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Kritik: Meine Frau, unsere Kinder und ich

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Die Gaylord Trilogie geht nun also in die dritte Runde und der Zuschauer darf wieder einmal dabei sein, wenn Greg Focker (Ben Stiller) auf seinen überfürsorglichen Schwiegervater Jack Byrnes (Robert DeNiro) trifft. Nun haben die ersten beiden Teile die Kinokassen recht gut klingeln lassen, die Familiensaga des Fockers war ein voller Erfolg. Kein Wunder, dass ein dritter Teil nachgeschoben wurde, aber das Publikum hat auch gewisse Erwartungen an diesen Film und man möchte ein Sequel sehen, welches das Niveau der ersten beiden Teile hält. Da liegt das Problem, denn der neue Film schafft es nicht an den Humor der Vorgänger anzuknüpfen und ist bei weiten nicht so unterhaltsam.

Ober Focker

Greg ist mittlerweile Daddy geworden und seine beiden Zwillinge spielen eine wichtige Rolle in seinem Leben. Die Tochter wechselt kein Wort mit ihrem Vater, warum auch immer, sie scheint sowieso mehr nach den Byrnes zu kommen und hat ein sehr großes Selbstbewusstsein. Der Sohn von Greg ist ein wenig schüchtern und macht nicht gerade einen geistig fitten Eindruck im Vergleich zu seiner Schwester. Nur das Hauptaugenmerk liegt hier auch gar nicht bei den Kindern und die Story um die Kleinen verfällt im Hintergrund. Wieder einmal steht Jack ganz vorn im Spiel und es geht um seinen Nachfolger, denn einer muss ja das Familienoberhaupt sein und den „Kreise des Vertrauens“ zusammenhalten und regieren. Jack ist etwas in die Jahre gekommen und erleidet einen Herzinfarkt, aber ganz in alter Geheimagentenmanier, defibrilliert er sich mittels Lügendetektor selbst. Aus Angst vor seinem Ableben, will er nun Greg als „Ober Focker“ erkoren und diesem scheint die Vorstellung auch ganz gut zu Gefallen. Wie üblich kommt es aber beim Besuch der Familie Byrnes bei den Fockers in Chicago mal wieder zu einigen Missverständnissen und Vertrauensproblemen.

Jetzt lach doch mal!

Gemütlich und gesellig sitzen die Byrnes mit den Fockers am Esstisch und Greg gibt sich die Ehre, den Truthahn anzuschneiden, jedoch - allzu vorhersehbar - endet das Ganze im blutigen Chaos. Vielleicht ist Greg doch nicht geeignet für den Job des Familienanführers und die naive Frage von Gregs Sohn „Können Mädchen mit ihrer Vagina pupsen?“, untergräbt die Autorität des Anwärters auf den „Ober Focker“ Job komplett. Da man Gaylord ja nun schon gut aus den anderen Filmen kennt, weiß man, dass er ungern ein Fettnäpfchen auslässt und so muss sich Jack einem lebenden Begräbnis aussetzen. Auch in dieser Szene ist sofort für den Zuschauer erkennbar, wie sie endet und an welcher Stelle man dann Lachen soll. Denn, wenn Greg einen Laster voll Sand rückwärts aus der Einfahrt lenkt und Jack genau dahinter steht, dann brauch man nur noch eins und eins zusammen zu zählen. Leider hat dieser Humor allerdings im Kinosaal nur ein leichtes Schmunzeln erzeugt und in ähnlicher Weise verging dann auch fast die gesamte Spieldauer des Filmes. Die Story zog sich ein bisschen dahin und die Slapstick Einlagen haben nicht annähernd den Charme der anderen Filme enthalten.

Eine Neue Figur soll es retten

Damit sich das Misstrauen von Jack gegenüber Greg besser begründen lässt, baute man noch einen neuen Charakter dazu. Andi Garcia (Jessica Alba) ist sozusagen eine Kollegin von Focker, diese möchte ihn gern verführen und das auf sehr subtile Art und Weise. Nur, wie gesagt, mittlerweile kennt der Betrachter den guten Greg und so würde man nie auf die Idee kommen, dass der Plan von Andi aufgeht. Sie ist auch viel zu nervig, aufgesetzt, flippig und übertrieben, man freut sich überhaupt nicht, wenn sie auf der Leinwand erscheint und sie bietet null Unterhaltungswert. Auch die üblichen Nebencharaktere wurden alle mit einer kleinen Geschichte bedacht. So bekommt Mama Focker (Barbara Streisand) ein paar kleine Auftritte, denn als Sexexpertin hat sie mittlerweile eine erfolgreiche TV Sendung. Auch Owen Wilson und Dustin Hoffman wurden mit ein paar kurzen Szenen bedacht, jedoch fügen sich deren Storys meist nur schlecht in die Gesamtstory ein und haben somit nicht viel zu bieten. Irgendwie ist die Geschichte einfach nicht ganz rund und die Gags wirken sehr erzwungen.

Am Ende wird alles gut

Etwas enttäuscht vom Film, verfolgt man noch mit ein wenig Aufmerksamkeit die letzten 15 Minuten Spielzeit und da passiert es, man wird munter und endlich ist der lang ersehnte geniale Humor, den man erwartet hatte, da. Auf einmal kommt man kaum noch aus dem Lachen raus, denn die letzte viertel Stunde hat es in sich. Im Stil von »Der Weiße Hai« gibt es einen besonderen Moment im Kinderbällchen Pool zwischen Focker und Byrnes und die Situationskomik, die sich daraus ergibt, ist einfach köstlich. Der Abspann ist ein kleines Highlight und der Remix von Gregs Rede über seinen geliebten Schwiegerpapa hat Chartqualität. Nur leider kommt der Humor zu spät, aber dafür mit voller Wucht und so rettet er den dritten Teil der „Meet the Parents“ Reihe dann doch noch vor dem Untergang.

Fazit:
Nicht annähernd mit den Vorgängern zu vergleichen und eine kleine Enttäuschung, mit viel zu erzwungenem Humor und wenig Witz, so rauscht der Film am Cineasten doch recht öde vorüber. Aber in den letzten Minuten, die auch sehr dezent auf einen vierten Teil deuten lassen, kommt auf einmal wieder Freude auf und man möchte auch im „Kreis des Vertrauens“ aufgenommen werden. Dennoch, trotz einiger Schwächen, ist der Film eine Sichtung wert, zumindest für die Focker und Byrnes Fans, jedoch ist ein Kino Gang nicht erforderlich.

Wertung: 5,5 von 10

Kommentare (4)


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Kiddow
30.12.10 - 11:32
Danke Jürgen. Das stimmt, die ersten beiden Teile waren sehr gut....deswegen waren meine Erwartungen auch nicht gerade gering...der gesamte Kinosaal war sichtlich etwas enttäuscht von dem dritten Teil....Schade.

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eichi
30.12.10 - 11:28
Absolut tolle Kritik, Katrin!!! Nur schade um den Film. Die ersten beiden Teile waren naemlich wirklich gut.

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Kiddow
30.12.10 - 11:17
Danke Ruben, ja die paar Monate kann man sich hier auf jeden Fall noch gedulden und sich den Film dann einfach mal kurz zu Hause genehmigen.

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Filmfreak
30.12.10 - 08:34
Nach Deiner gelungenen Rezi Katrin, kann ich hier getrost auf die Heimauswertung warten.

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