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Special-Review: Dreamcast Collection (Videospiel)

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Innerhalb der letzten Jahrzehnte haben sich Videospiele vom Image der bunten, kantigen Texturen und dem einfachen Erzählstil entfernt und sich zu einem Zeitvertreib mit realistischer Grafik und komplexen Geschichten entwickelt. Klassische Videospiele, die technisch freilich nicht dem heutigen Stand entsprechen, erfreuen sich dennoch großer Beliebtheit und werden teilweise als Arcade-Titel vertrieben. Vier von ihnen, nämlich »Sonic Adventures«, »Crazy Taxi«, »Space Channel 5 – Part 2« sowie »Sega Bass Fishing« bringt SEGA nun in der »Dreamcast Collection« für den PC und die Xbox 360 auf den Markt – und lädt damit zum Taxifahren und Fischen ein. Ein Angebot, das man sich als Fan sicher nicht entgehen lassen sollte!

Klassiker, die sich bessern



Trotzdem sollten keine Originalspiele erwartet werden, eine Adaption bringt schließlich immer ihre Veränderungen mit sich. Die lässt sich bereits bei »Crazy Taxi« erahnen: Hier ist es eure Aufgabe, mit einem schmucken, gelben Cabrio möglichst viele Fahrgäste innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne von A nach B zu befördern. Klingt wie eine Simulation, ist es aber nicht, denn der Kunde soll sich hier nicht als König und sicherlich nicht sicher fühlen. Für waghalsige Sprünge und beinahe Unfälle gibt es einen Spielgeldbonus; wem das allein zu lasch ist, kann eine der im Game integrierten Minispiele absolvieren. Inhaltlich ist »Crazy Taxi« weitestgehend identisch mit dem Dreamcast-Original, die Neuerungen verbergen sich im Detail: Statt The Offspring dudelt neu lizensierte Musik im Hintergrund und auch die ein oder andere grafische Besserung macht sich bemerkbar. Während letztere recht subtil daherkommt und den Charme eines Retro-Games nicht zu zerstören vermag, dürfte gerade die fehlende ursprüngliche Hintergrundmusik bei dem ein oder anderen ein schmerzliches Gefühl verursachen – vor allem bei jenen, die sich ihren adaptierten DC-Liebling ohne nennenswerte Verbesserungen gewünscht haben. Jene zeigen sich jedoch nicht nur beim Taxifahren: Durftet ihr vor Jahren bei »Sega Bass Fishing« noch tatsächlich mit einem Nachbau einer Angelrute fischen, fehlt selbige in den Fassungen für die Xbox 360 und den PC. Folglich angelt ihr – zugegeben: bequem – mit dem Controller oder der Tastatur an drei verschiedenen Angelpunkten und Uhrzeiten. Die nur geringe Zahl an Angelorten und die Tatsache, dass sich das Gameplay prinzipiell wiederholt, lässt das Fishing insgesamt recht monoton wirken. Weshalb man sich für diesen und nicht für einen anderen Titel – z.B. »Shenmue« – entschieden hat, bleibt wohl ein Geheimnis des Publishers.

Einen deutlich besseren Eindruck hinterlässt »Sonic Adventures«, in dem ihr den bösartigen Plan von Dr. Eggman, aus den sieben Chaos Emeralds ein Monster zu erschaffen, verhindern sollt. Dafür stehen euch gleich sechs verschiedene Figuren mit differenten Fähigkeiten zur Verfügung, wodurch das Abenteuer mehrmals spielbar ist und reichlich Abwechslung bietet. Vor allem die coolen Sprüche von Sonic, die in der originalen englischen Sprachausgabe verblieben sind (mit deutschen Untertiteln), frischen die Geschichte auf, die durch ihre pixelige, teils leicht stotternde Grafik sympathisch wirkt und gekonnt an die guten, alten Zeiten erinnert. Zuletzt bietet sich »Space Channel 5 – Part 2« an und fordert euer Gehör heraus. In der Haut einer Reporterin sollt ihr eine geheimnisvolle Tanzgruppe finden – was spannend scheint, mutiert zum frustrierenden Knöpfchendrücken. Die Tasten sollt ihr möglichst im Takt bedienen, allerdings wird euch der richtige Zeitpunkt nicht vorgegeben, sondern soll von euch selbst ermittelt werden. Ohne richtiges Hinhören kommt man nicht weit, da sich der richtige Moment nicht bemerkbar macht und man dazu neigt, zu früh oder zu spät zu drücken.

Fazit:
Zweifellos ist es eine lobenswerte Idee, Klassiker einer anderen Konsole wiederaufleben zu lassen. Mehr Zweifel ruft die Titelwahl von SEGA hervor, lediglich »Sonic Adventures« und »Crazy Taxi« versprechen durch Kurzweile Spielspaß. »Sega Bass Fishing« hingegen ist ein einziger Witz, der sich schnell wiederholt, derweil »Space Channel 5 – Part 2« einiges an Übung und gutem Gehör erfordert, um den Spieler nicht vorzeitig zu frustrieren. Die »Dreamcast Collection« richtet sich demnach vor allem an eingefleischte DC-Fans, die es sich dennoch zweimal überlegen sollten, ob sie für die Veröffentlichung den vollen Preis bezahlen möchten oder nicht lieber auf eine Budget-Fassung warten.

Wertung: 5/10

Kommentare (2)


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Filmosoph
10.03.11 - 15:39
Hab noch einen Dreamcast zuhause, bin schon richtig geschockt, dass man diesen schon emuliert, die Zeit vergeht! Sonic ist aber wirklich klasse lieber Daniel!

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Filmfreak
09.03.11 - 16:17
Ja ja, die guten alten Arcade-Klassiker auf diversen Konsolen...hach was waren das noch für Zeiten... *träum*

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