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Kritik: Inception

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Inmitten eines Filmjahres, in dem wir von den Remakes der Remakes sprechen, in dem die Einfallslosigkeit gepusht wird und wir mit gefühlten hundert unnötigen Fortsetzungen gequält werden, kommt ein unscheinbarer Mann daher: Christopher Nolan. Und der kommt nicht allein, sondern bringt ein Spitzenteam bestehend aus Leonardo DiCaprio, Ellen Page und Joseph Gordon-Levitt mit, das zeigt, wie es aussieht, wenn aus einer Drehbuchidee Kunst wird. Manche haben sich bei der Ankündigung und den ersten Trailern von »Inception« zu Recht gefragt: »Wie will er das nur inszenieren?« In seinem neuesten Streich geht es um Träume und einen Mann, der sie nutzt, um dem Träumer seine Ideen zu stibitzen. Es hat ein bisschen was von Freddy Kruger – nur dass normalerweise alle überleben.

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) verdient seinen Lebensunterhalt gelinde formuliert als »Traumtänzer«. Er mogelt sich während der Schlafphase in den Traum anderer Menschen und manipuliert sie. Bislang war es seine Aufgabe, ihre Einfälle mitgehen zu lassen, um sie gewinnbringend weiterzugeben. Allerdings hat er dadurch alles verloren: Seine Frau, seine Kinder, sein Leben. Man trachtet nach ihm, möchte ihn töten und er hat keine Lust mehr, weiterzuarbeiten. Doch er muss. Das lässt natürlich Verzweiflung aufkommen, die DiCaprio wie kein zweiter darzustellen weiß. Mit ernster Mimik, einer Stimme, die sich scheinbar aus Hilflosigkeit ungewollt erhebt und einem gehetzten Gang irrt er durch »Inception« und sucht eine Lösung. Als ihm angeboten wird, jemandem eine Idee einzupflanzen und sich danach aus der Affäre zu ziehen, willigt er widerwillig ein. Regisseur Christopher Nolan hält sich – wie gewohnt – nicht lange mit Firlefanz auf und bringt kurzerhand die gesamte Szenerie zum Brodeln. Ariadne (Ellen Page) testet im Beisein Doms aus, was im Traum möglich ist: Von einer sich zusammenrollenden Welt, fliegenden Früchten bis hin zur totalen Katastrophe ist alles ohne Konsequenzen möglich – nur sterben darf niemand, denn der wäre dann wirklich tot. Mit der sich somit abzeichnenden Vielschichtigkeit wird auch etwas anderes klar: Was für ein genialer Drehbuchautor Nolan doch ist! Nichts, das nicht bis ins kleinste Detail geplant ist. Schauspieler, die sich hervorragend abrunden. Dialoge, die besser kaum hätten sein können. Und eine tiefgründige Handlung, die großartig in sich selbst greift und über die man eigentlich keinen einzigen Satz verlieren dürfte – denn bereits der scheint zu viel des Guten. Dennoch herrscht immerzu pure Verwirrung.

»Inception« gestaltet sich wie ein Traum, den sicherlich jeder von uns schon hatte. Man wacht unsanft auf und fragt sich unwillkürlich: »War das jetzt echt?« Man muss überlegen, genau hinsehen- und hören, um herauszufinden, was gerade wo geschehen ist. Hat Nolan uns in eine Traumphase entführt? Oder in die Realität? Welche Folgen hat welche Ebene für Dom und/oder Ariadne? Nicht immer ist es eindeutig, dass die beiden träumen – oder es eben nicht tun. Wenn sie sich beispielsweise wilde Verfolgungsjagten liefern, beschossen werden oder Dom um seine Frau bangt, verrät Nolan erst später, was »echt« war und was nicht. Die Actioneinlagen halten sich zum Glück in Grenzen, stattdessen wird Dom Cobb früh als Charakter ausgebaut. Die Spielerei mit der Konfusion und den bildlichen Metaphern ist und bleibt aber das Highlight.

