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Kritik: Karate Kid (2010)

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Statt Pat Morita Jackie Chan, statt Ralph Macchio Jaden Smith, statt Karate Kung-Fu: Modern soll der neue »Karate Kid«-Film wirken, der die Geschichte von Daniel und seinem Karate-Mentor Mr. Miyagi aus dem Jahr 1984 in das Jahr 2010 zu adaptieren versucht. Natürlich geschieht diese Zeitreise mit neuen Darstellern, einem neuen Regisseur und einer Handlung, die nicht ganz der des Originals entspricht. Die Drahtzieher hinter dem Film lassen zumindest ein wenig Hoffnung aufkommen, dass das Remake trotzdem etwas taugt – schließlich zeigt sich unter anderem Will Smith persönlich für die Produktion verantwortlich. Der hat schon ein gutes Händchen für interessante Drehbücher bewiesen, als er »Hancock« und »Sieben Leben« produzierte. Und dennoch: Mit den ersten Trailern kamen die ersten Zweifler. Muss man ständig ältere Streifen neu interpretieren? Muss man ausgerechnet von »Karate Kid«, der wundervoll von Oscar-Preisträger John G. Avildsen inszeniert wurde, ein Remake drehen? Nun gibt es endlich Antworten: Nein und bloß nicht.

Und schon gar nicht so, Herr Smith. Es mag verständlich sein, dass sie Ihren Sohn fördern möchten, aber seien Sie objektiv: Ein so toller Schauspieler ist er nicht. Mit der Ausstrahlung eines Tannenzapfens kann man nunmal nicht viel reißen. »Come on, man, he’s just 12 years old!« Jaja. Kommen Sie mir bloß nicht so! Chloe Moretz (»Kick-Ass«) zum Beispiel – sie ist einen Wimpernschlag älter als Jaden, verkörpert ihre Rollen aber leidenschaftlich, frech und glaubwürdig. Jaden dagegen guckt überwiegend unbeholfen und teilnahmslos, was einen zur Annahme bringt, er sei nur ein unterbezahlter Statist und werde da zufällig gefilmt. Oder Angus Jones (»Two And A Half Men«), dessen Charakter so sitzt, dass er selbst dann lustig ist, wenn er nur in die Kamera blinzelt. Aber Ihr Sohnemann… gut, er kann tanzen – aber er soll kämpfen, heiliger Bimbam! Allerdings kann er das nicht wirklich, weshalb er in unregelmäßigen Abständen dem Zuschauer ein Hauch Genugtuung gönnt – nämlich dann, wenn er von Cheng (Wang Zhenwei) ein paar auf die Fresse bekommt. Cheng verteilt seine Schläge freilich nicht grundlos. Dre (Jaden Smith), frisch aus Detroit nach Peking gezogen, hat dessen Freundin Mei Ying (Han Wenwen) angegraben – und da versteht der kleine Kung-Fu-Schüler keinen Spaß. Während Dre mit seinem Bewusstsein kämpfend am Boden liegt und noch nicht so recht begreift, was da gerade geschehen ist, wissen wir natürlich schon, was als Nächstes passieren wird: Er wird sich aufrappeln, ein bisschen wehleidig davonziehen und irgendwann auf Mr. Han (Jackie Chan) treffen, der ihm das Kämpfen beibringt. Diese Art der Vorhersehbarkeit resultiert einerseits aus der Szene selbst, andererseits auch ein stückweit aus der Vorlage des Jahres 1984. Insofern könnte da niemandem ein Vorwurf gemacht werden, wären wir nur dann Visionäre, wenn wir Parallelen zum Original entdecken oder sich Schlüsselszenen als zu verräterisch erweisen.

