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Special-Review: Spider-Man: Dimensions (Videospiel)

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Wenn unser Planet einmal mehr vor seiner Zerstörung steht, kann normalerweise nur ein Superheld das Schlimmste abwenden. In diesem Fall geht der Hilfeschrei direkt an Spider-Man, der in die Hufe kommen und ein zerborstenes Artefakt finden muss. Allerdings ist dieses nicht nur kaputt - es ist außerdem und in vier verschiedenen Dimensionen aufgetaucht. Weil diese unterschiedliche Herausforderungen bereithalten, spielt ihr nicht einen, sondern gleich vier Spideys. Ob das die Chancen auf Erfolg erhöht?

Es ist immer schön zu sehen, dass Entwickler aus begangenen Fehlern lernen. Die bisher erschienen Spider-Man-Games waren mal mehr, mal weniger gut - und nun möchte man offenbar zum Großteil neue Pfade ergründen und einiges besser machen. Dafür spricht die Grafik, die sich nicht länger vergeblich am Realismus versucht ebenso wie die komplexer gewordene Steuerung und natürlich die vier Protagonisten. Das Spielprinzip dagegen ist weitestgehend von Veränderungen verschont geblieben. Wie gewohnt legt ihr euch mit Dutzenden Schurken an, schwingt und rennt durch die linearen Level und landet schlussendlich beim Endboss. Habt ihr den besiegt, seid ihr der Zusammensetzung des Artefaktes mit dem vielsagenden Namen »Tablet of Order« ein Stück näher gerückt - und damit der Rettung der Welt. Es erinnert ein wenig an die guten alten Zeiten, als man sich noch von Ebene zu Ebene zockte, zwischendurch ein fettes »GAME OVER« oder »YOU WIN« zu lesen bekam - nur besser, weil abwechslungsreicher. Denn die linearen Missionen, die innerhalb der vier Dimensionen nach Freischaltung nach Belieben angewählt werden können, stellen verschiedene Herausforderungen. Hierbei sticht besonders einer heraus: Spider-Man-Noir. Dieser hat etwas von Splinter-Cell: Anders als bei den übrigen Paralleluniversen reicht es hier nicht aus, einfach durchzurennen und jeden niederzumetzeln, der sich euch in den Weg stellt - hier müsst ihr mit Köpfchen agieren. Andernfalls kommt ihr nämlich nicht weit.

das leben

Spinnenfäden aus den 1980ern

Die Noir-Level sind bewusst düster und dunkel gehalten. Das ist hilfreich, um euch unbemerkt im Schatten zu bewegen und falls nötig Feinde in Sekundenschnelle auszuschalten. Wem das nicht liegt, kann sich in den Universen von Amazing Spider-Man, Spider-Man 2099 und Ultimate Spider-Man austoben. Da heißt es dann: Feinde mit Spinnweben vollsauen, heranziehen und wegpusten, wie wild herumschlagen, an Wände hinaufklettern, sich elegant durch die Welten schwingen und dabei lässige Sprüche vom Stapel lassen. Die englische Synchronisation (mit deutschen Untertiteln) erinnert an die Originalserie aus den 1980er Jahren: Frech, cool und meistens etwas überheblich. Und das zieht sich durch alle vier Welten. Grafisch wechselt sich »Spider-Man: Dimensions« (auch »Shattered Dimensions«) hingegen ab: Mal mutet sie modern und gar kunststoffhaft an, mal ist sie einem Comic entsprungen und mal einfach nur düster. Damit die geradlinigen Level Spannung und Vielfalt gewinnen, könnt ihr euren Spidey übrigens mit neuen Moves austatten. Dadurch könnt ihr Spinnenfäden innovativ einsetzen oder die Zeit manipulieren, um beispielsweise Angriffen auszuweichen. Insgesamt hilft das jedoch wenig gegen das starre Gameplay, das durch ebensoloche Abschnitte geschaffen wird. Deutlich besser wäre eine direkt zusammenhängende Handlung gewesen, die ohne manuelle Levelauswahl und Starrheit auskommt.

Richtig gefallen können eigentlich nur die Boss-Kämpfe. Deren Inszenierung sticht insbesondere durch Action hervor. Manchmal schlagt ihr euch regelrecht mit Fäusten die Fresse ein, manchmal springt ihr dem Fiesling hinterher und versucht dann, ihn zur Strecke zu bringen. Dabei ebenso nervig wie im übrigen Spielverlauf: Das altbackene Gesundheitssystem. Ihr habt einen Old-School-Gesundheitsbalken, der sich füllt und leert - ist er leer, seid ihr tot. Dabei müssten es die Entwickler eigentlich besser wissen, denn heutzutage setzen immer mehr Games auf die automatische Regeneration: Seid ihr außer Reichweite eures Feindes, füllt sich eure Lebensenergie. Vielleicht beim nächsten Spidey-Abenteuer. Und zuletzt: Die Steuerung. Die ist um einiges komplexer ausgefallen, funktioniert in der Regel trotzdem gut. Allerdings erweist sich die Kameraperspektive nicht immer als vorteilhaft - vor allem dann nicht, wenn man lebensmüde über einer Schlucht herumschwingt - und manchmal wechselt die Perspektive gar zu einer gänzlich anderen Person. Zwar ist das gewollt und eingearbeitet, gewöhnungsbedürftig ist es aber allemal.

Fazit:
»Spider-Man: Dimensions« zeigt viel Potenzial. Demnach gefällt das Noir-Level, die Aufrüstungsmöglichkeiten eurer Protagonisten ist ein zwar alter, aber doch netter Einfall und die Boss-Fights machen mitunter richtig Spaß. Dennoch hat der Titel seine Schwächen, wie etwa die starrköpfige Linearität und das längst überholte Health-System. Für Spidey-Fans trotz der Negativpunkte sicherlich einen Gucker Wert.

Wertung: 7/10

Kommentare (1)


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Filmfreak
17.09.10 - 22:31
Wieder ein sehr gelungenes Spiele-Review von Dir, Daniel auf der XBox 360.
Die Spider-Man-Fans dürfte es somit zumindest teilweise erfreuen.

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