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"ELECTRIC BOOGALOO" - Dokumentation über Cannon Films

Bildrechte: © Ascot Elite
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Rohrkrepierer, Sexbomben und Trashgranaten - Feuer frei für Cannon Films.

Wer in den 80er Jahren schon so alt war, dass er Videotheken unsicher machen konnte, dem wir das Logo von Cannon Films mehr als nur ein Begriff sein. Hinter der Filmfirma standen zwei Cousins, Menahem Golan und Yoram Globus. Beide aus Israel. Israel und Filme? Da kommen einem doch nur die Eis am Stiel-Filme in den Sinn, oder? Dann liegt ihr komplett richtig, denn auch für diesen enormen Erfolg zeichnen sich die beiden Cousins verantwortlich. Mit dem daraus resultierenden Erfolg machten sich die Beiden auf, um Amerika zu erobern, was ihnen auch gelang. Die 80er Jahre gehören ganz klar Cannon Films. Passend zum Namen - "Cannon' - feuerte das Filmstudio eine Trashproduktion nach der anderen auf die Kinoleinwände und in die Videotheken. Electric Boogaloo: The Wild, Untold Story of Cannon Films nimmt sich dieser Zeit und diesen Produktionen an, um unterhaltsam den Werdegang des längst schon kultigen Filmstudios zu erzählen.

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Die große Dekade von Cannon Films stellen wir euch hier nun mit je einem ihrer "Meisterwerke" pro Jahr vor:

1980 - Schizoid

Die frühe Cannon-Produktion für den amerikanischen Markt kann mit Klaus Kinski in der Hauptrolle nominell richtig auftrumpfen. Regisseur David Paulsen bedient sich für seinen Thriller um einen gefürchteten Messermörder sowohl bei Hitchcocks Psycho, als auch beim italienischen Giallo-Genre – man kann aber nur rätseln, ob letzteres auch bewusst geschah. Eine gewisse Klasse kann man Schizoid nicht absprechen, natürlich vor allem wegen dem unnachahmlichen Klaus Kinski.

1981 - Ninja, die Killer-Maschine

Erster Film der Ninja-Trilogie aus dem Hause Cannon und Beginn einer Ninjafilm-Welle Anfang der 80er-Jahre. Franco Nero wurde eher zufällig auf dem Manila Film Festival gecastet, und die Frage, ob er nun ein Ninja ist oder nicht, stellt sich nicht nur im Film, sondern auch unter den Beteiligten. Selbst Nero sagt dazu: „Keine Ahnung, habe nie einen Ninja gesehen.“

Dazu passender Ausschnitt aus Electric Boogaloo


1982 – DER MANN OHNE GNADE

Sieben Jahre nach dem Selbstjustiz-Thriller „Ein Mann sieht rot“, schlüpft Charles Bronson erneut in die Rolle von Paul Kersey, der das Gesetz auf blutige Weise selbst in die Hand nimmt. Moralisch zwar heftig umstritten, erhielt die Death Wish-Reihe bis 1993 noch weitere drei Teile. Für den Soundtrack zu „Death Wish II - Der Mann ohne Gnade“ wurde Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page für die Goldene Himbeere nominiert.

Dazu passender Ausschnitt aus Electric Boogaloo


1983 – HERKULES

Ein Film für die Götter: als Familienfilm geplant, aber unter dem Motto „Sex sells!“ verwirklicht, geriet Cannons Adaption der griechischen Mythologie mit hanebüchenen Spezialeffekten zum bescheidenen, aber respektablen Kassenschlager. Ob der als „Der unglaubliche Hulk“ bekanntgewordene Muskelprotz Lou Ferrigno von der gewonnenen Goldenen Himbeere satt geworden ist, weiss nur Göttervater Zeus.