Wir sind es aber immer. Ständig meldet sich die Kristallkugel und erzählt, was in den nächsten Sekunden vorfallen wird. In den meisten Fällen liegt sie mit ihren Prognosen goldrichtig. Seien es als Zufall inszenierte Zusammentreffen von Dre und Cheng, bei denen erstgenannter bedroht oder verfolgt wird. Sei es die sehr kindgerecht dargestellte Liebelei zwischen Mei Ying und Dre, die – obwohl sie Grundlage der Rivalität ist – so oberflächlich behandelt wird, dass sie zu kaum mehr als eben dazu nützlich ist. Es herrscht immer das Gefühl, man sei diesem »Karate Kid« einen Schritt voraus. Das nimmt Spannung, die auch von Mr. Han nicht wieder aufgebaut werden kann. Und das obwohl Jackie Chan den hinter einem Hausmeister verborgenen Kung-Fu-Meister so gut und glaubhaft mimt, wie es die Zustände zulassen. In der Originalvorlage war die Beziehung zwischen Mr. Miyagi und Daniel tiefgründig, freundschaftlich und wirkte ehrlich. Es ging beiden nicht nur ums Kämpfen, es ging ihnen um die Philosophie, die hinter (damals) Karate steckt. Sie zeigten damals Loyalität, Ehre und Verantwortungsbewusstsein. Mr. Han bekommt keine einzige Möglichkeit, eine dieser Eigenschaften gemeinsam mit Dre auszuarbeiten. An der Filmlänge scheitert es freilich nicht, mit mehr als 120 Minuten ist sie nämlich lang – viel zu lang. Allerdings haben Will Smith, Harald Zwart (Regisseur) und Christopher Murphey (Drehbuchautor) die Fokussierung auf die Hauptcharakter vollständig versaut. Statt Mr. Han und Dre bewusst in den Vordergrund zu rücken, ihre Ziele zu skizzieren, ihr Training ausführlich zu zeigen, dem Zuschauer bewusst zu machen, dass beide voneinander profitieren und sich gar im geistigen Wandel befinden, schwingen sie munter durch die Gegend. Mal müssen wir Dres Mutter Sherry (Taraji P. Henson) beim sinnlosen Labern ertragen, dann dürfen wir lahme Actionszenen mit Jaden Smith sehen. Doch vor allem wird eines trotz der Oberflächlichkeit künstlich in die Länge gezogen: Die sich anbahnende Romanze zwischen Dre und Mei Ying. Jackie Chan, der als Lehrer fungiert und eine tragende Rolle übernimmt, ist grob geschätzt 30 Minuten mit seinem neuen Schüler zusammen. Fast zwei Stunden bekommt ihr allerhand Blödsinn serviert, der keine Aussage hat, im Wesentlichen nichts zur Handlung beiträgt und obendrein nicht gerade von dialogischer Stärke zeugt.

Die Spitze des Eisbergs aber ist Musikauswahl. Wir alle wissen: Die richtigen Lieder erzeugen Stimmung und hinterlassen Eindruck – wenn es gut läuft positiven. Dass »Karate Kid« anfangs bei einem Basketballspiel mit ein wenig Rap-Musik jongliert ist gerade noch so zu verkraften, auch wenn sie da schon unpassend wirkt. Als aber später Lady Gagas »Pokerface« aus den Lautsprechern tönt und Mei Ying dazu ausgelassen zu tanzen beginnt, stellte sich zumindest mir eine Frage: Will man uns Unterhaltung bieten oder einen Grund, uns noch im Saal zu erschießen? Solltet ihr euch tatsächlich bis zum Ende durchringen, erwarten euch wenigstens ein paar wundervolle Bilder von Chinas Natur und Architektur, die die Regie mit Kung-Fu zu verbinden versucht. Eine Szene bleibt dem ein oder anderen vielleicht besonders in Erinnerung, nämlich die, in der eine Kämpferin mit einer Klapperschlange hantiert – in schwindelerregender Höhe. Nett anzusehen, aber leider vollkommen unrealistisch.

Fazit:
Das »Karate Kid«-Remake erfüllt alle Vorurteile, die Neuinterpretationen grundsätzlich anhängen: Ein ausdrucksloser Hauptdarsteller in Form von Jaden Smith, belanglose Dialoge, völlig unpassende Musik und eine Nebenhandlung, die nicht nur künstlich in die Länge gezogen wird, sondern sich zur Haupthandlung mausert. Die Beziehung zwischen Mr. Han und Dre kommt kaum in Fahrt, die fernöstlichen Weisheiten bleiben aus, der Tiefgang wird schmerzlich vermisst. In der Summe macht das einen Film, der die Originalvorlage nicht honoriert, sondern geradezu beleidigt – und auch als »vorlagenloser« Streifen nicht besser abschneiden würde.

