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Jafar Panahi: Deutsche Filmakademie kritisiert Verhaftung

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Vergangenen Montag wurde der iranische Regisseur Jafar Panahi gemeinsam mit seiner Ehefrau, seiner Tochter und 15 Gästen in Teheran verhaftet. Dem Regierungskritiker und bekennendem Anhänger des Oppositionsführers Hossein Mousavi wird diffus vorgeworfen, einige Verbrechen begangen zu haben - welche genau das sein sollen, darüber wahrt Staatsanwalt Abbas Dschafari stillschweigen. Die Verhaftung stünde aber keineswegs im Zusammenhang mit seinen politischen Ambitionen oder seiner künstlerischen Arbeit.

Zahlreiche Künstler und Persönlichkeiten aus der Filmbranche haben sich bereits zu Wort gemeldet und die Festnahme kritisiert. So etwa der Direktor der Berlinale Dieter Kosslick: »Wir sind besorgt und bedauern zutiefst, dass ein mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneter Regisseur aufgrund seiner künstlerischen Arbeit in Haft genommen wird.«

Nun fordern auch einige Vorstandsmitglieder der Deutschen Filmakademie die sofortige Freilassung des Regisseurs. »Die Kollegen in Iran sollen wissen, dass wir Filmschaffenden im Ausland nicht wegschauen, wenn ihnen Unrecht geschieht«, sagte die Schauspielerin und stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Filmakademie Jasmin Tabatabai.

Schon im Juli 2009 wurde Jafar Panahi kurzzeitig festgenommen, als er an einer Trauerfeier für eine getötete Studentin teilnahm. Dieses Jahr sollte er als Ehrengast bei der Berlinale erscheinen, doch die iranische Behörde verweigerte ihm die Ausreise. Wann Panahi freigelassen und was ihm vorgeworfen wird, ist weiterhin ungewiss.

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