Fazit:
»Inception« ist schnell und exzentrisch. Nolan versteht sich im Umgang mit beeindruckenden Bildern, weiß als Autor, worauf es ankommt und kann eine brillante Geschichte nicht nur zu Papier bringen, sondern auch auf die Leinwand. Mit Leonardo DiCaprio und Ellen Page hat er ein hervorragendes Duo geschaffen, die die Verwirr-Story um den Traum-Dieb Dom Cobb glaubhaft darzustellen weiß. So ist »Inception« nicht nur interessant und keinesfalls ein Streifen für Zwischendurch, sondern sicherlich Anwärter auf den Film des Jahres.

Wertung: 9,0/10

Kommentare (19)


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GASTBEITRAG
26.08.11 - 00:33
Schade. Ich hatte mich so drauf gefreut, weil alle irgendwas gesehen habe, was dann nicht kam. Ein Traum, im Traum, im Traum - mehr nicht. In der Mitte hatte ich gehofft, der Film würde sich wenigstens dahingehend wenden, dass Mal Recht hat, und Cobb einfach verrückt ist und am Ende vielleicht doch noch aufwacht. Aber bis zuletzt verläuft alles komplett Linear bis dann am Ende die absolut vorhersehbare Pointe kommt - die da ist: Es ist alles nur Kino und hat keinerlei Bedeutung, einfach nur das nächste Stück stumpfes Hollywood Entertainment, dass aber ärgerlicherweise so tut, als ob es irgendwie intelligent wäre. Sehr schade, weil wirklich bildgewaltig inszeniert.

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hubba
24.01.11 - 07:38
Absolut genialer Film. Der beste der Seit langen lief. Er hat mich irgendwie ein wenig an Matrix erinnert, vor allem da er die Realität hinterfragt.

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26.12.10 - 13:26
Inception!
Um auf ein solches Drehbuch zu kommen glaube ich muss man wirklich auf einem Trip sein um auf eine derartige durchgeknallte und zugleich durch und durch geniale Idee zu kommen. Inception ist wie ich finde einer der am besten gemachten Filme die ich bisher gesehen habe und nicht jedermanns Sache. Sowohl von der Intelligenz her als auch der Art des Films.
Christopher Nolan bedient hier nicht das typische "komplizierte" ,mit ein bißchen Action mit rein und dann noch hier und da eine kleine Erklärung damit es auch letztenendes jeder versteht , Klischee sondern macht den Film sowie er sein muss. Kompliziert und doch so einfach vom Prinzip. "Dark Knight" hat mir wirklich gut gefallen und das ein Film wie "Inception" von einem Regisseur der einen "Hau drauf " Film macht oder die Verfilmung von Comics dreht kommt hätte ich nicht erwartet.
"Inception" ist für Leute die auf eine solche Filmart "stehen" von Anfang ein toller Mystery Thriller der sich absolut nicht von selbst verstehen lässt. Und auch wenn der Film kein eindeutiges Ende offen lässt ist es sich doch selbst ausmalbar wie es endet als der Kreisel doch einmal ins Schwanken kommt.

"Inception" ist ein Geniestück von einem Regisseur von dem zumindest ich es nicht erwartet hätte!
Hut ab Nolan große Leistung!

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13.10.10 - 10:02
Ich muss Elwood zustimmen: "Diesen Film kann man nichtmal nebenbei anscheuen..." denn auch wenn die Story in einer SMS zusammenfassbar ist, ist der Film 2 1/2 Stunden lang und es passiert einfach nichts. Alle paar Minuten kommt irgend ein Millionenschwerer SpecialEffect um die Zombies an die Leinwand zu fesseln und auch sonst hat man dem FIlm einen dicken Hollywood-Stempel aufgedrückt. Wieso machen die Amis nur noch Filme nach dem Muster: Null Story, gutaussehnde Akteure, eine Flut an Effekten um die fehlende Story zu übermalen. Ich geh echt bald nichmehr ins Kino.....

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GASTBEITRAG
01.09.10 - 02:50
einer der schlechtesten Filme, die je produziert wurden. Eine abstruse, total unlogische Story mit lauter Hirngespinsten. Typisch für unsere Zeit. Hauptsache es schaut cool im Kino aus.

