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Special-Review: Prince of Persia - Der Sand der Zeit (Videospiel)

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Nicht nur im Kinosaal macht der persische Prinz momentan von sich Reden, auch auf den heimischen Konsolen inklusive dem PC flimmert der neueste Teil der »Prince of Persia«-Reihe seit einige Zeit. Bisweilen konnten die Games eigentlich immer überzeugen, doch nun könnte die durchaus berechtigte Befürchtung auftreten, dass uns mit »Der Sand der Zeit« eine unfertige Kost auf den Teller gelegt wird. Immerhin ist das kürzlich »Iron Man 2« widerfahren – um zeitig zum Kinostart des Films in den Läden zu stehen. An dieser Stelle können wir aber bereits Entwarnung geben: Zum einen basiert der Streifen mit Jake Gyllenhaal auf den Videospielen und nicht andersherum. Zum anderen ist der vorliegende Titel (von uns getestete Fassung: Xbox 360) frisch wie eh und je und kommt mit zahlreichen Neuerungen daher.

Wie es dem ein oder anderen von euch aus den vorausgegangenen Spielen bekannt sein dürfte, war die Abenteuerkulisse schon immer eine Augenweide. Das neue »Prince of Persia« braucht sich hinsichtlich dessen nicht zu verstecken. Insbesondere die Gebäude sind wahrhaftige Monumente, beeindruckend in ihrer Architektur, dank verschiedener Muster schön anzusehen und gleichsam gefährlich. Wie einst in »Tomb Raider« ist nämlich ein Häuschen nicht nur ein Häuschen, sondern kann gleichzeitig eine tödliche Falle darstellen: Wenn plötzlich Baumstämme durch die Lüfte schwingen oder Klingen euch zu zerfetzen drohen, kann schnell Schluss sein mit dem Leben. Deswegen müsst ihr schnell sein und koordinieren können, euch immer einen Ausweg parat halten, um möglichst unbeschadet davonzukommen. Solltet ihr das nicht auf die Reihe bekommen und in den Abgrund stürzen, ermordet werden oder von der Hauswand fallen, ist das kein Grund zur Besorgnis. Der Prinz bietet euch die Möglichkeit, in der Zeit zurückzuspringen und spielerische Patzer somit auszugleichen. Diese Feature hat allerdings sowohl positive als auch negative Eigenschaften: Es ist natürlich äußerst bequem, kurz vor dem absehbaren versehentlichen Freitod ein wenig zurückzuspulen und anders an die Sache heranzugehen. Jedoch nimmt dadurch die Risikobereitschaft zu und man neigt dazu, viel naiver durch die Gegend zu hüpfen, als man es ohne die Sanduhr tun würde – und das ist verheerend. Denn selbst wenn es ruhig ist, keine Gegner in der Nähe sind und schon seit einer gefühlten Ewigkeit keine Falle mehr zu sehen war, kann aus heiterem Himmel der Boden wegbrechen und euch in den Abgrund reißen; also: aufpassen!

Kämpfe, du adliger Bastard!

Der adlige Bursche mit den langen Haaren ist auf der Suche nach seinem älteren Bruder, der versehentlich (im Suff?) eine alte Armee zum Leben erweckt hat, die nun sein Reich bedroht. Ihr müsst euch selbstverständlich an die Seite eures Geschwisterleins schlagen und Kloppe verteilen. Und zwar wortwörtlich. Sind die Kämpfe anfangs noch unterhaltsam, erinnern sie schnell an anspruchsloses Hack’n’Slay: Schwert raus und Köpfe ab. Der einzige Unterschied: Es spritzt weniger Blut. Davon abgesehen erwarten euch Massen von skelettierten Soldaten, die euch die Hucke vollhauen wollen und aufgrund ihrer Anzahl keine Zeit und keinen Grund für strategische Überlegungen lassen. Schade eigentlich – ein Hauch Strategie hätte in das Setting und zu den Rätseln gepasst, die ihr in unregelmäßigen Abständen lösen müsst.

Wenn ihr z.B. Hebel in einer bestimmten Reihenfolge betätigen müsst und eigentlich keine Ahnung habt, was ihr da macht, raucht die Denkmaschine schon einmal. Allerdings lohnt es sich nicht immer, das Köpfchen anzustrengen, da der Protagonist auch mit dem Feuer spielen und unter Umständen Hindernisse (Feinde übrigens ebenfalls) abfackeln kann. Zwischen den Kämpfen und den Knobeln werdet ihr besonders mit einem beschäftigt sein: Dem Klettern. Ihr springt hin und her, klettert Wände hinauf und wieder hinab, fallt auf die Schnauze und beginnt von vorn. Die umfangreiche Steuerung erweckt anfangs einen komplexen Eindruck, ist aber dank der guten Einführung schnell erlernt und intuitiv zu bedienen.

Fazit:
Der neue »Prince of Persia«-Teil wird seinen Vorgängern gerecht und erfüllt (fast) alles, was das geneigte Spielerherz begehrt: Es gibt Rätsel, es darf geklettert und gekämpft werden, die Kulisse sieht gut aus und die Steuerung geht nach ein wenig Übung relativ leicht von der Hand. Ein wenig mehr Strategie, ein bisschen weniger hirnloses Gegner-Matschen und ein Hauch mehr Freiraum hätten die Wertung steigen lassen. Doch auch so machen Prinzen-Fans und jene, die sich vom Film zum Spielen angelockt fühlen, nichts verkehrt.

Wertung: 7,5/10

Kommentare (4)


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RandyFisher
30.05.10 - 23:34
Hm, hab ja leider keine solche Konsole, obwohl mich das Spiel ebenso reizen würde. Die Wertung hatte ich aber erwartet. "Prince of Persia" waren schon immer gute Spiele.

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chredd
28.05.10 - 19:43
hey danke für die review klingt echt gut, ich hab prince of persia seit den 8bit-versionen nichtmehr gespielt. das ich das ändern sollte habe ich mir schon öfter sagen lassen, aber es scheint ja wirklich weiterhin noch besser zu werden.. ich denke ich werde hier mal wieder kaufen, wenn die nächsten spieletitel 'abgearbeitet' sind ^^ (dann ists vermutlich auch ein paar euro billiger)
super!

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eichi
28.05.10 - 19:14
das spiel hat ja recht gut abgeschnitten bei dir, daniel.

kritik liest sich sehr gut. schade nur, dass ich nicht auf spiele dieser art stehe! bin eher der 'sportspiele'-spieler!

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Filmfreak
28.05.10 - 17:13
Sehr schöne Kritik zu diesem neuen Game auf der XBox von Dir Daniel!

Nicht dass mich irgendwann wieder das Zocken noch ansteckt.

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