Special-Review: Binary Domain (Multi)

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Noch gilt die Vorstellung einer von Robotern kontrollierten Erde als Science-Fiction-Spinnerei. Aber: Es könnte ja sein. So gut, wie es sein könnte, dass es dann so aussieht wie das Tokio in Binary Domain. Und das hinterlässt keinen besonders postiven Eindruck, denn die mechanischen Kameraden sind alles andere als den Menschen freundlich gesinnt. Die Folge: Es wird ein Friedenstrupp entsandt, der die Kontrolle über die Metropole wiedererlangen soll.

Was 'n da los?

Roboter ist nicht gleich Roboter und nicht jeder von ihnen lässt sich auf den ersten Blick als solcher identifizieren. Jene in Binary Domain sehen zum Beispiel so aus wie Menschen und sie halten sich gar für ebensolche - nur verfügen sie über keine Emotionalität und sind deshalb fähig, innerhalb weniger Sekunden reuelos zu töten. Außerdem unterscheiden sie sich, wie gesagt, äußerlich immer weniger von ihren lebendigen Erschaffern - dass sie illegal hergestellt werden und keiner so recht zu wissen scheint, wohin das führen soll, erschwert die Sache ungemein. Zeit, dass die Jungs von R.U.S.T, einer internationalen Friedenstruppe, anrücken und Schlimmeres verhindern. Freilich hört sich all das unglaubwürdig und weit hergeholt an, doch so viel sei gesagt: Binary Domain müht sich um Authentizität und eine packende Inszenierung, weitestgehend gelingt das dem Titel aus dem Haus SEGA auch.

Nach dem eher schleppenden Anfang, bei dem ihr mit der Steuerung und dem Kommunikationssystem vertraut gemacht werdet, lässt die Action nicht lange auf sich warten. Die Auseinandersetzungen mit den bewaffneten Robotern und ihresgleichen (z.B. ihren fliegenden Artgenossen) gestaltet sich unterhaltsam, jedoch alles andere als neuartig. Ihr schießt mit Gewehren oder Handfeuerwaffen und macht kaputt, was euch kaputt machen möchte. Dass ihr eine Führungsposition inne habt und euer Team herumkommantieren könnt, hat indes spielerisch kaum merkbare Auswirkungen - sowohl eure Kameraden als auch eure Gegner agieren stets recht intelligent und selbstständig. Viel wichtiger als das Gameplay ist ohnehin die Story, die mit fortlaufender Spieldauer an Tiefgang gewinnt und die Charaktereentwicklung authentisch gestaltet. Teilweise problematisch ist gleichzeitig die Synchronisation, die mit ihren vielen "Yo"'s eher pubertär wirkt und schnell auf die Nerven gehen kann - auch die Möglichkeit, sich mit seinen KI-Mitgliedern per Knopfdruck auszutauschen und ihnen bspw. ein "Idiot!" an den Kopf zu schmeißen, erscheint eher unnötig. Interessanter ist die Gesprächsmöglichkeit schon eher mit menschlichen Mitspielern, da sie hierbei über ein Mikrofon läuft und damit keinen Vorgaben unterworfen ist.

Fazit:
Binary Domain bietet viel mehr als das, was es auf den ersten Blick offenbart: Neben der durchschnittlichen Shooter-Action wartet auf euch eine tolle Story und eine insgesamt überdurchschnittliche Inszenierung, die sicherlich jedem SF-Fan gefallen wird. Wer sich also von dem Genre, von futuristischen Robotergegnern und dem Kampf gegen sie begeistern lassen kann, sollte sich diesen Titel nicht entgehen lassen.

Wertung: 8/10

Kommentare (2)


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RandyFisher
19.04.12 - 00:40
Das Spiel hat auch bei mir schon Interesse geweckt, muss aber leider noch auf den Release der PC-Version warten.

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Filmfreak
04.04.12 - 10:43
Hätte nicht gedacht, dass dieser Titel so interessant sein könnte!

Dank dir für das Review, Daniel! :P

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