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Kritik: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2

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Gut 13 Jahre (1998) ist es her, dass das erste Harry Potter Buch in die Buchläden kam. Darf man einigen Quellen glauben, gab es zu Beginn nur eine Auflage von 1000 Stück. Wer das Buch damals wollte, kaufte es noch in seiner ihm bekannten Währung, da zu dieser Zeit noch nicht einmal der Euro eingeführt war. Der erste Erfolg kam recht schnell und somit auch der erste Film "Harry Potter und der Stein der Weisen", der bereits im November 2001 in unseren Kinos zu sehen war. Die Geschichte rund um den Zauberer mit der Blitz-Narbe auf seiner Stirn verzauberte im wahrsten Sinne des Wortes seine Fans. Ganze 10 Jahre haben wir nun mit Harry, Hermine, Ron und Konsorten mitgefiebert, um in diesen Tagen das große Filmfinale mitzuerleben.

Da der Umfang der Story des siebten und letzten Buches so groß war, wurde der letzte Teil in zwei Parts geteilt. Der erste Teil von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" wurde bereits im vergangenen Jahr gezeigt und man ließ uns noch einige Monate warten, bis der endgültige Showdown in die Kinos gekommen ist. Anders als beim ersten Part, laut Warner reichte damals die Zeit nicht mehr, wurde der zweite Teil komplett in 3D gedreht und gezeigt. Aber nun genug der einleitenden Worte.

Mit den Jahren wurden nicht nur die Protagonisten erwachsener, sondern auch die Filme selbst. Der letzte Teil ist absolut kein Kinderfilm mehr. Die Stimmung ist düster, die Lage ernst und die Atmosphäre knistert. Es gilt Verluste zu verkraften und Opfer zu bringen. Ja, der letzte Teil hebt noch einmal den Anspruch und wird so der Geschichte durchaus gerecht. Gefühle werden nun offenherzig ausgelebt, Hermine zeigt sogar zwischendurch mal Dekolleté, … ja, es hat sich mittlerweile einiges geändert und die Filme dienen nicht mehr nur der reinen Unterhaltung, sondern fordern auch unsere komplette Aufmerksamkeit. Schon die ersten Minuten zeigen uns, was uns in dem Film erwarten wird. Es gibt längere Dialoge, die vor allem erklärende Fakten ans Licht bringen. Es gibt Stille Momente, die uns inne halten lassen. Man spürt förmlich, dass das Ende nah ist…

Wenn man den letzten Teil als zwei Filme zählt, dann hat Regisseur David Yates mit diesem zweiten Part seinen bereits vierten Potter-Film gedreht. Er macht seine Sache diesmal gut, nutzt die 3D Technik um noch mehr Tiefe in die Geschichte zu bringen und setzt hervorragend die tollen Effekte ein, um das Ganze spektakulärer, actionreicher und noch spannender zu gestalten. Unter den Darstellern sind eindeutig Ralph Fiennes (Lord Voldemort) und Alan Rickman (Snape) hervorzuheben, auch wenn Snape diesmal nicht ganz so viele Auftritte hat, wie Voldemort. Die drei Hauptakteure, Harry, Hermine und Ron, spielen auf gleichem, bekanntem Niveau. Nicht überragend, aber trotzdem glaubhaft und sympathisch. Auch Matthew Lewis (Neville Longbottom) hat diesmal einen großen und wichtigen Auftritt. Witzig ist auch, dass Ron in diesem letzten Teil zur Höchstform aufläuft und mit seinen Ideen nicht nur Hermine überrascht, sondern auch das Publikum. Auch wenn es sehr ernst zugeht, gibt es doch auch ein paar wenige Momente, die einem ein Schmunzeln abverlangen.

Das Ende des Films ist dann recht actionreich, aber leider nicht wirklich emotional. Man bekommt während der Sichtung weder die Zeit, um einem Gefallenen nachzutrauern, noch ist das Ende selbst wirklich rührend ausgefallen. Das ist vielleicht das größte Manko, das ich dem Film ankreiden muss.

Fazit:
Wäre es nicht das große Finale der langjährigen Geschichte rund um Harry Potter, würde der Film vielleicht um 1-1,5 Punkte weniger von mir bekommen. Aber im Anbetracht der Gegebenheiten muss und will ich, als bekennender Fan der Reihe, den abschließenden Film auch mit einer kleinen Gesamtnote versehen und gebe daher

8,5 von 10 Punkte

Herzlichen Dank, J. K. Rowling, mit deiner Geschichte hast du mir über Jahre unzählige schöne Stunden der Unterhaltung geboten!

Kommentare (4)


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eichi
14.07.11 - 11:59
also wenn die emotionale schiene etwas ausgeprägter ausgefallen wäre, hätte ich mir durchaus auch 9 von 10 punkte vorstellen können.

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Filmfreak
14.07.11 - 11:54
Gerne doch.
Ja so ist es. Da habe ich ein paar lange Filmabende vor mir. ich freu mich schon jetzt riesig darauf. Vor allem, wenn man sich dabei die Entwicklung der Filmreihe und deren Charaktere ansieht, wie Du hier ebenfalls sehr schön erwähnst.

Wärst Du bei Deiner jetzigen Bewertung geblieben, wenn das Finale diese emotionale Schiene beinhaltet hätte, oder hättest Du dann Deine Bewertung doch noch nach oben korrigiert?

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eichi
14.07.11 - 11:37
danke, ruben.
da hast du ja dann noch ganz schön was vor, wenn auch der letzte fürs heimkino ausgewertet wurde!

ja, die 3d effekte waren nicht übertrieben oder aufdringlich, sondern haben ihren teil zu dem tollen optischen auftritt beigetragen.

einzig - wie erwähnt - die emotionale schiene hat mir sehr stark gefehlt. als beispiel fällt mir da die szene am ende von herr der ringe ein, wenn aragorn und alle versammelten sich vor den vier hobbits verneigen. da läuft einem die gänsehaut über den körper. hier ist das leider absolut nicht der fall.

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Filmfreak
14.07.11 - 11:21
Eine sehr schöne Kritik von Dir zu dem großen Harry Potter-Finale, Jürgen.
Da ich die Filme selbst noch nicht gesehen habe (bis auf Teil I & II vor ein paar Jahren) kann ich zum Inhalt der letzten Filme relativ wenig anmerken.

Nach Deiner Kritik zu urteilen, waren für Dich die 3D-Effekte stimmig, oder?

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