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GASTBEITRAG
28.08.10 - 01:15
Ich war völlig enttäuscht und war nach 20 Minuten schon dermassen gelangweilt, dass ich mich durch den ganzen Film nur durchgequält habe. Gute Schauspieler, schöne Bilder, stinklangweilige hahnebüchene Geschichte...schade für die Zeit Ich hatte mich so auf den Film gefreut und dann so ein Desaster

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GASTBEITRAG
15.08.10 - 09:52
"von einer sich zusammenrollenden Welt, fliegenden Früchten bis hin zur totalen Katastrophe ist alles ohne Konsequenzen möglich – nur sterben darf niemand, denn der wäre dann wirklich tot"

?????

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Filmosoph
08.08.10 - 22:43
@ eichi: Hab im Gegensatz zu Avatar aber noch niemanden getroffen, der Inception schlecht fand.

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eichi
08.08.10 - 22:25
so, ... nun hatte ich auch endlich die möglichkeit, mir den film anzusehen ... da hier schon sehr viele worte zu inception verloren wurden, will ich mich gar nicht lange aufhalten, sondern einfach nur kundtun, dass er sich auch von mir zwischen 8,5 und 9 punkten verdient hat.

toller film mit einer ebenso tollen story und wirklich guten darstellern. ist schon eine weile her, dass ich einen ähnlich guten film im kino gesehen habe ... einer davon war ebenfalls ein nolan-film (dark knight). mit avatar ist inception sicher einer der außergewöhnlichsten filme der letzten monate!

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Filmosoph
06.08.10 - 17:12
Der Film ist wirklich klasse, allerdings hätte im letzten drittel dem Film eine Traumebene weniger gut getan.
Ansonsten stimme ich mit Daniel überein!

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GASTBEITRAG
06.08.10 - 11:48
Erstmal ein Kompliment ans Cinemaxx:

Endlich mal die korrekte Leinwandmaskierung, ein scharfes Bild und super Ton, obwohl wir in der vorletzten Reihe in Kino 8 saßen. Das hatte ich in den letzten 10 Jahren nur in den neuen 3D-Kinos.

Zum Film “INCEPTION” selbst:

Ganz klar ein Streifen, der in der oberen Klasse mitspielt – keine Frage. Für mich aber nicht mehr als eine 8 von 10. Dafür fehlte mir dann doch der
WOW-Effekt. Weiterhin hat der Film für mich einige kleine Problemchen, bzw. nicht der Film, sondern Nolan, sein Team und der Hype.

Nolans Stil ist mir momentan zu festgefahren. Bedenkt man, dass MEMENTO und PRESTIGE auch von ihm sind und diese völlig unterschiedlich und ohne Handschrift daherkommen, um so mehr fällt auf, dass bei INCEPTION Kamera und Soundtrack nahezu identisch zu seinen beiden Batman-Filmen sind. Das mag Zufall sein, aber ich denke eher, dass hier der kommerzielle Erfolg wieder Anstoß dazu war. Wieder Hans Zimmer am Notenpult, der sich momentan nur noch selbst kopiert (das war mal anders, auch wenn der Stil natürlich
unverkennbar und leicht verdaulich und gefällig ist), wieder Wally Pfister an der Kamera. Zudem wurden aus beiden Batman-Filmen diverse Schauspieler importiert, so dass ich anfangs echt dachte, ich sitze in BATMAN 3.

Die Idee mit den Träumen ist cool und ein paar grundlegende Traumdinge wurden ja angerissen. Dennoch ist die Geschichte für Träume viel zu linear und planbar, wie ich finde. Meine Träume gestalten sich fast immer so, dass sich Umgebungen, Menschen und Wesen nach kurzer Zeit blitzartig ändern – hier fehlte mir bei INCEPTION die Spontanität und der Überraschungsmoment. Wo war da der spontane Einsatz der Architektin aus ihrer Trainigsphase? Gut, die Zielperson sollte nichts merken, aber da wurde dennoch einiges an Potential verschenkt. Ein paar Agenten zum Schutz, die in Zeitlupe irgendwo auftauchen und wie wild rumballern…kennt man schon besser. Weiterhin waren mir zu viele Elemente zu nah am Matrix-Plot – die Veränderungen in der Matrix, die Programme (z.B. die Frau an der Bar), die Agenten, das Eintauchen, das Aufwachen bei Gewalt in der anderen Welt, das Orakel, der Auserwählte, der Schlüsselmeister, die Love-Story, etc.

