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Special-Review: Iron Man 2 (Videospiel)

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Kaum eine andere Filmfigur wird derart oft verhunzt als Adaption in ein Videospiel gesteckt als der Superheld. Doch nicht immer muss das ein schlechtes Omen sein: »Batman« funktioniert zum Beispiel wunderbar. Das erste »Iron Man«-Game hingegen wollte nicht so recht gefallen. Kürzlich erschien »Iron Man 2« im Kino und wir haben uns das zum Anlass genommen, das gleichnamige Konsolenspiel unter die Lupe zu nehmen.

Good vs. Evil

Des Helden Gegenspieler sind natürlich immer die Bösen. Diesmal haben sie sich erlaubt, die lernfähigen Jarvis von Tony zu kopieren und für ihre Zwecke zu verwenden. Wahlweise in den Metallanzug von Iron Man oder War Machine schlüpfend, ist es eure ehrenvolle Aufgabe, die Weltbevölkerung vor den Bösewichten zu schützen. Klar, das ist mit Sicherheit keine Handlung die vor Innovation strotzt, aber hey - es ist nur ein Lizensspiel, das irgendwie dem Konzept gerecht werden möchte. Während die Story deshalb in Ordnung geht, hat »Iron Man 2« weit gravierendere Probleme, die nur schwer verkraftbar sind. Als erstes fällt hierbei die Grafik negativ auf, die eher an ein PS2- als an ein Next-Gen-Spiel erinnert. Bis auf die Protagonisten und die Endbosse, die beide grafische Highlights darstellen, wirkt die übrige Optik grau, hoffnungslos veraltert, kantig und pixelig. Und das obwohl das mittlerweile aufgelöste Entwickler-Team mit aktuellen Engines gearbeitet hat. Anscheinend war der Zeitdruck so groß, dass sie ihr Projekt vor der Fertigstellung auf den Markt bringen mussten, um zeitnah zum Kinofilm zu bleiben.

das leben

Leider. Denn die durchaus vorhandenen guten Ansätze werden durch die miserable Umsetzung zunichte gemacht. Die Idee, die Geschichte vor allem durch die Figuren zu erzählen, gefällt beispielsweise recht gut. Allerdings läuft selbst das früher oder später darauf hinaus, dass ihr mehr oder weniger sinnlos mit Maschinen kämpft, Feuerbälle verschießt und die schlecht gestaltete Einrichtung zerballert. Das ist reine Actionkost, die sich leider schnell in der Eintönigkeit verliert. Zumal ihr sowohl als Machine Man als auch als Iron Man ähnliche Fähigkeiten habt, so dass die spielerische Abwechslung nahezu gänzlich aus bleibt. Die Möglichkeit, euer Equipment nach jeder Mission aufzurüsten, schafft da keine Abhilfe, wenngleich dieser Gedanke ebenfalls gar nicht so schlecht ist.

Was ist mit Robert Downey jr. passiert?

Wer eine Kinofigur auf die Konsole bringt, sollte gewisse Analogien beibehalten: Die Schauspieler sollten als Vorlage für die Spielfiguren dienen und bestenfalls sollten dieselben Synchronsprecher engagiert werden. Beachtet man das nicht, kommt so etwas heraus wie bei »Iron Man 2«: Robert Downey jr. ist der einzige halbwegs wiedererkennbare Charakter, kämpft aber wie alle anderen mit seinem emotionslosen Gesicht und seiner Stimme. Seine Synchro klingt, als gehe sie auf einen Laien zurück, als wäre sie an einer Frittenbude aufgenommen worden: Hörbare Gefühlsregungen fehlen, sie klingt nasal oder beiläufig, jeglicher Charme oder Wortwitz fehlt. Im Gegensatz zu seinen Kollegen kommt Robert allerdings relativ gut weg, denn die sehen meist so aus, als seien sie frisch aus einer Entzugsklinik entlassen worden. Black Widow (Scarlett Johannson) ist z.B. nur schwer wiederzuerkennen. Zu der mäßigen Synchronisation und der geknickten Optik gesellt sich außerdem eine schlechte Abmischung. Häufig bewegen sich Münder, jedoch ohne dass eine Stimmausgabe ertönt. Oder andersrum. Kurz: Die Tonabmischung leidet unter massiver Asynchronität.

das leben

Grund zum Schulterklopfen gibt es bei aller Kritik trotzdem: Die Steuerung funktioniert nach kurzer Eingewöhnungsphase anstandslos, Ruckler gibt es praktisch nicht. Ob euch das allerdings knappe 40,- Euro wert ist, müsst ihr selbst entscheiden.

Fazit:
Vermutlich sollte man den Entwicklern keinen Vorwurf machen, denn ihr Spiel erweckt den Eindruck, als haben sie es unter Zeitdruck fertigstellen müssen - und es doch nicht geschafft. Viel Positives gibt es deshalb über »Iron Man 2 - Das Videospiel« nicht zu sagen. Die Steuerung funktioniert gut, das Bild ruckelt nicht. Aber sonst? Die Grafik ist weit vom heutigen Standard entfernt, die Synchro beschämend, die Handlung solala. Unterm Schnitt also ein Game, das höchstens eingefleischte »Iron Man«-Fans interessieren dürfte, die den ersten Teil überlebt haben. Alle anderen können sich den Titel getrost sparen.

Wertung: 4/10

Kommentare (5)


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Jason
24.05.10 - 08:15
jürgen hat ja schon ewähnt, dass wir nun desöfteren game-reviews haben. wir bemühen uns aber, nur zu jenen eine kritik zu verfassen, die ne adaption zu nem film sind, um den filmbezug zu erhalten

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AmanRu
23.05.10 - 01:10
Videospiel-Rezensionen finde ich auch sehr vorteilhaft, auch wenn es hier überwiegend um Filme geht. Bin zur Zeit auch sehr aktiv auf meiner Playstation 3 und bin über neue Tipps immer dankbar.

Bei Iron Man 2 kann davon aber keine Rede sein.

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Filmosoph
21.05.10 - 20:32
Das Fazit das hier gezogen wird, ist übrigens eines, das den meisten Film-Videospiel-Verfilmungen anhängt.

Ich denke, die schlimmste derer ist das "Superman" Spiel für den guten alten Nintendo 64.

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eichi
20.05.10 - 18:58
gute kritik von dir daniel (wie üblich). schade nur, dass das game nicht gut abschneidet.

freut mich übrigens, dass hier nun der 'horizont' ein wenig geöffnet wird/wurde ... wie ich aus sicher quelle weiß, wird das ja nicht die einzige game-kritik von dir bleiben!

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Filmfreak
20.05.10 - 12:37
Sehr schöne Vorstellung von Dir Daniel zu diesem aktuellen Game.
*Daumenhoch* für das Review, auch wenn das Spiel jetzt nicht der absolute Mega-Burner ist.

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