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Special-Review: Silent Hill: Downpour (Multi)

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Murphy Pendleton ist aber auch vom Pech verfolgt! Es ist ja nicht nur so, dass er ein Strafgefangener ist – nein. Als er gemeinsam mit einigen anderen Häftlingen verlegt werden soll, kommt ihr Bus von der Straße und stürzt einen Abhang hinunter. Niemand scheint überlebt zu haben. Außer Murphy. Der darf sich sichtlich verwirrt auf die Suche nach einem Ausweg aus seiner Miesere machen, findet aber nur eines: Silent Hill.

Horror statt Freiheit

Wer hätte gedacht, dass der Unfall keine glückliche Schicksalsfügung ist? Schließlich scheint er das perfekte Ereignis zu sein, um Murphy zu erlauben, in die Freiheit zu verliehen und seinem Gefangenendasein zumindest vorerst „Adieu!“ zu sagen. Allerdings stimmt etwas nicht: Sämtliche Wege um ihn herum sind zusammengebrochen, keine Menschenseele zeigt sich weit und breit. Nur ein seltsamer Postbote, der dann irgendwie wieder verschwunden ist. Leer auch die Tankstelle, die wir durchsuchen sowie die Häuser, die wir betreten. Hier und da finden wir nur noch Reste einer scheinbar längst vergessenen Gesellschaft: Ein paar Notizen und Flyer, eine Taschenlampe, wenig wirklich Nützliches. Bis…, ja, bis, gelinde gesagt, die Scheiße losgeht. Eine Küche verwandelt sich im Nu in ein Flammeninferno, das wir mit etwas Geschick schnell löschen können, doch dann steigt das Wasser bedrohlich an. Die Wände schmelzen und wir jagen durch finstere, enge Korridore hinein ins Nirgendwo. Dort beginnt uns etwas Undefinierbares zu verfolgen. Wo sind wir bloß gelandet? Was will man von uns? Und vor allem: Wohin soll das alles nur führen?

Silent Hill ist ein wohl bekanntes Horror-Adventure und betritt mit Downpour keine neue Ära dessen. Erwartet wird das auch wohl kaum einer haben, schließlich muss SH seinem bisherigen Schema zumindest halbwegs treu bleiben, um den Wiedererkennungswert beizubehalten. Das muss nicht unbedingt schlecht sein und tatsächlich ist es dem tschechischen Team Vatra, das bisher nur Acrade-Titel schusterte und mit dem vorliegenden Titel die erste große Produktion vorweisen kann, durch eine flotte Inszenierung eine atmosphärische Dichte zu erzeugen, die packend wirkt und zum Zocken animiert. Trotzdem haben sich Schwächen eingeschlichen – was beispielsweise die Kreaturen betrifft, denen wir früher oder später begegnen und die uns mit aller Macht das ohnehin schwere Leben zur Hölle machen möchten. Keine Frage: Ihr Auftrag gelingt ihnen, nur ihr Design ist teilweise arg fragwürdig. Wir müssen nämlich nicht nur gegen durchaus angsteinflößende, dauerschreiende Damen antreten – auch Affen mit Vollbart treten dazu. Klingt komisch, ist aber so. Glücklicherweise bekommen wir es nie mit Monstern zu tun, die permanenten Nachschub erhalten und wir somit nur damit beschäftigt wären, uns zu wehren – die Gegnerschar ist wohl dosiert und raubt einem nicht den letzten Nerv. Ohnehin steht der Überlebensinstinkt eher im Vordergrund als die physische Auseinandersetzung mit irgendwelchen Typen. Zugegeben sind die Stilmittel, derer sich Downpour bedient, nicht das, was man das Resultat einer kreativen Höchstleistung nennen kann, dennoch macht es Spaß, durch einen Flur zu rennen, der immer länger wird oder Treppen zu besteigen, die nie enden. Vatra mischt solche Episoden mit kleineren Rätseln, beispielsweise dürft ihr Bilder verdrehen, um verschlossene Wege zu öffnen, Codes und Schlösser knacken oder Farben zuordnen. Diese kleineren Abstecher in die „richtige“ Adventure-Welt sind eine angenehme, weil ruhige Abwechslung im Vergleich zum andauernden Überlebenskampf.

Fazit:
Silent Hill: Downpour ist ein rasantes Horror-Abenteuer, das ohne große Überraschungen und Neuerungen prima auskommt. Der Kampf ums Überleben in der verlassenen Stadt ist kurzweilig und spannend, die kleineren Rätsel sorgen für die nötige Abwechslung.

Wertung: 7,3/10

Kommentare (4)


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Fulci1978
21.04.12 - 19:11
Ich werde es mir so oder so besorgen, aber mir kommt es nur uncut auf den Tisch. Alles andere können se behalten...

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Jason
16.04.12 - 20:56
eher nicht. auch dieses SH arbeitet mit der von dir angesprochenenen enge.

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RandyFisher
16.04.12 - 14:47
Mich hat an Silent Hill immer gestört, dass man dort so "eingeengt" war, sich kaum frei bewegen konnte. Noch dazu war in einigen Spielen die Kameraperspektive etwas ungünstig. Andererseits gefielen mit lineare Spiele, wie Doom 3 und Alan Wake durchaus. Kannst du mir das Spiel daher empfehlen?

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Filmfreak
15.04.12 - 12:34
Schöne und vor allem stimmige Kritik zu diesem Grusel-Spiel. Ich kenne ja nur die anderen vorherigen Games welche noch auf der ersten Station erschienen sind.

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