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Kritik: Hot Tub Time Machine

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Manche Entscheidungen im Leben würde man gern revidieren - kann man aber oft nicht. Da käme eine Zeitmaschine wie gerufen, mit der man wichtige Ereignisse noch einmal durchleben und Fehler vermeiden könnte, die man zuvor gemacht hat. Adam (John Cusack), Jacob (Clark Duke), Nick (Craig Robinson) und Lou (Rob Corddry) finden zufällig eine Möglichkeit, einen Teil ihrer Jugend ein weiteres Mal zu durchleben - und nutzen sie. Schließlich könnten sie so etwas geradebiegen, dass ihre Zukunft positiv beeinflussen wird. Nötig wäre es, denn die vier Männer sind mit ihrem Erwachsenendasein alles andere als zufrieden.

Ihre Gegenwart im Jahr 2010 sieht düster aus: Adam wird von seiner Freundin verlassen, Nick hasst seinen Job und Lou hat sich "versehentlich" fast umgebracht, außerdem scheint er seine große Liebe im Alkohol gefunden zu haben. Und Jacob, Adams nerdiger Neffe, vertrödelt seine Zeit lieber im »Second Life«-Gefängnis als vor die Tür zu gehen und dort Erfahrungen zu sammeln. Kurzum: Es ist Zeit für Veränderungen! Deshalb beschließen sie, einen alten Winterresort aufzusuchen, in dem die drei - Jacob war noch nicht auf der Welt - früher Parties gefeiert und Frauen kennengelernt haben, um wieder Freude und zueinander zu finden. Dort erwartet sie ein einarmiger Portier, der ihre Koffer durch die Gegend schmeißt und am Ende auch noch Trinkgeld will und sie finden den magischen Whirlpool. Dieser versetzt sie auf rätselhafte Weise in das Jahr 1986. Zum Glück verzichtet »Hot Tub Time Machine« auf eine hypermoderne Inszenierung der Zeitreise - die Männer sind schlicht und ergreifend plötzlich nicht mehr in der Gegenwart. Und wissen zunächst selbst nicht so genau, warum.

Ab dem Zeitpunkt, da sie bermeken, dass sie in den '80ern sind, wird der Film von Regisseur Steve Pink so, wie »Born To Be Wild« aus dem Jahr 2007 hätte sein sollen: frisch, innovativ, unterhaltsam, aber auch recht niveaulos. Jacob, vom »Schmetterlingseffekt« überzeugt, plädiert dafür, bloß nichts zu tun, was die Zukunft verändern könnte - vor allem aus der Angst heraus, dass er nicht gezeugt werden könnte. Seinen Mitreisenden ist das natürlich wurscht - sie wollen ihre jungen Jahre genießen. Allerdings klappt das nicht so recht. Sänger Nick verführt einen Groupie und bricht beim Sex in Tränen aus, weil er an seine Ehefrau denkt, Adam schafft es nicht, sich von seiner Jugendliebe zu trennen und Lou betrinkt sich nicht nur wieder, er möchte auch noch einen Dreier mit Jacob. Der wiederum hat ein anderes Problem: Er flackert und verschwindet immerzu von der Bildfläche, als sei er nicht real. Früher oder später mündet all das in anspruchslosen Szenen, in denen wir Lou beim Liebesakt beobachten dürfen, Jacobs (spätere) Mutter als Kokserin erleben und Adam eine neue interessante Frauenbekanntschaft macht, die jedoch zu oberflächlich bleibt. Wesentlich besser gefallen einige spitze Dialoge, sinngemäß zum Beispiel: »Vielleicht schaffen wir es, dass Miley Cyrus nicht gezeugt wird«, der Running-Gag mit dem einarmigen Portier und Nicks Frechheit, die Black Eyed Peas zu erfinden. Und auch Google bekommt sein Fett weg.

Schauspielerisch fällt besonders Clark Duke aufgrund seiner unterdurchschnittlichen Leistung auf. Oftmals wirkt er energielos und gelangweilt. Rob Corddry nimmt man den draufgängerischen Lou ab, John Cusack passt die Figur eines verträumten Romantikers und Craig Robinson steht die Rolle des Musikers mit dem gebrochenen Herzen.

Fazit:
»Hot Tub Time Machine« ist kurzweilige und bisweilen frische Unterhaltung, die allerdings oft mehr Niveau und mehr große Gags vertragen hätte. Im Kino muss man sich den Film nicht unbedingt ansehen, auf DVD oder BluRay reicht aus.

Wertung: 6,5/10

Kommentare (4)


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Chev
12.10.10 - 00:54
Wenn ich schon lese "Voll breit in die Vergangenheit" und John Cusack ...
dann glaub ich muss ich den Film gar nicht sehen.

Vielleicht gibts ja noch den einen oder anderen Kommentar oder einige Bewertungen, dann überlege ich mal ob ich ihn mir noch anschaue.

Danke für die Filmkritik.

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chredd
10.10.10 - 03:20
ich denke auch, nach deiner wie immer guten rezession, wirds bloß die dvd.
danke für die mühe

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eichi
06.10.10 - 11:11
tja, wenn ich mal nur von deiner punktebewertung ausgehe, rechne ich mit einer unterhaltsamen komödie ... danke für deine kritik. kino wird es bei mir wohl nicht werden. dvd oder blu-ray könnte durchaus sein!

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Filmfreak
06.10.10 - 10:06
Ehrlich gesagt mehr hatte ich von diesem Film auch nicht erwartet, trotzdem eine gelungene Kritik von Dir, Daniel!

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Hot Tub - Der Whirlpool ... ist 'ne verdammte Zeitmaschine!, 2010

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