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Special-Review: Tiger Woods: PGA Tour 12 Masters (Xbox 360)

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Vorbei die Zeiten, in denen Golf als Zeitvertreib für Wohlhabende galt. Zumindest in »Tiger Woods: PGA Tour 12 Masters« kommt es allein auf spielerisches Können, taktisches Geschick und ein bisschen Glück an. Ein Zusammenspiel aus den genannten Umständen könnte zum ersten Platz der Masters-Tour und damit zum begehrten grünen Jackett führen.

Das Golfhandwerk



Angesichts des Titels ließe sich vermuten, dass Tiger Woods innerhalb der Karriere eine größere Rolle einnimmt. Tatsächlich begrenzt sich sein Auftreten allerdings in erster Linie auf die des Namengebers – denn bis auf einige wenige Erwähnungen hat Woods in »PGA Tour 12 Masters« kaum Relevanz. Sicher: Er ist der größte und erfolgreichste Golfer, vierfacher Gewinner des Turnieres – und am Anfang sollen wir ihm zu einem weiteren Sieg verhelfen, ehe wir uns eine eigene Figur zusammenstellen und in die Szene eintauchen dürfen. Der Charaktereditor hilft uns dabei, wobei die Feineinstellungen etwas knifflig sind und ihr mitunter viel Geduld und Fingerspitzengefühl zutage bringen müsst, ehe euer Protagonist wie gewünscht aussieht. Wem das Aussehen seines Schlägerschwingers wurscht ist, kann ihn sich automatisch erstellen lassen – danach ruft bereits der Golfplatz. Bis zu den Masters, die alljährlich im Augusta National ausgetragen werden, ist es freilich ein langer Weg. Denn zunächst dürft ihr euch als Amateur einen Namen machen. Hierbei hilft euch ein Caddie, der stets an eurer Seite ist, euch mit den passenden Golfschlägern, Rat- und Vorschlägen versorgt. Die sind anfangs auch bitter nötig, später wird sich herausstellen, dass einige seiner Tipps vollkommen hanebüchen sind und ihr besser dran seid, nach eigenem Kopf zu spielen. Doch dafür müsst ihr das Handwerk eines Golfes verstehen.

EA macht euch das nicht unbedingt einfach – und das ist gut so! Schließlich will »Tiger Woods: PGA Tour 12 Masters« eine Simulation sein, die entsprechendes abverlangt. Fuhr früher die Kamera vor dem Spiel über den Platz, so dass ihr ungefähr einschätzen konntet, wie ihr euren Schlag auszurichten habt, könnt ihr nunmehr die Ansicht lediglich zwischen Sportler und Zielort wechseln. Hier kommt euer Caddie zum Einsatz, der euch mindestens eine Schlagempfehlung ausspricht, die beinhaltet, wo der Ball voraussichtlich landen wird und wie stark ihr in welche Richtung dafür schlagen müsst. So einfach das klingen mag, so schwer ist es: Hinzu kommt der Wind, der auf lange Distanz schier unberechenbar ist und eigene Fehler in der Bedienung. Die Steuerung ist nämlich äußerst empfindlich. Weicht ihr einen Millimeter von der gewünschten Richtung ab, verabschiedet sich der Golfball auf Nimmerwiedersehen. Gut, so schlimm ist es dann doch nicht, allerdings benötigt ihr mehr Schläge, je weiter ihr ihn vom Loch entfernt, um ihn zu selbigen zu bringen – und das bedeutet Punktabzug.

Es richtig machen



Habt ihr hingegen den Dreh heraus und ist der Ball nur wenige Meter vor seinem Ziel, wird es trotzdem noch einmal kniffelig. Es ist der Wind, der euch das Golferleben allzu oft schwer macht. Auf kurzer Distanz wird seine Richtung zum Glück angezeigt, so dass dementsprechend schlagen könnt. Je weniger Schläge ihr benötigt, je präziser ihr in ihrer Umsetzung seid, desto mehr XP-Punkte gibt es zur Belohnung und desto schneller steigt ihr im Ranking. Die XP-Points könnt ihr zur Charakteraufwertung verwenden, um z.B. die Schlagintensität zu stärken. Zusätzlich erhaltet ihr neues Equipment im Profi-Shop, durch das ihr euch optisch aufwerten könnt. Neben neuen T-Shirts und Caps stehen Golfschläger bereit, die das Spiel selbst beeinflussen. Was bleibt sonst zusagen? »PGA Tour 12 Masters« gefällt neben seiner Simulationsnähe durch wunderschöne Golfplätze – insbesondere Augusta National ist hübsch anzusehen -, die jedoch oft leer wirken, da es akustisch wenig zu hören und optisch wenig zu sehen gibt.

Fazit:
Ohne Frage ist »PGA Tour 12 Masters« ein Spiel für Golf-Enthusiasten, die ihr Können einmal auf der heimischen Konsole unter Beweis stellen wollen. Fingerspitzengefühl, Geduld und ein Faible sind allerdings Voraussetzung, denn die Simulation nimmt das Golf-Spiel ernst und inszeniert es dementsprechend pragmatisch. Dennoch: Die Umsetzung ist gut, die Spielmotivation hoch und die Mängel übersehbar.

Wertung: 7,8/10

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