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Kritik: The Tourist

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Nun wurden ja Mitte Dezember die Nominierungen für den Golden Globes Awards veröffentlicht und »The Tourist« wurde ja in einigen Kategorien genannt, zum Beispiel: Beste Komödie oder Musical und auch die Hauptdarsteller Angelina Jolie und Johnny Depp wurden für ihre Darstellungen in diesen Film nominiert. Das ist also schon mal ein guter Grund den Film zu sehen, außerdem ist der Regisseur der deutsche Oscar Preisträger Florian Henkel von Donnersmarck und das lies natürlich die Erwartungen an »The Tourist« noch ein wenig größer werden. Aber dann im Kino kommt die bittere Enttäuschung, denn dieser Film hat leider nicht viel zu bieten und nach der Sichtung beginnt das zweifeln an den genannten Nominierungen.

Elise Ward (Jolie) ist eine geheimnisvolle, sehr elegante Dame, die unentwegt beschattet und überwacht wird, denn sie ist die langjährige Freundin von Alexander Pearce. Dieser schuldet der britischen Krone über 700 Millionen Pfund an Steuerschulden. Nun macht sich Elise auf die Reise von Paris nach Venedig, um sich nach Jahren wieder mit ihrem Geliebten Alexander zu treffen. Da Scotland Yard nicht weiß, wie der Steuersünder aussieht, startet Elise ein Ablenkungsmanöver und spricht im Zug den unauffälligen Frank (Depp) an. Von ihrer Schönheit ist der amerikanische Mathelehrer etwas eingeschüchtert, aber dennoch verfällt er schnell den Reizen der mysteriösen Frau. In Venedig angekommen muss Frank dann aber feststellen, dass er da in eine sehr gefährliche Situation geraten ist, denn nun fürchtet er um sein Leben. Auf einmal sind hinter ihm schwere bewaffnete Jungs her und die hübsche Elise wendet sich von ihm ab. Allein in Venedig versucht der Tourist Frank zu überleben und seine verhängnisvolle Begegnung wieder aufzuspüren, denn er hat sein Herz an Elise verloren.

So weit so gut, der Filmtitel erklärt sich somit ja von selbst, es geht um einen Touristen, der in eine missliche Lage fällt und der Zuschauer soll nun also mitfiebern, ob die Geschichte gut ausgeht. Es gibt dann noch zwei große Wendungen im Film, die leider nur allzu vorhersehbar sind und schon ist der Streifen vorbei. Die gesamte Laufzeit über wartet man hier vergeblich auf Spannung und es fehlt dem Streifen eindeutig an Dynamik. Die Story ist einfach nicht stimmig und am Ende fragt man sich, was der Drehbuchautor sich dabei wohl gedacht hatte? Vielleicht kann man mit so einer Geschichte Zuschauer begeistern, die noch nie einen Film gesehen haben, aber die meisten Cineasten werden hier einfach nur gelangweilt den Geschehnissen auf der Leinwand folgen und mit einem Gähnen die Spieldauer vorbeiziehen lassen. Action darf man auch nicht erwarten, denn eine Verfolgungsjagd im Boot bei 10 Km/h ist alles andere als flott und spannend.
Man beschränkt sich hier auf sehr wenige Kameraeinstellungen und filmt gern minutenlang Gesichter und Stillleben. Die Filmmusik ist in fast jeder Szene vernehmbar und hat eine einschläfernde Wirkung. Andererseits sieht man sehr schöne Aufnahmen von Venedig und so wirkt der Film teilweise wie eine Reisedokumentation für Touristen. Leider können die Darsteller den Film auch nicht retten, obwohl Jolie und Depp einzeln eine gute Leistung abgeben. Das Problem liegt eindeutig in der nicht vorhandenen Chemie zwischen den Beiden, denn das Liebespaar kauft man ihnen keine Sekunde lang ab. Eher im Gegenteil, bei der Kussszene zwischen Depp und Jolie ist man fast schon angewidert, sie passen nicht zusammen und spielen auch nicht harmonisch miteinander. Immerhin gibt es drei Momente im Film, bei denen man Lachen oder zumindest Lächeln kann. Wenn sich Elise schick herausputzt und Frank ihr verführerisches Abendkleid präsentiert und er auf diesen Anblick hin meint, dass sie ausgehungert aussieht und Elise erwidert, dass er das Wort ausgezeichnet verwenden sollte, dann ist das schon ein witziger Moment. Aber leider reichen ein paar humorvolle Augenblicke nicht, um eine Nominierung für die „Beste Komödie“ zu recht fertigen.

Fazit:
Für einen Thriller ist „The Tourist“ zu lahm, für eine Komödie ist er nicht witzig genug und somit sollte man den Film am besten als Romanze einordnen. Nur so richtig romantisch ist er auch nicht. Schwer zu sagen, was der Film eigentlich sein soll und in welches Genre er passt. Aber dafür kann man ganz klar sagen, dass er nicht sehenswert ist und kaum Unterhaltung bietet. Der Film wirkt unreif und unvollendet, bis zur letzten Minute wartet man vergeblich auf einen großartigen Moment und somit sind fast alle Szenen auch schon kurz nach der Sichtung wieder vergessen.

4 von 10 Punkte

Kommentare (2)


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Kiddow
12.01.11 - 23:45
Ja das habe ich mir die gesamte Laufzeit des Filmes über auch gedacht.

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Filmfreak
12.01.11 - 23:40
Schade schade da wäre eindeutig mehr drin gewesen!

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