Wertung: 4/10

Kommentare (12)


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GASTBEITRAG
15.01.11 - 11:05
Ich habe den Film gestern auf DVD gesehen und kann Jason nur zustimmen.

Für die vorhersehbare Story ist der Film mit über zwei Stunden deutlich zu lang. Und abgesehen von der eher durchschnittlichen schauspielerischen Leistung von Jaden Smith finde ich die Hauptfigur Dre äußerst unsympatisch. Eine Identifikation mit diesem coolen Aufschneider scheint mir unmöglich. Die Szenen in denen Dre eine Abreibung bekommt, sind die wenigen guten im Film.

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Jason
15.09.10 - 16:44
Grüß dich!
Jeder kann sich weiterhin eine Meinung über den Film bilden, in dem er ihn sich schlichtweg selbst ansieht - das kann ihm niemand verbieten, auch wir von FE nicht. Wir (in dem Fall stellvertretend ich) wollen mit unseren Kritiken nur einen kleinen Eindruck bieten und Werke möglichst objektiv bewerten und dies auch begründen. Es ist ähnlich damit, wie wenn dir ein Kumpel sagt: "Der neue Film von X, den du dir ansehen wolltest - ich hab ihn gesehen. Totaler Schund, sage ich dir, denn..."

Am Ende muss jeder für sich entscheiden, ob er unserer Kritik folgt oder nicht. Übrigens: Nicht nur bei uns hat Karate Kid schlecht abgeschnitten. Die Süddeutsche Zeitung, das Slant Magazin und Cinema gaben ihm jeweils 2/5. Hollywood Reporter 3/5. Fast die Höchstwertung gab es nur von wenigen wie von der BILD und der Chicago SUN.

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GASTBEITRAG
14.09.10 - 14:52
Hallo,
natürlich ist das deine Meinung und ich habe nichts dagegen, dass du die hier auch schreibst.
Aber die Kritik ist leider so geschrieben, dass man den Eindruck bekommt, der Film sei das Letzte und er sollte auf keinen Fall angeschaut werden.
Es sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden können und nicht aufgrund dieser Kritik von dem Film abgeschreckt werden so wie z.B. "eichi" weiter unten.

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GASTBEITRAG
10.09.10 - 02:30
Wenn man Keine Anung hat ,und alles auf seine Meinung bezieht ,dann weis mann,dass bei ihren Bericht ,das ADHS zu Bewerten ist.
Das war ein Film,und keine Realietät!!!!!!!!!!

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Jason
25.08.10 - 07:56
@Simson,
kein Grund, mich zu siezen

Richtig, wie ich inzwischen selbst gesehen habe: Es war Mei Ying, die zu "Pokerface" tanzte (ist übrigens korrigiert). Allerdings geht es nicht um den- oder diejenige, die tanzt, sondern um die Musikauswahl - die schlichtweg unpassend ist. Da hätte auch Jackie Chan das Tanzbein schwingen können und es wäre dennoch ein schlecht ausgewählter TItel. Von wem die Musikauwahl ist, interessiert mich nicht die Bohne - in meinen Kritiken gibt es keinen "Der-Hat-Einen-Oscar-Deswegen-Ist-Alles-Toll"-Bonus. Gerade wenn man ein Projekt an sich hat, das ein Remake eines derart großartigen Filmes ist, gehört mehr dazu, als das auszuwählen, was gerade modern ist, nur um sich das Publikum zu sichern. Das gilt für die Musik gleichermaßen wie für die Remake- und die Welle der schlechten Schauspieler. Wo ist der Mut geblieben, etwas Außergewöhnliches zu tun?

Was Moretz und meine Kritik an Jaden betrifft: Du hast Recht. Kick-Ass ist ein bedeutend besserer Film - weil ausgefallen, einfallsreich und nicht unnötig in die Länge gezogen - und Chloe eine qualitativ bessere Schauspielerin als Jaden. Das heißt aber nicht, dass sie eine bessere Alternative für die Hauptrolle in Karate Kid wäre. Was ich vielmehr meinte war, dass es da draußen deutlich fähigere Darsteller gibt als Jaden und er meiner Ansicht nach die Rolle in einem offenen Casting, in dem der Herr Papa keine Funktion hat, nie und nimmer bekommen hätte.