1984 – BREAKIN‘

Breakin‘ ist ein gutes Beispiel, wie Cannon-Mastermind Menahem Golan aus Trends einen Film machen konnte. So auch zum gerade aufkommenden Phänomen Breakedance. Breakin‘ war einer der ersten Filme über die junge Subkultur, musste sich aber trotz enormen Erfolgs dem im gleichen Jahr erschienenem Beat Street geschlagen geben. Rapper Ice-T hat hier seinen ersten Filmauftritt, als er selbst.

1985 – MISSING IN ACTION 2 – DIE RÜCKKEHR

Wer wissen will, was es mit den berühmten Chuck Norris-Witzen auf sich hat, muss ihn sich nur als Colonel Braddock in der Missing in Action-Reihe ansehen. Die Ein-Mann-Kampfmaschine steht sinnbildlich für sein berüchtigtes Image. Zeitlich vor dem ersten Teil gedreht, ist Missing in Action 2 eigentlich ein Prequel und sollte auch zuerst erscheinen. Nach diversen Testsichtungen entschied Menahem Golan aber anders. Wenig subtil und moralisch zweifelhaft sind aber beide.

Dazu passender Ausschnitt aus Electric Boogaloo


1986 – DIE CITY-COBRA

Der erste von zwei Cannon-Filmen mit Sylvester Stallone, mit Brigitte Nielsen auch weiter prominent besetzt, war ein großer kommerzieller Erfolg. Für Stallone, der hier seine Vorstellung des Beverly Hills Cops umsetzen konnte, war es nach den Rambo- und Rocky-Filmen der erfolgreichste Actionfilm des Jahrzehnts. Kurz nach den Dreharbeiten heirateten er und Nielsen. Das private Glück liess beide sicher über ihre Nominierungen für die Goldene Himbeere hinwegkommen.

1987 – MASTERS OF THE UNIVERSE

Die Idee einer Realverfilmung einer Actionfiguren-Serie war 1987 durchaus innovativ und vielversprechend. Und nachdem Dolph Lundgren als Ivan Drago in Rocky IV einige Berühmtheit erlangte, war in dem schwedischen Hünen auch der perfekte He-Man gefunden – Lundgrens erste Hauptrolle. Dennoch fiel der verhältnismässig aufwändig produzierte Streifen bei Kritikern wie Kinobesuchern durch und gilt als Anfang vom Ende von Cannon Films.

1988 - BLOODSPORT

Der lose auf der Lebensgeschichte des Kampfsportlers Frank Dux basierende Film war der Durchbruch für Jean-Claude Van Damme. Dafür musste der Belgier im wahrsten Sinne des Wortes selbst Hand anlegen: nach einer katastrophalen ersten Schnittfassung setzte Van Damme sich selbst öfter und die Kampfszenen dynamischer in Szene – mit Erfolg! Bloodsport wurde einer der erfolgreichsten Martial-Arts-Filme weltweit und auch einer der erfolgreichsten Filme von Cannon.

1989 – KARATE TIGER 3 – DER KICKBOXER

Verständlich, dass Cannon nach dem Erfolg von Bloodsport wieder auf Martial-Arts mit JCVD setzte. Nicht so verständlich ist die Namensgebung im deutschsprachigen Raum. Im Original als Kickboxer erschienen und Auftakt einer fünfteiligen Reihe, hat der Film mit der Karate Tiger-Reihe (im Original No Retreat, No Surrender) nichts gemeinsam, außer das Genre und Van Damme im jeweils ersten Teil. Und auch wenn sich Kritiker wieder ungnädig gaben, wurde der Film ein Kassenschlager.

Wer stammt von euch noch aus dieser Zeit oder kann sich zumindest auch gut an Cannon Films und ihre Produktionen, Videotheken und Videokassetten erinnern?

Kommentare (2)


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Filmfreak
10.10.15 - 18:15
Klar, kenne ich als langjähriger Filmfan (immerhin schon 27 Jahre) natürlich die Filme von den Cannon Films. Besitze ja auch die meisten davon auf DVD's, aber noch davor kennengelernt von meinem Dad auf VHS. Das waren noch Zeiten...

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Filmosoph
21.04.15 - 20:16
Was Muss muss!

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