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Harald Reinl

09. Juli 1908
2 Kommentare 37 Filme

Darsteller (Filme)

Regisseur (Filme)

30.
 

Kommentare (2)


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Filmfreak
28.02.12 - 14:17
Auch so ein Mann der die Film- und Fernsehwelt mit seinen Produktionen für mich eindeutig prägte. Gerade wenn ich an diverse Karl May- oder Edgar Wallace-Verfilmungen denke, aber auch im Klamauk- und komödiantischen Bereich war er zu Hause gewesen. Während seiner Karriere als begnadeter Regisseur wechselte er des Öfteren mit Erfolg das Genre wie man anhand seiner Filmographie feststellen kann.
Für mich ein toller Mann hinter der Kamera, der ein tolles Filmerbe für die Nachwelt hinterließ!
TOP!

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kurenschaub
18.07.11 - 13:39
Harald Reinl wurde am 9. 7. 1908 mit seinem Zwillingsbruder Kurt in Bad Ischl geboren.
Sein Vater arbeitete in der Saline und so wuchs Harald Reinl im herrlichen Salzkammergut auf.
Von Kindesbeinen an stand der spätere "famous" Regisseur auf den Skien, er beherrschte immer mehr Slalom, Abfahrt und auch Skispringen und hatte in der Saison 1929/30 fünf Siege zu verbuchen. Auf Grund seiner Erfolge gehörte er bald zu den drei schnellsten Skiläufern der Welt.
Hätten Sie das gewusst?
Reinl wurde Artist für sensationelle Stunts von Sprüngen über Hüttendächern, Flugzeugverfolgungen und gewagten Abfahrtsläufen über Klippen oder im Tiefschnee.
In "Stürme über den Mont Blanc" doubelte er dann die bekannte Schauspielerin und Aufsehen erregende Regisseurin Leni Riefenstahl, welche später sein Leben entscheidend in filmische Bahnen lenkte. Seine Skisportkarriere lief mit vielen Erfolgen weiter und 1934 wurde er an der Uni Innsbruck Doktor der Rechtswissenschaften. 1935 trainierte er gar noch die französische Olympia Mannschaft, ehe er selbst im Skispringen den 2. Platz in der Weltmeisterschaft holte.
Ein paar Jahre später arbeitete Harald Reinl als Regieassistent von "Hitlers Vorzeigeregisseurin" Leni Riefenstahl . Reinls Karriere wurde sehr von Riefenstahl geprägt.
Reinls unbestechlicher Blick auf Naturschönheiten und die kunstvolle Bildästhetik Leni Riefenstahls vermischten sich zum Charakteristikum seiner Filme.
In der Nachkriegszeit begann schön langsam der Aufschwung für den deutschen Film und die große Ära des Harald Reinl als Regisseur. Niemand konnte so gut wie er traumhaft unberührte Landschaften einfangen und genau danach hat das Publikum sich nach all den Jahren der Entbehrung wirklich gesehnt.
Mit ihm erlebte die deutsche Filmwirtschaft einen enormen Kinogänger Zuspruch, er wurde Deutschlands erfolgreichster Regisseur von "Opas Kino" und lieferte in den fünfziger Jahren einen Kassenschlager nach dem anderen. "Der Hergottschnitzer vom Ammergau" 1952 war sein Heimatfilmdebüt und "der Klosterjäger" und "Rosen Resli" folgten.(Rosen Resli, war auch der Streifen, bei dem er (um 30 Jahre älter) seine spätere Frau Karin Dor als 16 jährige kennenlernte, doch sein und ihr Interesse blieb nicht aufs Filmen beschränkt.
(Es war eine wirkliche Romanze. Bei uns war es Liebe auf den ersten Blick. Aber er war sehr zurückhaltend. Er imponierte mir so wahnsinnig. Er war einfach schrecklich interessant und den Charme hat er mit dem Löffel gefressen. Da kam vieles zusammen. - Karin Dor in der Rückblende).
