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Kritik: In Time - Deine Zeit läuft ab

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Will Salas - ein Robin Hood der Zukunft?

Justin Timberlake spielt Will Salas, einen "normalen" Arbeiter aus dem Ghetto, der - wie alle seiner Art- und Leidgenossen in dem Ghetto - täglich zur Arbeit gehen muss, damit seine Zeit nicht abläuft. Denn Zeit ist in dieser Welt zur Währung der Menschen geworden. Ab dem 25igsten Geburtstag beginnt die eigene Uhr (die auf der linken Hand angezeigt wird) bei jedem zu laufen. Als kleiner Bonus startet die Uhr mit einer Laufzeit von einem Jahr. Da die meisten Familien jedoch hoch verschuldet sind, hält dieses "Jahr" meist nicht viel länger als eine Woche und so bleibt den Menschen nur das Leben von Tag zu Tag. Erschwerend kommt hinzu, dass die Inflation beinahe täglich das Überleben erschwert, was auch Will Salas Mutter am eigenen Leib zu spüren bekommt, weil sie sich plötzlich eine Busfahrt nicht mehr leisten kann und der Weg zu Fuß einfach zu lange dauert. Ihr Tod ist umso tragischer, da Will kurz zuvor von einem Unbekannten über 100 Jahre auf seine Uhr gutgeschrieben bekommen hat. Von dem Unbekannten erfährt er außerdem, dass auf Grund der Ausbeutung der Arbeiter im Ghetto eine paar "Außerwählte" das Leben wie "Gott in Frankreich" genießen können und praktisch unsterblich sind. Die letzten Worte des Unbekannten "Don't waste my time", die er auf einem verschmutzten Fenster hinterlassen hat, nimmt Will Salas sich somit zu Herzen und macht sich auf, um dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Nur ein Timekeeper stellt sich ihm in den Weg…

Interessante Story vs. schwächelnde Umsetzung

Gleich zu Beginn wird ein paar Mal mit dem Wort "Zeit" gespielt. So wird Will von einem anderen gefragt, ob er auch am Kartenspiel teilnehmen möchte, wobei der mit dem Satz "ich habe keine Zeit dafür" gleich "doppeldeutig" antwortet. Witzig ist auch, dass durch dieses Zeitmodell alle Menschen aussehen wie 25, was es sehr schwer macht zu erkennen, wie alt jemand wirklich ist. Das Vorstellen von der Schwiegermutter, seiner Frau und seiner Tochter kann dann durchaus für einiges Gelächter sorgen. Die Story ist wirklich interessant und zeigt - hier eben in einer Zukunftsversion - sehr deutlich, wie es eigentlich seit Anbeginn der Zeit auf unserer Erde zugeht. Die große Masse kämpft ums Überleben, während ein paar "Privilegierte" nicht wissen, was sie mit ihrem Geld (in diesem Fall Zeit) anfangen sollen. Neben der wirklich guten Story können auch das Setting und die Castauswahl überzeugen. Lediglich das Zusammenfügen dieser guten Attribute hat am Ende nicht wirklich funktionieren wollen. Nicht nur das einige grobe Logikfehler, übertriebene Szenen (Autounfall!) und Ungereimtheiten den Spaß am Film mildern, es bleiben auch einige offene Fragen am Ende, die mit etwas mehr tiefe in der Geschichte sicher hätten beantwortet werden können.

- Der Timekeeper erwähnt mehrfach den Vater von Will - aber was genau mit diesem am Ende passiert ist, wird komplett ignoriert.
- Wie genau wurde die Zeit zur Währung der Menschen? Wer steckt hinter der ganzen Geschichte? Weiter als in Zone 4 wird uns ja leider kein Einblick gewährt.
- Warum ist der Timekeeper so versessen darauf Will zu stoppen? Hängt es damit zusammen, wie er zum Timekeeper wurde?

Fazit
Trotz einiger Kritikpunkte ist »In Time« sicher kein schlechter Film. Story, Setting und Cast haben sich auf alle Fälle eine Sichtung verdient. Dass die Geschichte im Endeffekt zu wenig in die Tiefe geht, sollte man der tollen Grundidee nicht ankreiden. Vielleicht bekommen wir zur Heimauswertung ja einen Director‘s Cut geliefert, der mit einigen Zusatzszenen für mehr Klarheit und Aufklärung sorgen kann.

Auf alle Fälle haben die bekannten Sprüche "Zeit ist Geld" und "Carpe diem" nach diesem Film bei mir ein deutlich höheres Ansehen erhalten! :-)

7 von 10 Punkte

Kommentare (1)


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Filmfreak
06.12.11 - 11:37
Schön zu lesende Kritik von Dir zu diesem Film, Jürgen.
Freue mich trotz der Logikfehler schon jetzt auf die Heimauswertung.

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