Wie oft und wie hart Jaden seine "Kampfszenen" trainiert hat interessiert den "normalen" Zuschauer, der sich vielleicht ab und zu einen Trailer ansieht und sich dann eine Kinokarte besorgt, herzlich wenig (und aus dessen Sicht möchte ich bewerten). Es geht um das Ergebnis. Die Inszenierung der Vorbereitungsphase und die Kämpfe selbst ist zu kurz; hätte Karate Kid stattdessen geschichtliche Tiefe - wie das Original, das du erwähnst -, könnte man ihm das Verzeihen. Allerdings ist das Gesamtbild derart lieblos und oberflächlich hingeklatscht, dass mir persönlich(!) nur der Eindruck bleibt, dass man hier nur schnelles Geld gewittert hat.

Danke dir trotzdem für deinen konstruktiven Kommentar!

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GASTBEITRAG
18.08.10 - 17:32
Hallo!
Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass der Kritiker den Film aufmerksam angesehen hat.
Das fängt schon bei den Beurteilungen der Musikauswahl an: zum einen tanzt Dree Parker in dem Film nicht zu Pokerface von Lady Gaga. Natürlich ist das Lied nicht besonders angebracht in dem Film, aber Sie sollten nicht falsche Angaben in der Kritik machen.
Zum anderen ist bis auf ein paar Ausnahmen die gesamte Filmmusik von James Horner, der bereits 2 Oskars und 10 Nominierungen zum Oskar erhalten hat. Vielleicht kenn jemand die Musik von Titanic, Troja, Die Legende des Zorro oder Avatar...
Aber bei dem bleibt es nicht. Sie verurteilen Jaden Smith Schauspielerleistungen mit Sätzen wie: "Mit der Ausstrahlung eines Tannenzapfens kann man nunmal nicht viel reißen." oder "er sei nur ein unterbezahlter Statist und werde da zufällig gefilmt". Gut das ist Ihre Meinung, aber noch im gleichen Atemzug nennen Sie Chloe Moretz ( "leidenschaftlich, frech und glaubwürdig" ) als eine bessere Alternative für den Hauptdarsteller. Offensichtlich sind Sie von dem Film "Kick-Ass" sehr überzeugt. Doch gerade dieser Film zeigt offensichtlich, dass absolut alle Kampfszenen schlecht getrickst sind. (Chloe läuft halb die Wand hoch, macht einen Salto und landet mit voher nicht geladener, jetzt geladener Pistole wieder stehend auf dem Boden.)
Was mich auch verwundert hat war Ihre Aussage " Aber Ihr Sohnemann… gut, er kann tanzen – aber er soll kämpfen, heiliger Bimbam!" ...
Wahrscheinlich haben Sie sich vor der Kritik nicht genau informiert. Vor dem Drehstart zu Karate Kid hatte Jaden Smith 3 Monate lang jeden Morgen und Abend je 1 Stunde Kung Fu Unterricht, davor war er auch schon in einem Kung Fu Kurs. Die Kampfszenen mit ihn wirken (fast) nie unrealistisch. Das einzige ist die Art, wie er seinen finalen Gegner in dem Tunier trifft: im Salto kickt er ihm gegen den Kopf. Das ist ein wenig unrealistisch.
In Wirklichkeit ist es übrigens so, dass der Film von 2010 wesentlich mehr Szenen des Trainings darstellt als der Film von 1984.
Sie kritisieren sehr die Vorhersehbarkeit des Filmes. Natürlich ist man den anderen Zuschauern voraus wenn man das Original schon gesehen hat. Aber darum geht es bei dem Film gar nicht. Er soll vielmehr die heutigen Jugend und andere, die den originalen Film noch nicht gesehen haben, mit der gleichen Geschichte unterhalten, wie damals. Es passt nicht, den Film genau mit Original zu vergleichen!

Mein FAZIT:
Ich selbst bin Jugendlicher und ich fand den Film einfach super! Ich zählen ihn für mich zu einem der besten Flime, die ich gesehen hab, genau wie ich Jaden Smith seit diesem Film für einen richtig guten Schauspieler mit Zukunft halte.
Ich kann Leuten, die das Original nicht kennen und sich überlegen, ob sie den Film ansehen sollen nur raten, es zu tun und sich selbst ein Bild davon zu machen!

