Hosted by World4YouSamstag, 18. August 2018


Special-Review: Bodycount (Multi)

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Die Weltordnung steht auf dem Spiel! Eine Geheimorganisation namens Target bedroht sie und muss von einem Helden, der mehr kann als Sprüche klopfen, vernichtet werden, ehe es zu spät ist. »Bodycount« - ein Shootertitel, der doppeldeutiger kaum sein könnte - lässt euch in die Rolle desjenigen schlüpfen, der in feinster Actionmanier das Schlimmste abwenden soll. Schnell stellt sich heraus, dass jemand anderes viel dringlicher Hilfe benötigt: »Bodycount«.

Bediente Klischees



Ego-Shooter haben seit Jahren - wenn nicht schon immer - mit dem Vorwurf zu kämpfen, hirnlos zu sein. Keine Geschichte erzählen zu können, keine vernünftige Figurenentwicklung zu haben, keinen Tiefgang zu besitzen. Manchmal trifft all das leider zu und dann bleibt uns nicht mehr übrig als damit zu argumentieren, dass sie die Entscheidungs-, Team- sowie Reaktionsfähigkeit fördern und dass sie verflucht viel Spaß machen. »Bodycount« fördert solche Fähigkeiten so sehr, dass es gar keine Zeit hat, eine vernünftige Handlung zu servieren oder so einer (glaubwürdigen) Charakterentwicklung zu widmen. Die Story, wie sie oben ausgeführt ist, ist im Grunde schon zu Ende erzählt. Wieder ist es eine mysteriöse Bedrohung, die gestoppt werden muss, erneut seid ihr es, denen Heldenrolle zukommt, wieder gibt es nicht mehr zu tun, als alles Böse gnadenlos über den Haufen zu ballern. Fertig. Dummerweise ist es nun nicht so, dass man dem Game einen hohen Spielspaß unterstellen darf - vor allem dann nicht, wenn man von Konkurrenztiteln der jüngeren Vergangenheit mehr gewohnt ist.

Dass jene eine hanebüchene oder zumindest eine abgeklatschte Handlung haben, mag durchaus seine Richtigkeit haben. Und »Bodycount« hat sogar einen ironischen Ansatz: Der Titel spricht nicht nur dafür, dass recht viele Opfer hinterlassen werden, er steht ebenso dafür, dass ihr nur dorthin geschickt werdet, wo schon viele Menschen verstorben sind. Es geht nach Afrika und Asien, an geheime Orte, die spannend klingen, sich aber optisch sehr ähneln und demnach einen sich-wiederholenden Eindruck hinterlassen, der zunehmend langweilt. Ein wenig situationskomischer Pessimismus wertet das zwar auf, jedoch ist es das Gameplay, welches das Schmunzeln wieder verebben lässt. Das Problem ist nämlich seine Einfachheit - ähnlich wie bei der Optik wurde an Kreativität gespart.

Mit insgesamt zwei Waffen plus Granaten und Minen rennt ihr herum, knallt alles weg, was geht und seid am Ende genauso schlau wie vorher. Unterwegs könnt ihr so genannte Intel sammeln, die euch z.B. kurzzeitig Munition oder Unverwundbarkeit bescheren, die spielerische Eintönigkeit aber nicht retten können. Etwas besser funktionieren die Komboketten, die sich auf die Zerstörbarkeit eurer Umgebung beziehen und für die ihr am Ende einen besseren Missionsabschluss erhaltet, außerdem den Actionfaktor ein wenig erhöhen. Eine langfristige Motivation, Gebäude und ähnliche Objekte zu zerstören, bietet das jedoch nicht, weil die KI der Gegnermassen recht überschaubar ist und man sie daher auch ohne Interaktionen mit der Umgebung zur Strecke bringen kann. So ist »Bodycount« genau das, was seine Genrezuordnung verspricht: Ein Ballerspiel. Nicht mehr und nicht weniger.

Fazit:
Es sind durchaus vielversprechende Ansätze, die »Bodycount« vorzuweisen hat: Die brachiale, hirnlose Action, die Kombinationsketten, die die Möglichkeit implizieren, (fast) alles in seine Einzelteile zerlegen zu können. Klar, nichts davon ist neu, nichts davon derart umwerfend inszeniert, dass man die etwa 7 stündige Spielzeit am Stück hinter sich bringen wollen würde. Und doch gibt es kaum etwas anderes, das das Spiel in seiner Form rechtfertigt: Die Kulissen wiederholen sich, den Gegnern mangelt es an Intelligenz und die Handlung ist... sagen wir: ausbaufähig.

Wertung: 4,4/10


Kommentare (9)


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Filmfreak
14.09.11 - 09:15
Bin da ganz Deiner Meinung.

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RandyFisher
14.09.11 - 02:23
Naja, altbacken würde ich es nicht nennen. Es mag keine Referenzgrafik sein - aber es sieht doch sehr stimmungsvoll und trotzdem hochwertig aus. Ich bin zufrieden damit. Einzig das schlechte Anti-Aliasing bei DirectX 10 ist etwas störend. In jedem Fall ist die Grafik auf dem PC aber sicherlich nicht schlechter, als auf der Konsole. Es sieht eben nur nicht gerade, wie ein Crysis auf Maximum aus (wozu Konsolen kaum in der Lage wären).

Aber nunja, Deus Ex hatte noch nie die beste Grafik nötig, um mit der tollen Story und den Verschwörungstheorien zu begeistern.

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Filmfreak
13.09.11 - 22:39
Sehr schön Rene. Auf der Konsole hat 'Deus Ex' gut eingeschlagen, auf dem PC habe ich gelesen, sei die Grafik für die Verhältnisse recht altbacken. Ich kann dazu aber nichts sagen, da ich dieses Game für den PC aktuell nicht besitze.

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RandyFisher
13.09.11 - 21:23
Ok, das ist natürlich blöd, wenn man keine Konsole hat...

Achja, habt ihr schon gesehen? Ich hab nun selbst auch einige Spielekritiken in meinem News-Bereich. Aktuell zu "Deus Ex: Human Revolution".

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eichi
13.09.11 - 19:52
aktuell scheint es noch keine pc-version davon zu geben, randy! ob nachträglich noch eine kommen wird, kann zu diesem zeitpunkt leider auch noch nicht gesagt werden.

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RandyFisher
13.09.11 - 19:46
Also keine PC-Fassung?

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Filmfreak
05.09.11 - 14:39
Das Spiel ist für die Playstation 3 und die Xbox 360 bereits erhältlich, Rene.

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RandyFisher
05.09.11 - 12:14
Auf welchen Plattformen erscheint das Spiel denn? Mir fehlt bei den Spielekritiken jedes Mal die Plattform-Angabe, denn "Multi" ist doch etwas ungenau ausgedrückt.

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Filmfreak
04.09.11 - 21:54
Hatte erst kürzlich von diesem Titel Wind bekommen. Wie ich hier lese, kann man aber getrost seine Finger davon lassen...

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