Nach elf sehr erfolgreichen Heimatfilmen setzte Reinl auch sein Können in Kriegsfilmen ein (Solange du lebst 1955), umstritten aber mit Prädikat wertvoll, oder in " die grünen Teufel" 1957 oder 1958 in "Kapitänleutnant Prien."
Harald Reinl eilte nun von einem Erfolg zum anderen, bald darauf später prägt er mit seiner Regie die Wallace Verfilmungen und mit dem Rialto Erstling "Frosch mit der Maske" 1959 ein gänzlich anderes Genre.
Mit schnellen Licht Schattenspielen und gefinkelten Gruseleffekten schaffte es der geschickte Regisseur auch das Krimipublikum gehörig zu fesseln und wiederum war eine neue Erfolgswelle im deutschen Kino geboren.
(Wir drehten die Wallace Filme danach am laufenden Band. Wieviel ich insgesamt gemacht habe, kann ich mich nicht mehr erinnern, irgendwann hat mich das alles nicht mehr befriedigt.)
Danach aber kamen die Karl May Western, mit den Harald Reinls Namen untrennbar verbunden ist. Hier lief Harald Reinl (seit der Jugend ein begeisterter Karl May Leser) zur bestechenden Hochform auf und überzeugte sowohl das Publikum als auch renommierte internationale Schreiberlinge.
Die Leute standen Schlangen an den Kinokassen und der märchenhafte Erzählstil dieser abenteuerlichen Western (allen voran der Schatz im Silbersee - 1962 - und die Winnetou Triologie 1963 - 1965 - Bambi, Prädikat wertvoll, kassenstärkste Filme dieser Jahre und mit Goldener Leinwand ausgezeichnet ), der Karl May Boom mit seinen grandiosen romantischen Elementen bescherte dem Österreicher den glanzvollen Höhepunkt seiner Laufbahn als Regisseur.
Nur wenige Menschen konnten sich damals der Faszination dieser Streifen entziehen,
Sogar der bekannte Sergio Leone besuchte Harald Reinl vor Drehbeginn der Italo Western sogar am Set von Winnetou um Wissenswertes einzuholen.
Selbst in Amerika fand Reinls "kleines" Meisterwerk echte Anerkennung (ihn umgibt DeMilles Grandezza - Film & Filming)) und man verglich ihn mit den großen Hollywood Regisseuren.
Winnetou 1. Teil war nicht nur der Höhepunkt der Karl May Filme, sondern auch der Zenit und die am höchsten stehende Sonne in Reinls Schaffenskraft.
Hier bewies er unauslöschlich, welch großartigen Fähigkeiten und Talente er besaß.
Viele Kritiker haben dies erkannt und ihn dafür gewürdigt. -
Harald Reinl drehte mit den aufwendigen "Nibelungen Zweiteiler", "Erinnerungen an die Zukunft", " die Schlangengrube und das Pendel" "Botschaft der Götter" oder "und die Bibel hat doch recht"
nebst mehreren belanglosen, halblustigen Klamotten (im Dschungel ist der Teufel los) noch einige wirklich beachtliche Produktionen, jedoch der Riesenerfolg von "Winnetou" kam nie wieder mehr zu ihm zurück.
Am 9. Oktober 1986 wurde der inzwischen 78 jährige (nicht mehr reiche) Harald Reinl auf seinen Wohnsitz in Teneriffa von seiner Frau (einer Alkoholikerin) auf einem Sessel sitzend, von hinten erstochen.
Von jungen heimischen Filmschaffenden wurde Harald Reinl des öfteren geschmäht, doch er war ein Großer, der keinen besonderen Wert auf Feinheiten legte, aber auch ohne Ultrafeinheiten seiner Darsteller feine Filme zustande brachte.
"Ich drehe keine Kunstfilme, du bekommst ausschließlich das, was du siehst.
Der Film wird einfach so gemacht, das er gefällt!"
Das unterhaltungssuchende Publikum, die deutsche Filmindustrie und die Filmtheater der damaligen Zeit verdanken ihm unendlich viel.

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