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Jason
31.07.10 - 09:01
@Gnasi
ich bitte vielmals um entschuldigung. offenbar ist mir der intellektuelle- und künstlerische wert von lady gaga & co nicht greifbar deswegen erlaube ich mir, keine lust zu haben, darüber zu diskutieren.
im übrigen hat eine negative kritik nichts mit "geläster" zu tun - es geht um die wertung des films und die erfolgt unabhängig. ob sich jemand auf die füße getreten fühlt oder nicht, spielt da keine rolle

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Filmfreak
31.07.10 - 05:34
@Gnasi
Normalerweise mache ich mir aus solchen Beiträgen wie Deinen überhaupt NICHTS!!!
Nur wenn Du schon Kritik übst dann bitte ein bisschen konstruktiver (wenn Du überhaupt verstehst was ich damit meine?) und wirf hier nicht so einen Satz in den Raum, dass WIR keine Ahnung von Filmen haben!

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GASTBEITRAG
31.07.10 - 00:58
Also ich hab den Film im Kino gesehn und ich muss sagen dass der Film einfach hamma war!!!
Dass ihr keine ahnung von Filmen habt wird spätestens klar wo in eurem (herumgeläster) steht dass Dre zu Pokerface getanzt hat!
Was nicht stimmt da es Mei Ying, aber egal!
Und von der Musik her, was gibts da besseres???
Diesen Film sollten eher Jugendliche sehen (dafür wurde er ja auch gemacht) nicht für Leute die sich in den 60ern verirrt haben!!!

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24.07.10 - 12:16
O.K. Ich gab dem Remake eine Chance, war vorgestern mit meinen Neffen (14 und 17) im Kino. Und ja, ich bin die Karate Kid - Generation (39), welche vom Original damals in den Bann gezogen wurde. Aber ich wollte fair sein...
Aber ich habe der Kritik von Jason nichts hinzu zufügen!

Vielmehr habe ich mir gleich gestern abend das Original erstmals seit 20 Jahren wieder 'reingezogen....nein ich muss sagen aufgesogen! Natürlich unterstellen viele, wir würden dem neuen Film mit Voruteilen begegnen und das Original von 1984 überhöhen und verklären. Aber auch meine Neffen (voll cool und eher mich belächelnd, als ich nach dem Kino schimpfend für den nächsten Abend zum Report rief, Karate Kid Original gucken), welche den Klassiker noch nie gesehen hatten, waren nachher sehr angetan.
Die Jungs wurden nach 15 Minuten sehr still und genauso gefangen wie ich damals. Mich überraschte insbesondere, wie modern der Klassiker immer noch wirkte. Und wie wenig er eigentlich mit Hau-Drauf zu tun hat - nähmlich gar nichts. Und das es diese ungemein warmen und tiefen Momente gibt, ja sogar auch Bitternis. Was Ralph Macchio und Pat Morito in 2 Stunden an Intensität erreichen, ist einfach grandios. Und außerdem gibt es praktisch in keiner Rolle eine Fehlbesetzung. Beim Remake ist es genau umgekehrt (obwohl ich ein leidenschaftlicher Jackie Chan Fan bin - auch ein Grund, dass ich überhaupt in den Remake gegangen bin). Fazit: Von dem Zauber des Originals hat der Remake ungefähr soviel wie eine Holzklotz von Michelangelos David Statue.

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Filmfreak
22.07.10 - 16:47
Mit dieser ausführlichen & tollen Kritik von Jason wurden auch meine Zweifel die ich bis dato hatte über dieses Remake nur bestätigt.
Ich bleibe zu diesem Film daher bei meiner Meinung und ziehe mir 3x mal lieber die Originalfilme aus den 80er rein.

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eichi
22.07.10 - 13:40
vielen dank für deine ausführliche kritik, "daniel-san"!

hab mir von dem film auch nicht wirklich etwas anderes/besseres erwartet. von daher bin ich auch nicht enttäuscht und werde mir den film auch nicht ansehen. zumindest auf keinem fall im kino, sondern vielleicht irgendwann einmal auf dvd/blu-ray. aber selbst das ist unwahrscheinlich.

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