen Entwicklungen im österreichischen Film bereit.


Filmempfehlung.com (FE): Die Edition Der Standard trägt ja den Reihentitel Der österreichische Film. Unter den nun bereits 220 Titeln befinden sich ja auch einige, welche nicht Deutsch als (Haupt-)Sprache haben, auch die österreichischen Darsteller sind in einigen Titeln nicht unbedingt in der Mehrheit. Wie würden Sie den "österreichischen Film" nun definieren?

Georg Hoanzl (GH): Der Österreichische Film definiert sich für mich emotional über das Mitwirken einer oder mehrerer Kreativen in bedeutender Funktion, sei es als Produzent, Regisseur, Darsteller oder Drehbuchautor. Bei so einer offenen Definition ist ein Zusammenarbeiten über Ländergrenzen hinaus selbstverständlich.

FE: Dies führt uns natürlich zur Frage, wie die Auswahl der Filme getroffen wird. Gibt es mittlerweile so etwas wie eine Routine, wann ein Film in die Reihe aufgenommen wird?

GH: Die Auswahl erfolgt durch unabhängige Kuratoren: Dominik Kamalzadeh (Der Standard), Ernst Kieninger (Filmarchiv Austria) und Claus Philipp (Stadtkino Wien). Wann ein Film aufgenommen wird erfolgt ausschließlich aufgrund der Auswahl der Kuratoren. Nach dieser Auswahl stellt sich die ganz pragmatische Frage, ob diese Filme auch rechtlich verfügbar sind.

FE: Dass die Reihe ohnehin fortgesetzt wird, davon kann man ausgehen. Sind in näherer Zukunft aber auch Blu-ray-Releases aus dieser Reihe, etwa der neueren Titel, zu erwarten?

GH: Eine verständliche Frage. Blu-ray Veröffentlichungen sind vorerst aufgrund des kleinen österreichischen Marktvolumens und den Vorkosten leider noch nicht möglich. Es ist schon ein „Kunststück“ diese im europäischen Vergleich einzigartige regionale Edition als DVD Reihe im Markt zu halten.

FE: Was auffällt, ist die große Genre-Breite unter den Titeln. Inwiefern ist die Reihe ein Spiegel des österr. Filmgedächtnisses, abzüglich natürlich der Fernsehproduktionen?

GH: Durch die bisher 220 veröffentlichten DVDs mit 234 Lang- und 68 Kurzfilmen (insgesamt 342 Stunden Filmmaterial) ergibt sich in einer gewissen Form ein Spiegelbild, das natürlich seine Lücken hat, aber ganz Vieles, was bisher in dieser Weise unveröffentlicht war, sichtbar macht.

FE: Die Breite lässt in jeder Hinsicht, auch angesichts von "Blockbustern" wie Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott, für den österreichischen Film hoffen. Wie sehen sie - allgemein - die Perspektiven für den österreichischen Film?

GH: Immer besser aufgrund des großen inhaltlichen Interesses des Publikums und dem großen Potential der Kreativen - vom Produzenten, über die Buchautoren, Regisseure, Schauspieler und allen anderen kreativ Beteiligten.


Kommentare (1)


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Filmfreak
15.01.13 - 21:00
Feine Sache mit diesem Interview für FE, dazu auch noch aufschlussreich bezüglich der österreichischen Produktionen für den Heimbereich bezüglich jetzt und in absehbarer Zukunft.

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