Hosted by World4YouFreitag, 16. November 2018 1 Gewinnspiel


Special-Review: Lego Harry Potter: Die Jahre 1-4 (Videospiel)

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Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Legosteine nur Kindern halfen, ihre gemütlichen Kinderzimmer in eine bunte Legowelt zu verwandeln. Mittlerweile wissen die bunten Plastik-Klötzchen auch auf den heimischen Geräten zu überzeugen. Immer wieder erscheinen neue Videospiele in Anlehnung an bekannte Filme wie »Batman« - seit Juni nehmen sich die Legos Harry Potter zur Brust. Das Zusammentreffen der Zauber- und Baukastenuniversen erscheint logisch, schließlich sind beide für sich enorm erfolgreich und begeistern Erwachsene ebenso wie ihren Nachwuchs. Da wundert es nicht, dass »Lego Harry Potter: Die Jahre 1-4« in der Bewertung wenig Raum für Überraschungen lässt.

So ebenfalls beim Spielprinzip. Hattet ihr schon einmal ein »Lego«-Game im Laufwerk, werdet ihr euch mühelos im neuen zurechtfinden. Harry, Hermine, Ron & Kollegen, die sich auf dem Weg in die Zauberschule befinden um ihre ersten vier Ausbildungsjahre anzutreten, sind bunt und liebevoll animiert wie eh und je. Gerade in den etwas düsteren Levels wirken die Spielzeugfiguren visuell etwas bizarr, lassen aber selbst standardhorrormäßige Umgebungen wie ein düsteres Schloss verspielt und kindgerecht wirken. Will heißen: Lego ist mit »Harry Potter: Die Jahre 1-4« keineswegs erwachsen geworden. Und das gefällt, denn so wird die Einzigartigkeit gewahrt, die mit den Kunststoff-Steinchen einhergeht. So konnten sich die Videospiele auch immer von ihren Konkurrenten abgrenzen, die oft mit unterdurchschnittlicher Qualität Gaming-Merchandise zu Kinofilmen wie »Iron Man« auf den Markt brachten. Freilich ist das vorliegende Spiel ebenso nicht frei von Fehlern – aber eben doch qualitativ hochwertig genug, um den Eindruck zu erwecken, nicht nur des erwünschten wirtschaftlichen Erfolges in den Laden gebracht worden zu sein. Stattdessen soll der Spieler tatsächlich etwas erleben. Die Geschichte von Harry Potter, der das Zaubern erlernen soll, wird in – Fans werden es wissen – Hogwarts durchlebt. Das große von Beginn an fast komplett begehbare Schloss dient als Herberge und Erlebnisoase für den Schüler – und euch. Allerdings begebt ihr euch auch auf Missionen außerhalb diesem, für die ihr so manchen Zauberspruch- oder Trank benötigt. Dadurch lassen sich zum Beispiel schwere Objekte heben oder Türen öffnen, die normalerweise verschlossen bleiben würden.

Bekloppt und lustig

Für manche Problemlösung benötigt ihr jedoch trotz aller übersinnlichen Kräfte Unterstützung. Müsst ihr beispielsweise einen Schlüssel aus dem ersten Stock holen, zu dem euch nur eine Plattform hievt, wenn ihr diese zauberhaft bewegt, hilft euch einer von Harrys Freunden, die mit euch herumirren. Die künstliche Intelligenz erweist sich zwar nicht als überragend, aber doch als funktionstüchtig genug, um – im Beispiel – selbstständig auf die Platte zu stellen und sich nach oben zu begeben, während ihr den Zauberstab schwingt. Wer keine Lust auf den Support des der computergesteuerten Figur hat, kann Hogwarts problemlos gemeinsam mit einem menschlichen Freund im Coop-Modus unsicher machen. Der kann seinen Controller einschalten und sofort loszocken – klappt wunderbar und macht sogleich mehr Spaß! Doch auch allein ist »Lego Harry Potter: Die Jahre 1-4« ein Fun-Game seinesgleichen. Nicht nur, dass ihr Gegenstände mithilfe eurer Zauberkraft heben und platzieren könnt, es sind insbesondere die Zwischensequenzen, die in Erinnerung bleiben und mindestens für ein dickes Grinsen sorgen. Trotz oder gerade weil die Sprachausgabe vollständig fehlt, sind es die animierten Figuren, die die Handlung durch ihre Körpersprache und schließlich die Inszenierung der Ereignisse selbst erstaunlich verständlich machen. Und wie immer bei Lego-Games: Es wird gelegentlich ein bisschen bekloppt und wirr, ohne an Lustigkeit einzubüßen.

Einige wenige Minuspunkte gibt es trotz des hohen Spielspaßes: Eine frei bewegliche Kamera wird demnach schmerzlich vermisst. Kaum zu glauben wie fummelig es ist, euren Charakter zu steuern, wenn ihr ihn nicht seht – und das geschieht zu oft. Weil ihr unter anderem Geld sammeln und euch damit neue Zaubersprüche kaufen könnt, sucht ihr natürlich alles ab und gerät folglich z.B. hinter eine Wand. Die starre Kameraperspektive erlaubt es nicht, auf die Spielfigur zu fokussieren, so dass ihr euch praktisch blind vorarbeiten müsst. Sinnvoll wäre vor allem für etwas ältere Spieler ein Online-Modus gewesen, mit dem man mit bekannten und unbekannten Gamern die Missionen durchleben kann, wenn mal niemand aus dem eigenen Freundeskreis Lust hat, Lego zu spielen. Aber die beiden Mankos sind nun wirklich verkraftbar, oder?

Fazit:
Die »Lego«-Spiele gehen mit »Harry Potter: Die Jahre 1-4« in eine neue Runde – und schaffen dies nahezu fehlerfrei. Die Abenteuer als Harry & Co. sind spaßig, bunt, einfach zu verstehen, bisschen verrückt, albern und spielwert. Trotz der fehlenden freien Kamera und des vermissten Online-Modus können wir all jenen eine Empfehlung aussprechen, die sich mit dem Setting und Zauberer mit der Brille und der Narbe auf der Stirn anfreunden können.

Wertung: 7,0

Kommentare (1)


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Filmfreak
22.08.10 - 23:28
Wem es gefällt, ist aber nichts für mich.
Für die jungen Fans allerdings freue ich mich.

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