Ob Nolan die Story wirklich schon so lange im Kopf hatte, mag ich da doch arg bezweifeln. Die Szenen in der Schwerelosigkeit waren definitiv cool und sicher nicht einfach für das Team und die Schauspieler – was aber nochmal ordentlich etwas für den Film rausgehauen hat, waren die letzten Minuten und das Ende. Die Auflösung der INCEPTION und das … Ende waren sehr schön und haben nochmal ne gehörige Portion Emotionen freigesetzt.

Leider fehlte mir im gesamten Film die Gänsehaut, obwohl der Film ja durchaus spannend war. Dennoch fehlte mir irgendwie der Drive in der Geschichte. Ich fand eher den Anfang interessant, rasant und gelungen und später alles etwas zäh. Ach ja – und die
schlechte Yoda-Maske vom alten Saito ging auch gar nicht *lach*

Aber das klingt nun alles so dermaßen negativ, was eigentlich gar nicht so gemeint ist. Ein echt guter Streifen, der mal etwas andere Wege geht, aber auch etwas überbewertet wird, wie ich finde. Ich werde ihn mir sicher noch ein paar Mal in Ruhe auf BluRay anschauen, aber ins Kino muss ich nicht noch einmal – dafür fehlte mir einfach der letzte Kick

DENNOCH gibt es von mir eine klare Empfehlung für INCEPTION! Und wem der Film gefällt, der sollte sich auf alle Fälle auch mal den Directors Cut von “DARK CITY” besorgen!

Als Cliffhanger würd ich das Ende jetzt nicht bezeichnen. Man sieht deutlich, wie der Kreisel in den letzten Millisekunden anfängt zu trudeln…

Finde es aber auch schlimm, wieviele sich von Nolan blenden lassen und den Film als Meisterwerk hypen. Mir stecken auch viel zu viele Plot-Details von Matrix und Co drin, als dass ich mehr als 8 von 10 Punkten vergeben könnte. Sehr guter Film, aber kein Meisterwerk…

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GASTBEITRAG
05.08.10 - 17:10
Perfekte Mischung von Kunst und bester Unterhaltung!

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Filmfreak
04.08.10 - 21:01
Nach den letzten Beiträgen darf man sich auf ein absolutes Highlight freuen für Zuhause!
))))

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Flykilla
04.08.10 - 13:51
Ich war gestern drin und bin extrem begeistert! Das wirklich faszinierende ist, dass es Nolan schafft mit seinem Film eine Inception bei dem Zuschauer zu bewirken, die Gedanken kreisen heute bei mir nur um diesen Film und ich denke ich werde ihn mir auch ein 2. mal anschauen! Bester Film der letzten Jahre würd ich sagen!

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GASTBEITRAG
03.08.10 - 22:25
Also der Film ist so verstrickt, dass man vergisst ob die Handlung gerade in der Realität stattfindet oder in einer der Traumebenen.

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Filmfreak
01.08.10 - 11:31
Feine Kritik Daniel.
Ich freue mich auch schon auf diesen Hammerfilm.

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AmanRu
01.08.10 - 08:10
Werde mit den Film am Dienstag anschauen und kann es wirklich kaum erwarten. Nolan ist zur Zeit wirklich ein großer Künstler in Sachen Regie.

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GASTBEITRAG
31.07.10 - 19:04
Die Kritik beschreibt den Film wirklich nur oberflächlich und z.T. falsch...

Ich werd ihn mir ein 2. mal ansehen um sagen zu können, ihn wirklich komplett gesehen zu haben.

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GASTBEITRAG
31.07.10 - 13:42
Traumtanz für Ausgeschlafene: Diesen Film kann man nicht mal nebenbei schauen; auch wenn einen die Story ohnehin in den Bann zieht, ist es notwendig, durchweg aufmerksam zu sein und hellwach zu bleiben, da man ansonsten Gefahr läuft, den Faden zu verlieren...darüber hinaus würde man wohl das grandiose Drehbuch nicht entsprechend würdigen können, dem es gelingt, die Realität und mehrfache Traumebenen äußerst geschickt ineinander zu verschachteln. DiCaprio verkörpert nach dem Psychotiker in Shutter Island nunmehr erneut einen von seelischen Konflikten geplagten Mittdreißiger, eine Rolle, die überzeugender wohl kaum darstellbar ist. Empfehlung: Unbedingt ansehen!

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