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Special-Review: Blackwater (Xbox 360)

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Hinter dem schmucken Namen Blackwater verbirgt sich nicht weniger als eine amerikanische Söldnereinheit, die seit Jahren im Nahen Osten für Furore sorgt. Der Medienhype um sie ist inzwischen zwar abgeschwächt, dennoch haben die Krieger nicht an Relevanz verloren – vielleicht hat noch der ein oder andere die Bilder von zwei Blackwater-Agenten im Kopf, die im Irak erschossen und verbrannt wurden. Nun dürfen wir in »Blackwater« selbst Söldner spielen – und das mit Kinect-Unterstützung. Wuhu!

Moorhuhnjagt



Die Handlung ist schnell erzählt: Als Blackwater-Söldner geht ihr allen Aufträgen nach, für die ihr angemessen entlohnt werdet. Punkt. Im Spiel sind eure Auftraggeber selbstverständlich nur seriöse Mitmenschen, die sich weshalb auch immer in dem namentlich nicht genannten Ort herumtreiben, der an eine Mischung aus dem Nahen Osten und Afrika erinnert und Schutz benötigen. Ihr müsst sie z.B. von A nach B eskortieren und weil sie solch unbescholtene Bürger sind, dauert es nicht lange, bis ihr von Milizen angegriffen werdet. Was dann passiert, könnt ihr euch sicherlich denken: Ihr und eure Kollegen greift zu den Waffen und macht den Feinden die Hölle heiß! Obschon das nach reichlich Action riecht, geschieht das tatsächlich ausgesprochen plump, langweilig und ähnelt am ehesten den alten »Moorhuhn«-Spiel, wobei selbst das fordernder war: Ihr bewegt euren rechten Arm – jener mit der Kinect-Steuerung -, wodurch ihr euch umseht und sobald ihr einen Gegner anvisiert, wird automatisch geschossen.

Eure Figur bewegt sich vollständig eigenständig, die wenigen Interaktionen mit eurer Umwelt geschehen mit wildem Gefuchtel – mehr könnt ihr nicht tun. Eine Herausforderung ist das freilich nicht, zumal sich die Miliz ausgesprochen dämlich anstellt, nur selten Deckung sucht, oft an euch vorbeschießt, sich aber weitaus öfter mit einem Schuss neutralisieren lässt. Für eure Zielgenauigkeit – bspw. Kopfschüsse – gibt es ebenso Punkte wie für jeden getöteten Gegner. Das mag dann auch schon die einzige Kontroverse sein, die »Blackwater« auslösen könnte. Die Handlung ist hanebüchen und schnell vergessen, die Dialoge äußerst flach und nichtssagend. Grafisch wirkt der Shooter überholt, es mangelt an Detailtiefe und Atmosphäre. »Blackwater« lässt sich übrigens auch mit dem Controller steuern, bietet da allerdings nicht mehr Steuerungsmöglichkeiten.

Fazit:
Der Titel »Blackwater« klingt vielversprechend, riecht nach gesetzlosen Abenteuern, Auseinandersetzungen und zahlreicher Action. Die virtuelle Realität ist hingegen ernüchternd: Die Handlung ist nicht der Rede wert und das Gameplay wird zu einem Großteil vom Spiel selbst übernommen. Eine Enttäuschung.

Wertung: 3,2/10

Kommentare (4)


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RandyFisher
14.12.11 - 00:59
Hm, da fände ich ein Spiel, das sich kritisch mit dem Thema privatisiertes Militär befasst, schon etwas besser.

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Jason
13.12.11 - 08:48
Genau die.

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RandyFisher
13.12.11 - 00:28
Hm, bei Blackwater dachte ich gerade ernsthaft an die amerikanische Privatarmee... handelt es auch von dieser?

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Filmfreak
11.12.11 - 11:42
Sehr schade um das Game, hätte durchaus wesentlich mehr Potenzial gehabt.

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