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Kritik: Rango

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Animationsfilm trifft auf Western!
Liebe Freunde des Animationsfilmes aufgepasst, wer sich für diese Art von Filmen begeistern kann und sich eventuell auch mal gern einen Western anschaut, der kann bei »Rango« nichts verkehrt machen. Hier werden einige Sequenzen der großen Meisterwerke »Zwei glorreiche Halunken« und »Spiel mir das Lied vom Tod« neu interpretiert, aber auch Auszüge aus »Fear and Loathing in Las Vegas« oder »Fluch der Karibik – Am Ende der Welt« sind in »Rango« vertreten. Man kann jetzt natürlich fragen, ob das dann alles insgesamt überhaupt noch zusammen passt und die Antwort ist: Ja, das tut es!

Wer bin Ich?
Diese Frage haben sich sicherlich schon viele in ihrem Leben gestellt, es ist nicht immer einfach zu wissen, wer man eigentlich ist. Ist man nun schüchtern, offen, mutig, ängstlich oder ist man Niemand. Niemand zu sein ist eigentlich unmöglich, denn jeder ist irgendwer, nur wer ist man genau?
Eben noch war Rango einfach nur ein Chamäleon, dass einsam und alleine in einem Terrarium lebte, dessen einzige Freunde ein Goldfisch aus Plastik und eine halbe Barbiepuppe waren. Doch nun ist er auf einmal Rango, ein harter Bursche mit dem man sich nicht anlegen sollte, der Sheriff einer Stadt, vor dem sich die Bösen fürchten sollten. Durch einen Autounfall landet das Chamäleon einsam und alleine mitten in der Wüste und sein sicheres Plätzchen im Terrarium existiert nicht mehr. Auf der Suche nach Wasser, der nächsten Stadt und sich selbst spaziert es durch den Sand und muss schnell die Gefahren der „Wildnis“ kennenlernen. Aber dann gelangt es wieder in die Zivilisation, die Stadt „Dreck“. Hier leben alle möglichen Tiere zusammen und das Chamäleon ist der Fremde – der Neue – und wird im Salon von allen unter Augenschein genommen. Das ist jetzt natürlich die Gelegenheit, sich eine neue Identität zuzulegen und sich dabei vielleicht selbst zu finden. So wird aus dem Chamäleon, was bis dato keinen Namen hatte, Rango. Er erzählt den Einwohnern aufregende Geschichten über sein Leben. Alle lauschen gespannt zu und hören sich die wilden Storys von Rango an, wie er alle möglichen Banditen schon zur Strecke gebracht hat. Als die Stadt dann auf einmal zufällig von einem bösen Bussard angegriffen wird, muss Rango aber beweisen, dass er tatsächlich ein solch harter Bursche ist. Die Umstände machen es ihm dann auch möglich den Vogel zu besiegen und somit ist Rango nun der angesehene Sheriff der Stadt und nicht länger das einsame Chamäleon in der Identitätskrise.

„Willkommen in Dreck“
Das größte Problem in der Wüste ist Wassermangel. In der Stadt gibt es so gut wie kein Wasser mehr und die Bewohner von Dreck sind am Verdursten. Selbst der letzte Wasservorrat wurde aus der Bank gestohlen. So ist es nun die Aufgabe von Rango, den Diebstahl aufzuklären und das Wasser wieder zu beschaffen. Doch wird ihm das gelingen? Denn eigentlich ist er ja nur ein verwöhntes Chamäleon, das bisher gemütlich in einem Terrarium lebte. Aber jetzt glauben ja alle in „Dreck“, dass er ein Held ist, der keine Angst vor Gefahren hat. Erneut muss Rango beweisen, wer er ist.

Die staubige Western Atmosphäre kommt bei »Rango« voll zum Tragen. Die Figuren sind nicht niedlich, wie es sonst in Animationsfilmen üblich ist, sondern teilweise sogar eher hässlich. Aber dennoch erkennt der Zuschauer sofort die Liebe für das Detail, denn jede der Figuren hat im Film eine besondere Rolle und ist perfekt animiert worden. Zugegeben, die Story ist nun nicht gerade innovativ, noch von großer Bedeutung oder spannend. Doch es stört einen nicht, auch wenn man den Bösewicht sofort als diesen enttarnen kann und das Ende vorhersehbar ist, bietet der Film dafür eine Menge Humor und Witz, der einen über die Mankos hinweg sehen lässt. Lachen kann man hier ohne Ende und teilweise reihen sich die spaßigen Sprüche so schnell aneinander, dass man sich als Betrachter wieder zusammen reißen muss, um keinen Gag zu verpassen. Auch die Synchronstimme von Johnny Depp trägt einen Teil dazu bei, dass man sich sofort wohl fühlt in diesem Film. Natürlich kann man dadurch auch etwas mehr schmunzeln, wenn Sequenzen von »Fear and Loathing in las Vegas« oder »Fluch der Karibik – Am Ende der Welt« gezeigt werden. Jedoch ist der Höhepunkt schlecht hin der Auftritt von Clint Eastwood als Animationsfigur, welcher in »Rango« eine Art Gottheit spielt. Musikalisch gibt es ein paar Einlagen ganz im Sinne von Ennio Morricone und diese lassen das Herz des Musikfreundes gleich mal eben schneller schlagen.

Fazit:
»Rango« verleiht dem Western Genre wieder Leben und ist eine kleine Hommage für die großen Western Klassiker. Verpackt wurde alles in wunderschöne Animationen und dazu gab man noch eine gehörige Portion Humor. Das Ergebnis ist ein durchaus gut gelungener Film, der den Zuschauer bestens unterhält und sicherlich mehr als nur eine Sichtung verdient.

Wertung: 8 von 10 Punkten

Kommentare (2)


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Kiddow
08.03.11 - 06:12
Danke dir Ruben.
Ich werde mir den Film auch auf jeden Fall kaufen, er ist jedes Geld wert.

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Filmfreak
08.03.11 - 01:34
Schöne Kritik von Dir, Katrin.
Da mir beide Genres (Western & Animation) zusagen, wird dieser Film auf alle Fälle in meine Sammlung wandern!
Ich freue mich schon sehr auf diesen Film...

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