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Kritik: Toy Story 3

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Der Albtraum jedes Spielzeuges wird für die Freunde um Woody und Buzzy wahr: Sie werden von ihrem Besitzer ausrangiert und weggegeben. Nur Cowboy Woody soll mit Andy aufs College gehen – der Rest landet versehentlich statt auf dem Dachboden auf dem Müll. Mühsam können sie sich befreien, finden sich aber an einem viel schlimmeren Ort wieder: Der Vorhölle! Pardon, dem Kindergarten, was für sie aber keinen Unterschied macht. Herumgeworfen von einer Horde Kleinkindern, mit Nahrungsmitteln beschmutzt und zerstört, müssen sich zu allem Überfluss mit den strickten Hierarchien des Diktators Lots-o‘-Huggin‘ Bear (Lotso) herumschlagen, dessen Führungsstil ein wenig an den der DDR erinnert.

Pixar wagt sich mit dem neuen »Toy Story«-Film vor allem eines: Mutig zu sein und neue Wege zu gehen. Actioneinlagen ersetzen Emotionalität und es gibt frechen Wortwitz und einige Parodien – der anfängliche Vergleich mit der DDR ist übrigens durchaus buchstäblich gemeint. Lotso, ein fetter Kuschelbär mit liebevollem Gesicht, kontrolliert die Spielzeugwelt des Kindergartens vollständig. Ein wildgewordener Affe überwacht für ihn das Geschehen auf Monitoren, die mit Kameras verbunden sind, es patrouillieren Wachen und wer nicht horcht, bekommt die Nachteile einer Einzelhaft zu spüren. Eine solche Idee in einen Kinder- bzw. Jugendfilm einzubauen ist bekloppt und eigentlich nicht vorstellbar, in ihrer Umsetzung aber tierisch unterhaltsam! Nicht zuletzt liegt das an Buzzy, der von Lotso einer Gehirnwäsche unterzogen wird und fortan gegen seine eigenen Freunde arbeitet. Die können sich nur schwerlich helfen, haben aber von Anfang an einen Trumpf im Ärmel: Barbie. Ken, unglaublich komisch als frustrierter metrosexueller Kerl inszeniert, steht zweifellos auf sie. Verständlich, denn bisher konnte sich niemand außer ihm für die neuesten Modetrends begeistert – die Blondine schon. Selbstverständlich dauert es nicht lange, bis Woody auf der Bildfläche erscheint und versucht, seinen Kumpanen zu helfen.

Allerdings geschieht auch das wider alle Erwartungen. Da wird nicht freundlich um die Freilassung geplaudert, es wird nicht an die Vernunft von Lotso appelliert – es wird ausgebrochen, gefangengenommen, freigelassen, herumgestänkert, herumgesprungen und weiß der Teufel was noch getan. Nur selten das, was man vorauszuahnen meint. Das ist nicht nur die pure Unterhaltung, sondern gleichermaßen das Highlight von »Toy Story 3«. Man wird schlichtweg immer wieder von den sympathisch animierten Figuren überrascht, erfreut sich an den Streitereien, die sie unter sich haben und fiebert unweigerlich mit – auch als Erwachsener. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen sich Woody & Co. Fast ausschließlich an das junge Publikum gewandt haben. Nun kann man sich guten Gewissens als etwas älterer Zuschauer setzen und mindestens so viel Spaß haben wie ein Kind. Als besonderes Schmankerl erweist sich auch die Synchronisation: Michael „Bully“ Herbig als Woody, Walter von Hauff leiht Buzz seine Stimme, Carin C. Tietze leistet als Jessie hervorragende Arbeit. Von Rick Kavanian als Rex ist leider etwas wenig zu hören, was schade ist, da er bekanntlich großartig mit seinen Stimmbändern arbeiten kann.

Fazit:
»Toy Story 3« verspricht kompromissloses Entertainment von der ersten bis zur letzten Minute. Dank liebevoll animierter Figuren, einer spannenden – gleichsam aber auch kindgerechten – Handlung, einwandfreier Vertonung und der ein oder anderen provokanten Idee, ist der Film um die Spielzeuggruppe ein Spaß für die ganze Familie. Ohne langweilig zu werden, ohne prüde oder stumpf zu wirken. So muss das sein – und davon könnte sich auch so mancher Live-Action-Streifen eine Scheibe abschneiden.

Wertung: 8,0

Kommentare (2)


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GASTBEITRAG
15.08.10 - 10:03
juhuu bin erster

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Filmfreak
02.08.10 - 11:10
Gefällt mir sehr gut Deine Kritik Daniel hierzu.
Wie ich sehe hattest auch Du Deinen Fun hierzu?!
Ich freue mich schon jetzt auf das BD-Release im Dezember 2010, sollte sich der Termin nicht weiter hinaus zögern...

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