Hosted by World4YouMontag, 16. Juli 2018 1 News 3 Filme
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Unsere Kritik zu Das Leuchten der Stille

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Wer Nicholas Sparks' Geschichten kennt, weiß: Liebe zerfließt. Manchmal schnell und unaufhaltsam wie Wasser, das durch eine offene Hand fließt. Manchmal so langsam und sanft wie Sand, der durch die Finger fällt. Stets ist ihr Niedergang schmerzlich, aber auch mit der Chance eines Neuanfangs verbunden. Der neue auf einem Buch von Sparks basierende Film »Das Leuchten der Stille« ist da keine Ausnahme - es geht um Liebe, um Romantik, um Schicksal, um Schmerz.

Im Zentrum steht der US-Soldat John (Channing Tatum), der in Deutschland stationiert ist, seinen Urlaub jedoch in den Staaten verbringt. Am Strand trifft er auf Savannah (Amanda Seyfried), mit der er sich prächtig versteht. Langsam kommen sich die beiden im Mondschein näher und können alsbald nicht mehr ohneeinander. Obwohl das der Beginn der eigentlichen Handlung ist, lässt Regisseur Lasse Hallström John und Savannah genügend Raum, um sich zu verlieben - er drängelt nicht. Noch nicht. Erst als sich ihre freien Tage dem Ende zuneigen und sie getrennte Wege gehen müssen, beginnt »Das Leuchten der Stille«, schnellere Passagen einzubauen. Fortan bleiben sie im Briefkontakt und leben ihr bisheriges Leben weiter - mehr oder weniger. Von Savannahs Alltag bekommen wir kaum etwas mit und der des Soldaten beschränkt sich klischeehaft darauf, auf Post zu warten und auf dem Feldbett zu sitzen. Der nötige und erwartbare Tiefgang tritt schlichtweg nicht ein. Die Fernbeziehung hätte auf Probleme aufgrund der Entfernung stoßen sollen, es hätte Verführungen für beide geben müssen, es hätte etwas vollkommen Unerwartetes und Dramatisches eintreten können.

das leben

Moment... doch, doch da gibt es etwas! Schon am Filmanfang wird John niedergeschossen, woraufhin die Geschichte episodenhaft erzählt wird. Die Schießerei wird allerdings so plump und rasant aufgeplustert und wieder beendet, dass sie nicht mehr als eine Schlüsselszene zur Rechtfertigung der Erzählung bleibt. Dieser Eindruck wird zum grundsätzlichen Problem des Regisseurs: So intensiv und langsam wie er die Liebesbeziehung aufbaut, so schnell und gefühllos lässt er wichtige Geschehnisse eintreten. Dasselbe tut er mit den Anschlägen auf das World Trade Centrum am 11. September 2001, derentwegen die Öl-Sau Bush in den Nahen Osten einfällt und John das Leben unnötig schwer macht. Wie meint ihr inszeniert Hallström das? Mit einmaligen Bildern? Nö! Er lässt die Kamera einfach für ein paar Sekunden auf einen Fernseher richten, in dem die brennenden Bürogebäude zu sehen sind. Fertig. Also bitte, ein wenig mehr Kreativität wird man erwarten dürfen!

Einen guten Riecher hat der schwedische Regisseur lediglich dann, wenn es darum geht, zwischenmenschliche Beziehungen einzufangen. Neben der Story um Savannah und John wird noch die ein oder andere Nebengeschichte erzählt, die zwar allesamt nicht vor Innovation strotzen, aber meist dennoch unter die Haut gehen. Loben muss man Hallström und die Produzenten auch für die Castwahl: Amanda Seyfried sieht aus und spielt wie das süße Mädchen von nebenan. Und Channing Tatum passt hervorragend in die Rolle des Soldaten, dessen Vergangenheit ihn manchmal plagt und der einen etwas schüchternen Schauspielstil an den Tag legt, der ihn umso sympathischer macht.

Fazit:
Warum war nur Lasse Hallström Regisseur? Warum nicht Zach Braff, der bei »Garden State« fabelhafte Regieanweisungen gab? Oder Richard LaGravenese von »P.S. Ich liebe dich«? Alles Jammern hilft nichts und so muss »Das Leuchten der Stille« als das betrachtet werden, was er ist: Ein halbherziger Liebesfilm für Tragikromantiker, dessen größte Stärke der Cast ist.

Wertung: 6,5/10

Kommentare (4)


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GASTBEITRAG
30.12.11 - 01:02
Der Film ist sehr schön. Einfach zum heulen und er bewegt einen sehr. Die Darsteller passen super und das ist einer der wenigen Filme die ich mir noch 12834 mal anschauen werde!

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GASTBEITRAG
13.08.10 - 16:50
Ich finde den Film klasse!
Ist eben ein richtiger Frauenfilm und am besten sollte man sich die Tempobox bereit stellen !

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Filmfreak
10.05.10 - 09:31
Kann mich da den Worten von eichi nur anschließen, nur schade dass dieser Film in der Bewertung so schwach abgeschnitten hat!

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eichi
09.05.10 - 12:23
sehr gute kritik, daniel (hatte auch nichts anderes erwartet). ohne den film gesehen zu haben, hätte ich ihn bereits vorher so eingeschätzt.

wenn überhaupt, wird der film vielleicht mal auf dvd/blu-ray gesehen.

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